Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1881)
- Date
- 1881-04-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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405 darauf: erstens war es bei dem vorgeschrittenen Gesundheitsftande nicht möglich, daß die Wärterin den beobachtenden Blicken Arno's sich so entziehen konnte, daß einem plötzlichen Erkennen vorgebeugt werden konnte, das aber sollte noch vermieden werden, dann aber wäre für Hulda selbst das Schlimmste zu befürchten gewesen, wenn sie nicht sich selbst Erholung und Ruhe gegönnt hätte. Es kam ihr schwer an, das Werk nicht vollenden zu dürfen, das sie bisher so erfolgreich geführt hatte, aber sie mußte sich dem kategorischen Ausspruche Kohn's fügen, und nur der Gedanke, daß es zum Besten Arno's sei, wenn sie sich fügte, konnte ihr das Opfer erträglich machen. Auch Kohlt zog sich jetzt von dem Freunde zurück, da er noch nicht den Zeitpunkt für gekommen erachtete, daß er ohne Gefahr von ihm erkannt werden dürfte. Indessen hatte Hulda Muße, von Kohn Alles zu erfahren, was ihre Befürchtung, daß ihre heimliche Flucht Arno in seinem Mißtrauen gegen sie bestärkt haben könnte, zerstreute. Mit unumwundener Offenheit erzählte ihr Kohn, wie Arno sein Benehmen bereut, wie er ihre Unschuld erkannt, wie er sie um Verzeihung bitten wollte, und wie untröstlich er gewesen, daß ihre Abreise von Berlin seine schönsten Hoffnungen durchkreuzt hatte. Diese vertrauliche Offenheit veranlaßt auch Hulda, offen gegen den Freund ihres Arno zu sein; sie erzählte ihm, was sie von Berlin getrieben, und sie verstand es, diese heikle Angelegenheit mit solchem Takte, solch' weiblichem Zartgefühl zu behandeln, daß sie in der hohen Achtung, die Kohn für sie hegte, immer mehr stieg, und er zu ihr wie zu einem höheren Wesen hinaufschaute. Und doch hatte sie nicht Alles erzählt. Wie der verworfene Edgar, nachdem sie das gastliche Haus ihres Onkels verlassen mußte, sie wiederum in ihrer Ruhe aufgestört und sie in die Verzweiflung und an den Rand des Verderbens gebracht hatte, das hatte sie verschwiegen. Auf dem stillen Landsitze eines reichen Lords in der Nähe Londons hatte sie ein Heim und eine Thätigkeit gefunden, welche sie bald den Schmerz vergessen ließ, welche ihr die Trennung von ihren Verwandten im Heimathlande und die traurige Erfahrung, die sie gemacht, bereitet hatten. Sie war dort als Gouvernante der kleinen Kinder eingetreten und hatte nicht allein sich deren unbegrenzte Liebe erworben, sondern auch die der zwei erwachsenen Töchter, die sie nicht wie eine Gesellschafterin, sondern als Freundin betrachteten. So stoffen ihre Tage in fruchtbarer Thätigkeit und harmloser Heiterkeit hin, bis der Störenfried in der Person Edgars v. Botho dazwischentrat. (Fortsetzung folgt.) A9TZEIGE1V. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. AE" Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann, Buchhandlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7. -- fSSt) '(plnnsj Jtto usmvZzuirsahsF ursachah •? Sunim3<po£ •alisJfb obrstlK stoU SINK -gsnitz -ö3iq3G -KSvuvrk I ajnCpg) afpijmq - (jpjiißua - <pjijq?m>;i£ '(3SS11.ISI Stelle-Gesuch. Ein junger Mann (Israelit), welcher längere Zeit in einem Colonialwaaren-Geschäst thätig war und gute Zeugnisse besitzt, sucht Stelle als Volontär. Offerten sub 8.6572 a. bef. Haasenstein di Vogler, Karlsruhe. (1885 “It&O En gros et en cl6tail. "1^2 . Holland.-, Schweizeru. Lim- , v burger Käse offerire in bekannt. N! ® bester Qualität. g. *5 Das Delicatcssen-Magazin a M. E. Bloch Nachflgr., ft 1321) Hamburg. *! ClTftetnen werthen Kunden die ergebene Ml Mittheilung, daß I Leopold Fischer aus Prag nicht mehr in meinem Geschäft ist und ersuche keine Zahlungen an ihn zu legten, j M. Bundheim, in Firma : M. G. Bloch Nachflgr., 1315) Hamburg. Nohe nnd gebrannte Kaffees, als Mocca, Ceylon, Java rc., ff. Waare, offerire bei Abnahme von 10 Psd. franco unter Nachnahme verzollt von IM. 50 Pf. an. M. E. Bloch Nachflgr., 1314) Hamburg._ Owei silberne ttnip ’Vs, kunstvolle Arbeit •O sind preiswürdiq zu verkaufen. 1832)_M. Marcus, Zerbst. liLiin tüchtiger Cantor, Schächter, guter Kohre, der gleichzeitig den Kindern Religionsunterricht ertheilt, sucht seine Stellung zu verbessern. Offerten unter A. E. Nr. 1305 an die Expedition dieses Blattes zu senden.