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Der Israelit · 1881-06-01 · Heft 22 (1.6.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 22 (1.6.1881)
Date
1881-06-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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jUUi XXII. Jahrgang. Zweite Äeitilge;u Nr. 88 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 25. Mai. Seit einigen Wochen weilt Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen, zum ersten Male seit dessen Thronbesteigung, in unserer Stadt. Allerhöchstderselbe empfing heute Vormittag den Rabbiner der isr. Religionsgesellschaft, Herrn Dr. Lehmann in Audienz. Unter Anderem erwähnte Seine Königliche Hoheit die in jüngster Zeit vorgekommenen Ausschreitungen gegen die Inden in einigen rheinhessischen Dörfern und sprach die Ueberzeugung aus, daß die antisemitische Bewegung in unserem engeren Vaterlande und speziell in Rheinhessen keinen Boden habe und daß die stattgehabten Ausschreitungen lediglich in der Scandalsucht einiger böswilliger Individuen ihren Ursprung gehabt hätten. — Der Großherzog erinnerte sich, daß während des deutsch-französischen Krieges ans die Fürbitte des Herausgebers dieser Blätter hin ein Feldrabbiner für die israelitischen Soldaten der hessischen Division installirt wurde, und erkundigte sich gnädig nachdem Betreffenden. Mit sichtlicher Freude'vernahm Seine Königliche Hoheit, daß Herr Dr. Ehrmann einen segensreichen Wirkungskreis als Rabbiner in Trier gefunden habe. — Gnädig nahm unser erhabener Landesfürst die Segenswünsche der israelitischen Religionsgesellschaft zu Mainz, welche Herr Rabbiner Dr. Lehmann auszusprechen beauftragt war, entgegen und vernahm mit Wohlgefallen die Erzählung von einzelnen Zügen der Huld und Gnade, welche die Fürsten und Fürstinnen des Großherzoglichen Hauses von jeher unfern Glaubensgenossen in reichem Maße haben zu Theil werden lassen. — Auch der Rabbiner der Gemeinde, Herr Dr. Saalfeld, wurde bereits in voriger Woche von Seiner Königlichen Hoheit in Audienz empfangen. Mainz, 30. Mai. Die Alliance Jsraölite Universelle erläßt einen Aufruf zu Gunsten der nothleidenden Glaubensgenossen in Südrußland. Wir haben bereits in voriger Nummer erklärt, daß wir gerne beteit sind, Spenden entgegenzunehmen und weiter zu befördern. Bonn, 30. Mai. Das Judenthnm sowohl, als die Wissenschaft haben einen großen Verlust erlitten. Der berühmte Philologe, Herr Professor Dr. Jacob Bernays, ist am 27. d. M. nach kurzem Krankenlager aus diesem Leben geschieden. Jacob Bernays wurde den 18. September 1824 zu Hamburg geboren; er war der älteste Sohn des berühmten Chacham (Oberrabbiuerl Jsak Bernays Im Jahre 1842 bezog er die Universität Bonn, um unter Welker und Ritschet classische Philologie zu studiren. Hier wurde die allgemeine Aufmerksamkeit dadurch auf ihn gelenkt, daß er ckie von der Universität gestellte Preisfrage in Bezug auf den griechischen Dichter Lucrez löste und den goldenen Preis gewann. Im Jahre 1849 habilitirte sich Bernays als Privatdoceut an der Universität Bonn; 1854 erhielt er einen Ruf nach Breslau, wo er sowohl an der Universität als auch am dortigen Rabbinerseminar classische Philologie lehrte und sich durch Herausgabe gelehrter Arbeiten einen bedeutenden Namen erwarb'. 1866 wurde er, nach Nitschel's Abgang, als Oberbibliothekar und Professor nach Bonn berufen. Jacob Bernays lebte stets den strengreligiösen Grundsätzen gemäß, in welchen er von seinen frommen Eltern war erzogen worden. Er beobachtete den Sabbath wie die 'Speisegesetze auf das Sorgfältigste und gab so der Welt ein lebendiges Beispiel, daß große, wissenschaftliche Bedeutung mit der Beobachtung der Gebote unserer heiligen Religion nicht zu collidiren braucht. Gestern fand unter der Betheiligung der Professoren und Studenten sämmtlicher Facultäten der Universität Bonn die Beerdigung statt. Die große Betheiligung aller Confessionen beim Leichenbegängnisse war der sprechendste Beweis für die Hochachtung, welche diesem bervorragenden Gelehrten gezollt wurde, n"n"y".i"n. M. K., st. pli. Posen, im Mai. Die Lorbeeren der Henrici und Consorten lassen auch die hiesigen Judenfresser nicht schlafen und obwohl sie es nicht für rathsam halten, an's Licht hervorzutreten, so suchen sie doch wenigstens die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, wenn auch in Form eines albernen Spasses. So wurden am Dienstag an einigen Orten der Stadt Placate angeheftet gefunden, welche lauteten: Sinters Tydom! (Tod den Juden) Tod und Untergang den Juden in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend. A. W. (welche Unterschrift wahrscheinlich Ach und

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