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Der Israelit · 1881-02-16 · Heft 7 (16.2.1881) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 7 (16.2.1881)
Date
1881-02-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXII. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von »r. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 16. Februar 5641 (1881). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Dogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Utati abonnirt ganzjährig, halbjährig ober vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 21 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Sabbat. — Zur Rabbinerbildungssrage. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Osseirbach. München. Bamberg. Nürnberg. Würzburg. Hohebach. Witten a. d. Ruhr. — Oest.-Nngar. 'Monarchie: Wien. Prag. Feuilleton: Akrba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Laudenbach. Berlin. Breslau. Schildberg. Dresden. — Oest.s Ungar. Monarchie: Wien. Wien. Wien. Kunhegyes.— Amerika: New- Orleans. — Feuilleton: Die Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Bayreuth. Jnowraclarv. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Budapest. Budapest. Budapest. — Feuilleton: Aus dem Lagebuche eines Bezirksrabbiners. Leitende Artikel. Sabbat. VI. Mainz, den 9. Februar. Wenn Jemand das Glück hat, aus niederem Stande emporgehoben zu werden, zu Ansehen, Würde und Wohlstand zu gelangen, so öffnet sich sein Herz in Wohlwollen für die ganze Menschheit; oder wenn Jemand ein Mädchen liebt, von dessen Vollkommenheit er überzeugt ist, zu dem er kaum die Augen zu erheben wagt, und plötzlich wird ihm die Gewißheit, daß seine Liebe Gegenliebe findet, daß er das Ziel seiner geheimen Wünsche zu erreichen vermag, dann wird ihm das Herz so weit, und er möchte die ganze Menschheit an'dieses beglückte Herz schließen. Solche Gefühle der Wonne, der Freude, des Glücks müssen unsre Herzen beseligen, wenn wir das erhabene Geschenk der Sabbatfeier recht zu würdigen verstehen. Aus dem Werktagsleben der Mühe, der Sorge, der Last und des Kummers sind wir plötzlich emporgehoben. Königen gleich dürfen wir ruhen und feiern und alle Sorgen und Kümmernisse hinter uns lassen. Selbst Trailer und Leid verschwinden vor der gottgebotenen Sabbatfreude, und der Quell der Thränen hört aus zu fließen. Das gebeugte Gemüth j richtet sich auf in dem Gedanken, daß es der heilige Tag des Herrn ist, den Er zu Freude und Lust bestinnnt hat. Zu hoher Würde sind wir emporgehoben, Zeugniß abzulegen für die Schöpfung des Weltalls durch den allmächtigen Gott. Ihm gehören wir an dadurch, daß unsre Hände ruhen von der gewöhnten Arbeit, daß unsre Füße nicht wandeln auf den Wegen geschäftlichen Verkehrs, daß unser Mund nicht redet von den Dingen, durch die wir im Alltagsleben unfern Unterhalt erwerben. So soll die Freude einziehen und Friede und Ruhe in jegliches Herz; so begrüßt denn ein Jeder den Andern nach dem Schluffe des Gottesdienstes am Freitagabende und wünscht einen guten Sabbat. Unsre Herzen erglühen in Liebe für unsre Mitmenschen, die ja alle sind unsres Gottes Kinder, und dieses Wohlwollen soll sich auch in unserm Benehmen und Reden zeigen. Es ist zu jeder Zeit eine große Sünde, sich vom Zorne hinreißen zu lassen. Unsre Weisen lehren uns, daß der Zorn eine Art Götzendienst ist, da der Zürnende der Leidenschaft in seinem eignen Innern gleich einem Götzen huldigt, und sich dadurch zu Thaten Hinreißen läßt, welche die Vernunft und die ruhige Ueberlegung verurtheilen. Daher

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