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Der Israelit · 1881-02-16 · Heft 7 (16.2.1881) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 7 (16.2.1881)
Date
1881-02-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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165 daß ihm nur noch zwei 500 Thalerscheine übrig blieben, er könne sich aber nicht allzusehr von Geld entblößen, da ihm erst in drei Wochen wieder Wechsel zugingen; so sehr er also auch gerade diesen schmuck gewünscht hätte, müßte er sich mit einem andern von bedeutend minderen Werth zufrieden geben, er werde also etwas zu dem ungefähren Preise von 150 Thalern aussuchcn. Der Juwelier, dem es leid that, auf das schöne Geschäft verzichten zu müssen, es aber auch nicht wagen konnte, dem fremden Käufer Credit anzubieten, sah Reicherssohn an; dieser jedoch hätte sich geschämt, seinem Grafen, auf den er so viele Hoffnungen setzte, nicht zu der Erfüllung seines Herzenswunsches zu verhelfen, meinte lächelnd: „Das braucht Ihnen keine Schmerzen zu machen, Herr Buntmann giebt Ihnen das Diadem, wenn Sie es auch erst in einigen Wochen zahlen; und wenn Sie fürchten, daß er- Ihnen nicht traut, — ha! ha! ha! — nun so wird ihm meine Garantie genügen." Buntmann athmcte tief auf und war gleich Meister der Situation. „Gewiß, gewiß!" stieß er hastig hervor, um schnell sein früheres Schweigen wieder gut zu machen, „nehmen Sie den Schmuck nur hin, cs hat ja gar keinen Anstand." „Aber ich bitte Sie, ich sollte etwas kaufen, ohne es gleich zu zahlen, das wäre das erste Mal in meinem Leben; nein, nein, daraus wird nichts! Suchen wir etwas Billigeres!" Daß der Händler in den Käufer desto eifriger drang, den Schmuck zu behalten, jemehr dieser sich weigerte, ihn zu nehmen, ist leicht begreiflich, bis endlich Herr Reicherssohn ganz beleidigt ironisch zu Herrn Buntmann sagte: „Lassen Sie es; der Herr ist ein Graf und findet es vielleicht noch gar für eine Verwegenheit, daß ein so schlichter Bürgersmann wie ich, ffir ihn gutsagen will." „Aber um Himmelswillen! inein lieber Herr Reicherssohn, Sie setzen mich ja in die peinlichste Verlegenheit. Sie wissen gar nicht, wie hoch ich Sie ehre und schätze, es könnte mir keinen größern Schmerz machen, als Sie zu beleidigen. Ich weiß wirklich nicht, was zu thun? Es ist einmal mein Prinzip, nichts zu borgen, und mit diesem Prinzipe zu brechen, kommt mir gar zu schwer an." „Ausflüchte! nichts als Ausflüchte! Nennen Sie es beim rechten Namen, es ist Stolz!" „Damit Sie sehen, wie Sie mich so mit Unrecht verdächtigen, will ich Ihnen zu Liebe heute etwas thun, was ich noch niemals gethan, ich behalte den Schmuck und stelle Sie als Eaventen." Wer war glücklicher als Reicherssohn, er ging scelenvergnügt nach Hause. Auf dem Flur begegnete ihm sein Neffe. „War der fremde Herr der Graf Noterskoff?" fragte dieser. „Gewiß, gewiß!" „Ich muß diesen Herrn schon irgendwo gesehen haben, ich glaube, daß ich ihn erkennen würde, wenn er keinen Bart trüge. Onkel, das ist kein Graf, nicht einmal ein Baron." „Ungläubiges Volk! Du scheinst von Deiner Tante angesteckt zu sein." Den Kopf unwillig schüttelnd, stieg er die Treppe zu seiner Etage hinauf. (Fortsetzung folgt.) ASTZEICrEIV. Für den folgenden Thcil ist die Redaction nicht verantwortlich. NE' Inseraten - Annahme für Frankfurt a. M. bei I. Kanffmann, Buck-Handlung; für Hamburg bei A. Goldschmidt, Buchhandlung, Kohlhöfen 35; für Cöln bei Leo Frank, Steinfeldergasse 7. - Grand Sestanrant anciennement rue de la Jussienno 9; actiiellement 5 rue Goeffroy-Marie 5. pres le faubourg Montinarte. Ls Boulevards la Bourse. Installation nouvelle et confortable, cuisine fran^aise et speeiale allemande. Salons ponr familles. < 2874 Le Für mt;er l'oineuu. Weisswaarengeschäft en yrus et en detail jucteu wir zu Cftern einen mit den uöchigen Lchulkenntmssen versehenen Lehrling. I. Wittmund & Cfo. 419) m Aliona bei Ha ubnrg.

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