Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1881)
- Date
- 1881-02-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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162 Pflicht eines jeden Israeliten, sich mit dem Studium der Thora zu beschäftigen. Als Text legte der Redner seinen! Vortrage den Vers aus der lautenden Sidra: D’cspn p cni crf? tbcd u. s. w. zu Grunde. Kopf an Kopf lauschte die dichtgedrängte Menge dem mehr als eine Stunde währenden gelst¬ und gemüthvollen Vortrage, und der Gindruck desselben war ein so mächtiger, das; nicht nur alle früheren Mitglieder des Vereins sich demselben sofort wieder anschlossen, sondern das; auch eine ganze Anzahl neuer Mitglieder demselben gewonnen wurde. Abends r"tr"c vereinigte ein Festessen im Hause des Herrn Rabbiners die 'Mitglieder des Vereins Emgeleitct wurde das Mahl durch einen ticidnrchdachten anryur SSortrag von Seiten des Herrn Rabbiners. In den Pansen bekamen wir von unserem Herrn Rabbiner zu wiederholten Malen gediegene Erklärungen über schlvierige Bibel- und Midraschstellen zu hören, so daß wir an diesen! Abend wirklich li?p und mm zusammen hatten. Nachdem noch die äußeren Verhältnisse des Vereins neu geordnet und die Herren Gabriel Hartmann und Man Lövi zu Vorstehern des Vereins gewählt wurden, trennten sich die Theilnehmcr höchst befriedigt um Mitternacht. Sie sehen, geehrter Herr Redacteur, daß ewig wahr bleibt, ui d Israel besitzt noch Männer, die für .1«-.', mm zu begeistern verstehen und Israel besitzt noch Herzen, die für mm nam empfänglich sind. Mögen sowohl diese wie auch jene sich mehren in Israel: rranva wrn cmoa. M. Fcibelsohn. Dresden, 1. Februar. Die hier anberanmte zweite Antisemitenversammlung hat sich als unmöglich erwiesen. Henrici sollte sprechen, aber die Gegner waren so massenhaft eingedrungen, daß der Vorsteher Pinnoff erklärte, die Versammlung finde nicht statt. Hierauf erhob sich Lärm wegen Rückzahlung des EntrHes; man rief: das ist Bauernfängerei. Die Polizei räumte das Lokal. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Angesichts des regen Interesses, welches sich für die Wiener Alliance' von allen Seiten in fortwährend gesteigertem Maße kundgibt, glaubte der Vorstand die Mitglieder und Freunde des Vereines nicht mehr, wie dies bisher geschah, ein volles Jahr ans Berichte über seine Thätigkeit warten lassen zu dürfen und hat daher beschlossen, vorläufig zwanglose, den jeweiligen Bedürfnissen entsprechende Mittheilungen auszügeben, welche den Theilnehmenden nach kürzeren Zwischenräumen, portofrei zugesendet, , einen Einblick in die Thätigkeit des Vereins ermöglichen sollen. Es bleibt den Mittheilungcn der Charakter einer Chronik des Geschehenen gewahrt, wie dies auch bei den von den Schwestervereinen in Paris und London ausgegebcnen Bulletins beobachtet wird. Der Zukunft bleibt es Vorbehalten, darüber zu entscheiden, ob die Mittheilungen zwanglos oder periodisch zu erscheinen haben sollen. Die uns vorliegende Nummer enthält Mittbeiluugcu über deren Thätigkeit nach Innen und Außen im Jahre 1880, namentlich über die von derselben gegründeten Lehranstalt zu Heranbildung von Religionslchreru, die bereits von 16 Hörern besucht wird. Herrn Eduard Glaser, Assistenten an der Sternwarte zu Wien, wurde im Wege des Eirculandums zu einer wissenschaftlichen Zwecken gewidmeten Reise durch das südliche Arabien eine Subvention von fl. 2f)0 bewilligt. Herr Glaser verpflichtete sich, die gegenwärt'gen Verhältnisse der Juden in Arabien zu studircn und Mittheilnngen über dieselben anher einzusenden. Wien. Denk 27. Bericht des allgem. öfterr. israelitischen Tanbstnmmen-Jnstitutes in Wien vom Jahre 1880 entnehmen wir folgende Daten: Diese Heimstätte der Gehörlosen ist den Letzteren ein Schutzhaus in eminenter Eigenschaft gewesen, was in erster Linie der durchaus befriedigende sanitäre Zustand der Anstalt bekundet. Nur die unermüdliche Sorgfalt, welche der physischen Pflege der Zöglinge zngewendet wird, konnte so schöne Erfolge für die Erhaltung der gesundheitlichen Verhältnisse, wie sie hier obwalten, erzielen. Es bedarf wohl keiner ausdrücklichen Erwähnung, daß die Unterrichtsresuliate, welche dem Institute seinen allgemeinen Ruf begründeten, auch in dem abgelausenen Zeiträume vollkommen sich bewährten und es lieferte die am 9. Mai C I. abgehaltene öffentliche Prüfung den Beweis von dem Fortschritte der Taubstummen - Didaktik in unserer Anstalt. Ueber Veranlassung der ungarischen Negierung sind von den aus dem ungarischen Schulfonde an unserer Anstalt gegründeten 20 Stistungsplätzen zwei derselben heuer auf das in Pest bestehende Taubstummen - Institut übertragen worden. Am Schluffe des Schuljahres 1879—1880 befanden sich im Institute 106 Zöglinge, und zwar 66 Knaben und 40 Mädchen. Von diesen Zöglingen kamen aus dem Jnlande 96, aus dem Auslande 10. Von den im Institute befindlichen 106 Zöglingen sind taubstumm geboren (darunter aus Verwandtschaftsehen 41 männliche, 7 weibliche, zus. 18 Kinder) 73 Kinder. Taubstumm geworden durch Scharlach 10, Fraisen 8, Masern 1, Gehirnentzündung 3, Typhus 6, Sturz 5.