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Der Israelit · 1881-02-16 · Heft 7 (16.2.1881) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 7 (16.2.1881)
Date
1881-02-16
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXII. Jahrgangs Zweite Leilage;u IIr 7 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, 14. Febr. In Bezug auf den von der „Wahrheit" uns fälschlich untergeschobenen Ausspruch haben wir uns um Auskunft an Herrn Rabbiner Dr. Philippson gewandt und denselben um Aufklärung ersucht. Herr Dr. Ph. schreibt uns: „Die betreffende Stelle ist theils aus dem Zusammenhang gerissen, theils ist zusammengeschmiedet, was nicht zu einander gehört und im Druck durch einen Absatz getrennt ist. Dies ist die Methode dieser Leute, die schließlich an ihrer Perfidie zu Grunde gehen werden." Bayreuth, 1. Februar. Im „Sammler," belletristische Beilage zur „Augsburger Abenzeitung," Rr. 13, sagt in seinen reizenden Reise-Skizzen aus Spanien, Herr von Berlepsch: „Unduldsamkeit ist. immer Grund zu nationalem Zerfall! Möchten es alle diejenigen beherzigen, die heute noch bestrebt sind, Hader und Zwist zu stiften blos ans Gründen konfessioneller Verschiedenheit!" Verehrliche Redaktion ist gewiß mit mir einverstanden, wenn diese herrliche, tolerante Bemerkung gerade jetzt auch in Ihrem geschätzten Blatte Veröffentlichung findet, und wir dem Herrn Verfasser hiermit unfern Dank hierfür aussprechen. Möchten die Worte eines edlen Mannes bei manchen Heißspornen Beherzigung finden und möchte aller konfessionelle Streit zum Wohle der Menschheit verschwinden! Dachauer. Jnowraelaw. (Hundertjähriges Jubiläum.) Am 6. d. M. feierte das hiesige Beth-Hamidrasch — Forschungshaus — das Fest seines hundertjährigen Bestehens. Um 4 Uhr Nachmittags fand zu Ehren dieses Tages im Beth Hamidrasch ein Festgottesdienst statt, bei welcher Gelegenheit Herr Rabbiner Kohn die Festrede hielt. Der zweistündige Vortrag — menn und nn\io — schloß mit einem Gebete'für Kaiser und Kaiserhaus, für die städtischen Behörden Jnowraclaws und für die Vorsteher unserer Gemeinde. Um 7 Uhr Abends versammelten sich die Mitglieder des Beth Hamidrasch-Vereins, deren Zahl 40 beträgt und die geladenen Gäste im : Hause des Herrn Heymauu Sprinz zu 'einem Fest-! essen. Bei diesem wurden mehrere Toaste ausgebracht, und zwar zunächst auf Se. Majestät den Kaiser, auf andere Persönlichkeiten, die zur Förderung dieses Institus Manches beigetragen haben, besonders auf den greisen Vorsteher desselben, Herrn Oppenheim, dessen Verdienste hervorgehoben wurden, wie er stets bemüht war die Interessen dieser Anstalt zu fördern und zu heben, wie es ihm gelungen ist den Vcreinsfond auf circa 6000 Thaler zu bringen. Während der Mahlzeit sind auch von auswärtigen Mitgliedern Glückwunsch - Telegramme eingegangen, die zur Kenntuißnahme der Festtheilnehmer gelangten. Diese Festlichkeit hat auf alle Theilnehmer den erhebendsten Eindruck gemacht. — Um das Beth Hamidrasch noch mehr in Flor zu bringen, hat der hiesige Syn.-Vorstand beschlossen, Herrn Dr. Kohn zu ersuchen, allsabbatlich - - Nachmittags — im Forschungshause Vorträge zu halten, was ohne Zweifel von günstigem Erfolge sein wird, denn schon jetzt melden sich neue Mitgleder, die sich dem Verein anschließen. — Dp)/’ enr» — cwn msi ps\ Louis Cohn, Lehrer. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 10. Febr. Die „Pol. Corresp." meldet aus Belgrad von heute: In der Skupschtina betonte der Ministerpäsident Pisotschanatz gegenüber dem Anträge Walterovics, die Juden von dem Richteramte auszuschließen, unter Beifall, die serbische Nation habe sich stets durch Toleranz ausgezeichnet und alle Bürger ohne Unterschied der Confession hätten stets ihre bürgerlichen Pflichten erfüllt. Budapest. Der Budapester isr. Handwerks¬ und Ackerbau-Verein hielt gestern unter dem Vorsitz des Dr. Armin Schönberg eine Ausschußsitzung ab, in welcher die Berichte der verschiedenen Sectionen verlesen und mit Befriedigung zur Kenntniß genommen wurden. Wir entnehnien denselben die 'folgenden Daten: Die Aufnahmssection meldet, daß sie von 28 Gesuchftellern 10 für das Handwerk und einen für die landwirthschaftliche Anstalt „Jftvüntelek" ausgenommen habe. Unter den Aufgenommenen befindet sich auch ein taubstummer Knabe, und hat sich die Direction des hiesigen isr. Landestaubstummeninftituts erbötig gemacht, demselben den Sonntags.

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