Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 20 (18.5.1881)
- Date
- 1881-05-18
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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382 mein Widerpart klug über meinen boruirten Standpunkt zu lächeln an, weil er alles auf die Religion bezieht, selbst eine so ausschließlich conununale Angelegenheit wie das Armcnwesen. Wollte ich dann mit meinem fortgeschrittenen Gegner eine Discnssion z. V. darüber eröffnen, ob die Armen und selbst die Reichen sich schlechter oder besser stünden, wenn die Fürsorge für die Armen nicht als conununale Pflicht, sondern als eminente religiöse jüdische Aufgabe behandelt würde, dann riß ihm mitten in der Rede, der er nur schwer folgen konnte, die Geduld, und er warf irgend eine triviale Bemerkung dazwischen, die so außer allem Zusammenhang war, daß ich mir sagte, cs sei doch verlorene Liebe mir fanatische Prinzipienreiter durch vernünftige Erwägungen vernünftig oder auch nur erträglich zu machen. „Jedenfalls gereicht cs uns Inden nicht zur Ehre, wenn zerlumpte, schmutzige Weglagerer die jüdischen Häuser fortwährend belagern, das ist ein Ehilul Haschem k.“ Das war so einer jener Kraftcinwände, zu welchen sich der Herr Vorsteher dann begeisterte, um mit einem wuchtigen Schlag die Discnssion gewaltsam zu Ende zu bringen. Dadurch hatte er sich aber! gründlich verrechnet, ich blieb ihm keine Antwort schuldig: sie kam oft etwas derb heraus, mancher wird finden zu derb, aber die Derbheit war nöthig um auch nur einen schwachen Eindruck wenigstens zu erzielen. Auf groben Klotz einen groben Keil. „Wenn's weiter nichts ist, Herr Vorsteher, als die defekte schmutzige Garderobe, welche ihnen die durchreisenden Armen unsympathisch macht, dann ist dem ja leicht abznhelfen. Sie haben ja immer noch nicht die Summe herausgegeben, die Ihr verstorbener Vater für wohlthätige Zwecke bestimmt hat. — Errichten Sie am Bahnhof zu L. ein Frackverleihinstitut für durchreisende Arme, stecken Sie jeden Armen in einen Frack und ein Paar weiße Glacehandschuhe und lassen Sie ihn so die Runde machen, damit kein zarter Schönheitssinn fernerhin verletzt werde, das wird Ihnen noch nebenbei einen Namen in der Welt sichern."- Eine solche Auseinandersetzung hörte der Herr Vorsteher natürlich nicht zu Ende. Ec ergriff dann hastig seinen Hut, that beleidigt, rannte wie von einer Tarantel gestochen weg und ich hatte dann je nach der größeren oder geringeren Dosis Derbheit auf Monate oder Jahre hinaus Ruhe vor allen derartigen Zwiegesprächen. AJVZEIGEX. Für den folgenden Thcil ist die Redaktion nicht verantwortlich. In meinem Verlage erschien soeben: □»n rms "ido II. Theit, von Rabbiner Schwarz ttt Hü eben, bearbeitet und herausgegebcn von Dr. A. Sulzbach Vorliegendes Werk, welches eine iwnl>- hängige Fortsetzung be-3 sehr ge sä-atzten (im Bnchhandcl längst vergriffenen) mm mm desselben Versagers bildet, enthält eine 'Auswahl religiöser Vorträge für Sabbate und Feiertage in hebräischer «Sprache und ist den Herren Lehrern und Ehewra - Vorständen ganz besonders zu empfehlen. Preis Mk. 2. Frankfurt a. M. 1210) I. Kaufs,nann. Ein j. M., IS J. alt, im Bi s. des Bereehtigungs-ch. z. einj-freiw. Dienste s. e. Stelle in e. Getreideod. Bankge.sch., \v. Sabbat u. Feiert, geschl. 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