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Der Israelit · 1881-04-13 · Heft 15-16 (13.4.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 15-16 (13.4.1881)
Date
1881-04-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Zweite Seilage;» tlr. 15 & 16 des Israelit. Leitender Ar 1 ikeI. Literarischer Bericht. 'dd by nnym ninn ,V'n bwno p “isd ,rmrn bv D'lon'kii D"v7.i ]D D’icdi iid ,mm:] JiaDi/lÖD ins pDDnD t>N\n n«o :ND"“in mUDjnB Preßburg war und ist noch immer der Ort, an welchem die rabbinische talmudische Literatur ihre besondere Pflege gefunden und noch findet; der Ort, an welchem seit undenklicher Zeit mit der äußersten Sorgfalt und Hingebung der Boden der hl. Gotteslehre bebaut geworden und noch wird; kurz, eine eminente Pflanzstätte der Thora. Der lebendige Hauch des Thora-Geistes, der die Glieder der dortigen Gemeinde belebt und erfaßt, reift oft die schönsten Früchte der Gelehrsamkeit und Wissenschaftlichkeit auf diesem Gebiete und bereichert die jüdische Literatur in erfreulichstem Maße. In unserer Zeit, in der man selbst bei der Bearbeitung des geistigen Bodens sich mehr von realen als idealen Gesichtspunkten leiten läßt, in der man deshalb für alle möglichen Wissenschaften sorgt und strebt, während man das hl. Gebiet pn'6n brach liegen läßt, ist aber eine solche Bereicherung des hl. Schriftthums, abgesehen davon, daß jedes Körnchen, das zum richtigen Verständnisse dunkler Stellen desselben führen kann, doch nur erwünscht sein kann — für den Freund seines Glaubens und seiner Lehre noch besonders erfreulich, weil es ihm die gewiß erhebende Thatsache zeigt, daß es G. L. noch Männer gibt, die sich mit erstaunlichem Fleiße und hingebender Ausdauer der Bearbeitung dieses so sehr vernachlässigten Gebietes hiugeben. Ein solch erfreuliches Merkmal bietet auch das Erscheinen der in der Ueberschrift genannten Schrift. Der Verf., ein junger Gelehrter von 24 Jahren, bietet durch dieselbe seine Erstlingsfrüchte auf halachischem und agadischem Gebiete der urtheilsfähigen Menge dar. Ist schon diese alleinige Thatsache geeignet, unser Interesse für die Schrift recht rege zu machen; so wächst dieses Interesse zum Erstaunen, wenn man Einblick in die Schrift selbst genommen und gewahrt, mit welch erstaunlichem Fleiße und unermüdlicher Ausdauer der junge Verf. in die dunklen Gänge des Talmuds einzudringen bestrebt war. So finden wir bald zu Anfänge der Schrift, folgende recht annehmbare Auseinandersetzung, die anzuführen wir uns nicht versagen können. Zu Berachoth (5 b.) erzählt nämlich der Talmud, Rabbi Jochanan habe das Unglück gehabt, daß ihm zehn Kinder gestorben wären, und daß er diese harten Schicksalsschläge, die ihn betroffen, den Leuten oft in der Art mitgetheilt, daß er ihnen ein Bein mit den Worten zeigte: tu 'x-ptpjn nd-d?h, welches nach der Erklärung Raschi's bedeute: „Dieses ist ein Bein meines zehnten (verstorbenen) Kindes!" Die Schwierigkeit, die sich dieser Erklärungsweise entgegenstellt, daß es nämlich schwer anzunehmen, R. Jochanan habe einen Todtenknochen, der doch jedenfalls jnon n£do ist, bei sich getragen, sucht Raschi mit dem Bemerken zu beseitigen; das Knochenstück sei keine miyp — dem vorgeschriebenen Maß für n**DiD — groß gewesen. Aruch und Raschbam (B. Bathra 116) hingegen nehmen an, es sei ein Zahn seines verstorbenen Kindes gewesen, der nicht unrein macht. Trotzdem bietet die Stelle noch manche Schwierigkeiten um so mehr, da man nach dieser Erklärungsweise noch -va in -o, welches doch eigentlich Sohn bedeutet, umsetzen muß. Der Vers, versucht daher folgende Erklärung: Die Mahlzeit, die den Leidtragenden nach der Bestattung ihres Todten von ihren Freunden zu reichen vorgeschrieben ist, wird im Talmud Babli nse-on itojjd, im Jerusch almi hingegen *v3 genannt (vrgl. Sam. II. 12, 17). Nach der Bestimmung des Talmud (Nedarim 56 a. vrgl. auch R. Josef Karo zu J.D. 378), soll bei dieser Mahlzeit sowohl Wein als Fleisch den Trauernden gereicht werden. Demnach meint der Vers, mag es der Fall gewesen sein, daß R. Jochanan sich einen Knochen von dem ihm gereichten Trauerniahle, zur Erinnerung an das Kind, dessen Tod es veranlaßt, aufbewahrte, den er später schwergeprüften Leuten als Trost mit den Worten zeigte: in "P3 ’ärwjn «Dia. „Dieses ist ein Knochen des zehnten Trauermahles (das ich genossen)." — Sehr schön ist auch die Erklärung, die der Verf. dem Ausrufe R. Josef's am Feste der Gesetzgebung (Peßachim 68 b.) gibt. Schon Pleßner, in in seinen Festpredigten (S. 156) versucht eine derartige, auf den Körperzustand des Rabbi's bezughabende Erklärung, die aber um so auffälliger, weil er den darauf folgenden Ausruf R. Schecheth, mit Beziehung auf sein verlorenes Augenlicht ihn thun

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