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Der Israelit · 1881-06-01 · Heft 22 (1.6.1881) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 22 (1.6.1881)
Date
1881-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXL. Jahrgang. .HK 22. Der Israelit Ei» Central-Organ für das orthodoxe Jndenthum. Heranogegcbcn von Bl»*. Lehmann in ZKcrirrz. Mittwoch, den 1. Juni (188,). Diese Leitung erscheint wöchentlich einmal, Viitrwvchs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig, vllle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Hirtiuu. — Deiterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Ltreisband pro Jahrgang 12 Reick's-Atark oder 7 fl. österr'. an d'.e Expedition franco einzusenden. «m ^■nwmiiB nmm <iiiMiBirwn«i|f—W'rtiJmin—itwtmhh mni Inhalt. Leitende 'Artikel: Die Welk des Geistes. — ^chabnoth. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. .Zeitungsnachrichten imd Korrespondenzen: Deutschland: Aschassenburg. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Rußland: Petersburg. Petersburg. — Feuilleton: Die Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Bonn. Posen. — Oest.-Ungar. Monarchie: Myslowitz. — Rtlsstand: Aus Petersburg. — Inhalt der Extra-Beilage: Spenden-Verzeichnisse. Leitende Artikel. Me Welt des Heißes. v. Mainz, den 'A'>. Mai. Das heilige Prophetenwort vergleicht die Thora auch der Milch. Diese ist das erste Nahrungsmittel. Die unendliche Weisheit des allgütigen Schöpfers hat dem zarten Kinde an der Mutter Brust diejenige Nahrung zugewiesen, welche ihm am zuträglichsten ist und welche alle Stoffe enthält, die zu seinem Wachsthum, seinem Gedeihen und seiner Entwickelung nothwendig sind. Ebenso sei auch die Thora die erste geistige Nahrung des jungen Israeliten. Von frühester Jugend an muß das Kind an die Aufnahme der Ideen gewöhnt werden, welche den Inhalt seines Lebens ausmachen sollen, ny r~no’ crnn czr^y »cd ans dem Munde der lallenden Kinder und der Säuglinge hat Gott die Macht der Thora begründet, welche das gesammte Leben der Jndell umfassen soll. Wenn ein Außenstehender die große Menge der religiösen Verbote, Vorschriften und Einschränkungen betrachtet, die der Jude zu beobachten hat, so erscheint ihm das Leben innerhalb dieser Schranken ganz unmöglich. Wir aber werdeli daran gewöhnt von frühester Jugend an; schon das zarte Kind wird mit Liebe und Strenge auf das aufmerksam gemacht, was man thun und was man nicht thun darf. Dadurch wird uns die Beobachtung der Gottesgesetze gleichsam zur zweiten Natur und wir fühlen uns unter dem schwerwiegenden Joche derselben frei und leicht. Wir haben die Thora gleichsam mit der Muttermilch ein-; gesogen, und so werden die Grundsätze derselben eine! Norm für unser ganzes Leben. > Allmählich wird das jüdische Kind an die Ausj Übung der religiösen Pflichten gewöhnt, wie sie für sein Alter und seine geistige und körperliche Entwickelung angemessen sind. Sobald das Kind reden kann, ist der Vater verpflichtet, es in der Thora zu unterrichten oder unterrichten zu lassen. Das jüdische Glaubensbekenntniß, die Verkündigung der Einheit Gottes, yor, ist das Erste, was das jüdische Kind lernen soll, und das Zweite: Die Verpflichtung und das Anrecht an dem Erbtheil Israels.

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