Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 9 (2.3.1881)
- Date
- 1881-03-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXII. Jahrgang. JUL 9. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judentum. Herausgegeben von Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 2. März 564L1 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mürdestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Tabbat. — Aus dem jüdischen Gemeindeleben. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Heufenselb. Vom Taunus. Teschen. — Oesterr. - Ungar. Monarchie: Budapest. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten nud Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Baden. Frankfurt a. M. Schlüchtern. Köln. Hamburg. Reustetün. — Dest.-Ung. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Die Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten rmd Correspondenzen: Deutschland: Aus Unlcrsranten. Schlüchtern. — Dest.-Ungar. Monarchie: P> sth. — Rumäiricn: Bukarest. — Italien: Nom.— Frankreich: Paris. Feuilleton: Aus dem Lagebuche eines Bezirks-Rabbiners. Leitende Artikel. Sabbat. VIII.; Mainz, den 24. Februar. i Während man an Wochentagen das Brod erst j anschneidet, ehe man die vorgeschriebene Beracha! spricht, hebt man am Sabbat beide Brode, während! sie noch ganz sind, in die Höhe, spricht die Beracha! und schneidet dann erst das Brod an, damit die Beracha sich über die beiden ganzen Brode erstrecke. Auch an Wochentagen soll man das Brod mit beiden Händen erfassen, da die zehn Finger eine Andeutung sind der zehn Gottesgebote, welche ihre Anwendung gesunden haben, ehe das Brod zum Genüsse bereitet ist. 1 Es heißt in der heiligen Schrift: rues« nny ’rs pö’sns, das Zeugniß Gottes ist wahrhaft, macht weise den Einfältigen Die Weisen int Midrasch bemerken hiezu, daß dieser Ausspruch des königlichen Sängers sich auf die erste Ordnung der sechs Ordnungen der mündlichen Lehre, auf die Lehre von den Saaten, beziehe. Derjenige ist einfältig, der da meint, daß das, was er besitzt und genießt, fein Eigenthum sei. Dem Ewigen gehört die Erde und was sie erfüllt. Er hat sie dem Menschen gegeben, aber Sein Eigenthumsrecht sich Vorbehalten. Daher weist jede einzelne Handtiernng bei Gewinnung des notwendigsten Lebensmittels, dcs Brodes, auf Gott, den Herrn und Eigentümer des Weltalls, hin, und nur Derjenige, der dies beachtet, ist wahrhaft weise. Das erste, was wir, um Brod zu erhalten, thun müssen, ist das Umpflügen des Feldes; schon hierbei tritt uns das Gottesgebot entgegen: „Du sollst nicht pflügen mit Ochs und Esel zusammen". Gott ist der Herr deines Feldes, du sollst es also bearbeiten, wie der wahrhafte Eigentümer desselben es dir vorschreibt. — Schreitest du nun zur Aussaat, so hast du das Gottesgebot zu beobachten: dein Feld sollst du nicht besäen mit verschiedenen Saaten. — Ist durch Gottes Gnade und Fürsorge die Frucht gewachsen und du schreitest dazu, das reise Korn zu schneiden, so sollst du bedenken, daß du auch Diejenigen zu ernähren hast, die sich selbst ihre Nahrung zu beschaffen nicht im Stande sind: die Armen, die Fremdlinge, die Wittwen, die Waisen. Sie blicken vertrauensvoll zu Gott empor, und Er macht dich zu Seinem Boten, um ihnen die notwendige Nahrung zu gewähren. Deßhalb sollst du die Ecke des Feldes ungemäht lassen, deßhalb sollst du nicht auflesen,