Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1881)
- Date
- 1881-06-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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Trf’ifc^üiiY 541 Deutsche Bolksgrnoffen und jüdische Glanbensgenoffen. Ihr habt gehört und gelesen von den blutigen Verfolgungen, welche die Juden in Südrußland zu erdulden halten — nicht der tausendste Theil der Wahrhet ist bis zu Euch gelangt. Die entfesselte Volksbestie hat entsetzlich gewüthet. Sie hat ihre Opfer überfallen, sie hat geplündert, zerstört, geraubt und was sie nicht mitschleppen konnte, verbrannt und verwüstet; sie hat in ihren Mißhandlungen, Schändungen, ihrer Mordwuth nicht das hülflose Weib, nicht das unschuldige Kind verschont. Nicht einige, nein Hunderte von Menschen haben den Tod erlitten. Hunderttaufende aber sind besitzlos, brodlos, obdachlos geworden, sind über die Grenze zu ihren österreichischen Brüdern geflohen, überschwemmen die Städte des Nordens und Westens bis in nnsere unmittelbare Nähe, oder sie irren in Feldern und Wäldern, noch fortwährend von den Bestien gehetzt und gejagt, umher. Hierzu von den besten und edelsten Männern aufgesordert, rufen wir die ganze Welt zur Unterstützung der Unglücklichen auf. Wir alle sind haftbar für solche Gräuel der Verwüstung. Wir wollen niemand anklagen, niemand verdächtigen, schon um der großen und edlen deutschen Nation willen nicht. Wer die Bestie entfessellt hat? — Wir wissen es nicht! Wir rufen die ganze Welt zur Unterstützung auf. Wir können nicht viele Millionen, den Betrag des Schadens, bei uns aufbringen, wir können den Tobten das Leben nicht wieder zurrückgeben, für alle die Mißhandlungen, Zerfleischungen, Schändungen nicht Ersatz bieten — aber wir müssen verhindern, daß die Unglücklichen nicht noch nachträglich dem Hunger und Elend erliegen. Glaubensbrüder! „Siehe die flehende Stimme der Volksgenossen ertönt aus dem Lande der Fernen: Ist denn kein Gott mehr in Zion", ist denn kein Herz mehr in Eurer Brust, ist denn keine Zusammengehörigkeit, keine Solidarität, keine Hülfsbereitschaft mehr in Israel. Wir wissen, ihr seid gnte Bürger, mit allem Besitze und aller Liebe Staat und Vaterland ergeben — so seid doch auch gute Israeliten, voll jeder Güte, Milde und Barmherzigkeit. Ihr habt uns in jenem furchtbaren Nothstand 1867/68 mehr als eine halbe Million Mark anvertraut. Wir haben 230 russische Städte damit unterstützt, für jeden Pfennig die beste Verwendung gesucht und die genaueste Rechenschaft gegeben, das soll auch jetzt geschehen. Memel, den 22 Mai 1881. Das ständige Hülfscomitee für die Nothstände russischer Israeliten. Dr. Riilf. IIS X/urie. A. Wittenberg. Wie wir bereits in voriger Nummer des Israelit mitgetheilt, sind wir gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiterzubefördern. Die Redaction des Israelit. 1915 0uche per sofort ein tüchtiges isr. Mädchen /i^in Bäckergeselle, in der Bäckerei erfahren, gegen hohen Lohn. (1861 sucht sogleich nach Peßach eine Stellt Ha ard t a. d. Sieg. Crotüleb Levl. in mit allen Comptoirarbeiten vertrauter junger Kaufmann (verh.). Israelit, welcher auch mit Erfolg gereist hat u zuletzt kaufmännischer Leiter einer Brauerei war, sucht per sofort oder I. Juli Stellung. Gütige Offerten unter B. 1866 befördert die Expedition d. Bl. Bet einem Meister, wo v">> «t geschlossen ist. Offerten unter Nr. 1892 besorgt die Exped. d. Bl. suche für mein Küchen - und Hausi\J Haltungs-Magazin einen Lehrling mit guten Schulkeuntnissen. Samstag und Feiertage geschlossen. Frankfurt a. M. 1492) Heinrich Mayer jun. Wochen - Kalender. Freitag, 3. Juni, 6. Siwan, .7»w>307 Jb 01’ Samstag, 4. Juni, 7. Siwan, .0)351307 '3 Ol’ Sabbat-Ausgang 9 Uhr 5 Minuten. (Mainzer Uhr.) Sonntag, 5. Juni, 8. Siwan, 30 not». Bekanntmachung. Die erste Lehrerstelle an der hiesigen jüdischen Schule, verbunden mit einem Einkommen von 900 Mark baar, Benutzung freier Wohnung und einer Brennmaterialien- Entschadigung» ist vacanr und vom 1. August er. ab zu besetzen. (1779 Meldungen nimmt entgegen Der Magistrat z» Pinne. Heirath! Ein junger Mann von angenehmem Aeußern, aus achtbarer Familie, Israelit, seit 4 Jahren etablirt, Inhaber eines bedeutenden Passementriegeschäfts, sucht die Bekanntschaft einer jungen hübschen Dame. Eltern resp. Vormünder junger Damen im Alter von nicht über 24 Jahren wollen gütigst unter Beifügung der Photographie direct mit Inserent in Verbindung treten. Auf Wunsch wird die Photographie sofort zurückgesandt. Briefe an die Annoncen-Expedition von Haasenftein & Vogler in Köln zur Weiterbeförderung zu adressiren unter 8. 975. (1941 Bad Kissingen* 1416 Therefienstratze 146. Meine Restauration befindet sich nunmehr in meinem eigenen Hause, Theresienstraße146. — Streng 7C3 und kurgemäß! Ganze Pension zu billigem Preise! Schöne Zimmer' 1766) L. Ehrenreich, Cantor. Setzöfchen, bester Construction, empfiehlt zu billigen Preisen I. Rosenberg, 1714) Hanau a. M.