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Der Israelit · 1881-02-23 · Heft 8 (23.2.1881) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 8 (23.2.1881)
Date
1881-02-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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..gerechte Sache" eine „derartige Reklame nicht bedürfe." — Es erscheint mir eigenthümlich, am Schluß einer Reklame zu sagen: wir bedürfen derselben nicht — am merkwürdigsten aber ist, daß der „höchste Beamte des Reiches" zu solcher benützt wird! Lesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Dem achtunddreißigsten Jahresberichte des Vereines zur Beförderung der Handwerke unter den inländischer: Israeliten entnehmen wir: Mit Schluß des abgclausencn Jahres hatte der Verein 440 Zöglinge, eine bisher nie erreichte Zahl, die mehr denn alle Worte, ein sprechender, unwiderleglicher Beweis für die Zweckdienlichkeit und wohllbätige Wirksamkeit unseres Vereines ist. Wie manchem verlassenen, Knaben bat der Verein eine Existenz gegründet, ihn zum nützlichen Mitgliede der menschlichen (Gesellschaft gemacht, der ohne ihn verlonnnen, eine Bast derselben geworden wäre. Es vergeht kann: ein Jahr, ohne daß wir im Stande wären, ans ein neues Zengniß unserer Wirksamkeit , hinzuweisen, ohne daß cs unserer Hilfe Vorbehalten , war, eine Existenz zu begründen, die sich znm Nutzen, uns zur Ebre gereicht. Diese höbe Zahl unserer Zöglinge mußte jedoch selbstverständlich auch ans unsere Ausgaben Einfluß üben, während leider im abgelaufenen Jahre eine Abnahme der Jahresbeiträge zu verzeichnen ist. Die Einnahmen betrugen 9570 fl. Die Ausgaben 10258 fl. Das abgelauscue Jahr ergab somit einen Ausfall von st. 086, den wir aus der Reserve zu decken genörbigt waren, welche, abgesehen von den reservirten Eonrsgcwinnsten mit fl.D)887. 85, noch immerhin sl. 5793. 09 beträgt. Nichtsdestoweniger waren wir eifrig bestrebt, dem Vereine durch eine preiswürdigere Beschaffung unsrer Wäsche und Bekleidungsgegenstände eine Ersparung zuznfübren, während' die' bessere Qualität der Stoffe gleichzeitig dem Vereine wie unseren Zöglingen zu Gute kommen wird. Ebenso haben wir unseren Zöglingen, soweit deren Beschäftigung den (brauch zuließ, durch Betheilung mit zweckmäßigen j Blausen ein kleidsames und dabei sparsames neues! Kleidungsstück gegeben. i Wir glauben im nächsten Jahre schon den Ein-; nnß dieser Maßregeln zisserinäßig zum Ausdrucke! gelangen zu sehen, ebenso wie wir uns erlauben, die! Hoffnung ansznsprechen, daß der stets rege Mildthä-! ngkeitssinn unserer Vtitbürger einer Institution ihre i Unterstützung nicht versagen werde, die so woblthätig i und der Lcndenz unserer Zeit in so eminenter Weise ' entspricht. Schließlich möchten wir nur noch erwähnen, daß ’ die Zinsen der Sigmund von Wertheimstein- Stistung mit fl. 120. — wie alljährlich an 6 würdige und fleißige Gesellen vertheilt wurden, und daß aus den Mcist'erstiftuugeu, auf deren detaillirte Rachwci- , jung wir uns berufen, sl. 1310. — verwendet wurden. Eine Spende des Herrn A. M. Pollak; Ritter von Rudin wurde seinem Wunsche gemäß da- . zu verwendet, um s braven Zöglingen eine Spar- - kassa-Einlage von je!0 fl. zu machen. l Wien. Dem Jahresbericht des Vereines zur Unterstützung armer kranker Israeliten in Wien*' : (zweite Verwaltnngspcriode 1880) entnehmen wir: Mit vieler Befriedigung constatirt der gefertigte : Vereiusvorstaud in erster Linie die unter unseren Glaubensgenossen allerseits rege Thcilnahme und Qpfcrwilligkcit für diesen Verein nnd seine humane Tendenz so zwar, daß sieh befielt Mitgliederzahl int abgelanfeucu Jahre ansehnlich verwehrte und seine Einkünfte ans den ordentlichen Jahresbeiträgen um nahezu 1200 fl. - znnahmen, also fast verdoppelten, sowie auch die Einnahmen an freiwilligen Spenden der Bereinsmitgliedcr nnd ungenannt sein wollenden Wobltbäter, im Vergleiche zu den diesbezüglichen Revenüen im ersten Bereinsjahre, ein ansehnliches! Plus auswcisen. Wiewohl die Einnahmen des Vereines auf allen i Gebieten eine reichliche Erhöhung gegenüber dem : ersten Jahre seines Bestehens erfuhren, befindet sich der gefertigte Vereinsvorstand dennoch in der trau- - rißcix Lage, inclusive der erstjährigen Mehrausgabe - ein Gesammtdefizit vor: sl. 100t. <1 constatiren zu müssen: und eS hätte die Frage, weßhalb es die Eassa-Lcitnng nicht verstand zwischen Einnahmen und! Ausgaben des Vereines richtig Maß zu halten, ' scheinbar Berechtigung. i Doch ist hiebei zu bedenken, daß es im hiesigen! k. k. alkg. Krankenhanse soviel und so dringend der! Hilfe bedürftiges Elend unter unseren Glaubcnsgenassen gibt, daß wir Folien füttert könnten, wollten J wir cs versuchen, eingehend zu schildern, in welcher Form und wie häufig an unseren Verein die unabweisliche Pflicht herantritt, zu helfen. Oder wäre cs mit dem humanen Ziele unseres Vereines irgendwie vereinbar, wäre es nicht beschämend für uns, wenn wir solchen Glaubensgenossen unsere Hilfe entziehen wollten, welche krank und elend darniederliegcnd lieber zu Grunde gehen wollen, ehe sie nnritnell zubcrcitete Spitais-Kost genießen wollten? - Dies konnten wir bei aller Erwägung der sinanciellen Lage des Vereines nicht, und wir mußten gerechten, unabweislichcn Anforderungen entsprechen. So sehr die Mitglieder die Norhwendigkeit, die

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