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Der Israelit · 1881-05-25 · Heft 21 (25.5.1881) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 21 (25.5.1881)
Date
1881-05-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXII. Jahrgang. M 21. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von ®>r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2S. M a i S6L1 (1881). Diese Zeitung erscheint wöcbenilick einnral, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Lesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einznsenden. Inhalt. Leitende Artikel.° Die Welt des Geistes. — Zwischen Peßach und Schabuoth. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Posen. — Rußland: Petersburg. Moskau. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Dentsckland: Würzburg. Berlin Breslau. Aus Westpreußen. — Oest.-Ung. Monarchie: Lenrberg. — Rußland: Petersburg. Petersburg. — Feuilleton: Die Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Veachtenswerthe Recension. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Rußland. Leitende Artikel. Die Welt des Keistes. IV. M ainz, den 18. Mai. „Gleich wie herniederfällt der Regen und der Schnee vom Himmel und dorthin nicht zurückkehrt, er habe denn befruchtet die Erde und habe ihr die Kraft gegeben, diePflanzen hervorsprießen zu lassen, und verleihet Saat dem Säer und Speise dem Verzehrer — so wird sein mein Wort, welches hervorgeht aus meinem Munde, es wird nicht leer zu mir zurückkehren, es habe denn vollbracht, was ich gewollt und glücklich zu Ende geführt, wozu ich es geschickt habe." (Jesoias E. 55. V. 10 und 11). Wie der befruchtende Regen, ohne den die Welt nicht bestehen könnte, vom Himmel herniederströmt, die Erde erquickt, die Pflanzen gedeihen läßt, dm Quellen, Flüssen und Strömen Nahrung gewährt, dann aber durch Verdunstung in Lnftform wieder emporsteigt zur Wolkenschicht, um dann aufs Nene als befruchtender Regen herniederzuströmen, also ist Gottes Lehre: Sie strömt hernieder von Ihm, um die Menschheit zu beglücken, zu läutern, zu erheben, und strebt dann wieder zu Ihm empor. Niemals ist das Wirken der Thora erfolglos. Oft ist der Erfolg nicht gleich ersichtlich, scheinbar verschwindend, aber niemals bleibt er ganz aus. Der Geist ist das bewegende, befruchtende Element im Weltall. Jedes Zeitalter hat seine es beherrschenden Ideen,' in jedem Zeitalter gibt es bestimmte Lehrsätze, welche als unanfechtbar gelten und vor denen sich die ganze Welt beugt. Sie üben den größten Einfluß auf die Wissenschaften, auf die Künste, auf die Grundsätze, durch welche die menschliche Gesellschaft wie der Einzelne ihr Verhalten bestimmen. Wenn wir doch die herrschenden Ideen des Zeitgeistes bis zu ihren ersten Anfängen verfolgen könnten! Da sitzt vielleicht irgend ein einsamer Denker in einem einsamen Winkel der Erde; Wenigen gegenüber äußert er sich über die Resultate seines Denkens; seine Ideen werden von Andern, ohne daß sein Name genannt wird, hinausgetragen aus den Markt des Lebens, werden anfangs belächelt, dann bekämpft, bis sie Anklang finden in immer weitern und weitern Kreisen. Wie wenn man in ein stilles Wasser ein Steinchen wirst, es entsteht ringsherum ein Kreis, um diesen ein weiterer Kreis und um diesen wiederum einer, so geschieht es auch mit den weltbewegenden Ideen; plötz-

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