Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 22 (1881)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1881)
- Date
- 1881-02-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXII. Jahrgang. M «. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von J*i\ Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 9. Februar 5641 (1881). Diese Zeitung erscheint rvöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum. — Österreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 sl. öfterr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Sabbat. — Die Schule des Leids. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. — England: London. — Feuilleton: Akiba. Inhalt der ersten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deurschland: Mainz. Aus Rheinhessen, Nürnberg. Berlin. Breslau. Minden. Limburg, Frankfurt a. M. — Schweiz. — Palästina: Jerusalem. Feuilleton: Tie Jugendfreunde. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. — Oest.-Ung. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Aus dem Lagebuche eines Bezirksrabbiners. Leitende Artikel. Saöbal. v. Mainz, den 2. Februar. Der Sabbat beginnt. Segnend hält die Hausfrau die Hände über die angezündeten Lichter und preist Gott dafür, daß er uns geheiligt hat durch feine Gebote und uns befohlen hat, die Sabbatlichter anzuzünden. Unterdeß haben sich die männlichen Mitglieder der Familie in die Synagoge begeben, wo, nach Verrichtung des Minchagebets, die Psalmen Davids, ru^.} vbf den Beginn des Sabbats einleiten. In Jubeltönen sprechen wir es hier aus, daß der allmächtige Gott, in dessen Hand die Grenzen der Erde und die Spitzen der Berge sind, der da das Meer geschaffen und das trockene Land gebildet, uns erwählt hat zu seinem Volke, daß Er uns weidet, schützt und hütet, wenn wir nur unser Herz nicht verhärten, und Seiner Stimme gehorchen. Wir erfahren von Tag zu Tag Seine Hilfe; Er ist der Herr aller Naturkräfte; von Ihm ist das Licht gesäet worden für den Frommen und Freude für den Redlichen. Einst wird Ihm die ganze Welt entgegenjauchzen, wenn Er kömmt, das Weltall zu richten mit Milde und die Nationen in Billigkeit. Seine besondere Liebe aber hat Er uns bewiesen, indem Er uns Führer und Lehrer sandte, wie kein anderes Volk sie besessen. — Und dann wird noch außer der bisherigen Reihe ein anderer Psalm citirt, in welchem die Allgewalt und Majestät des Weltenschöpfers uns vorgeführt wird und welcher mit der beglückenden Versicherung schließt, daß Gott durch Seine Thora uns der Vervollkommnung und Glückseligkeit entgegensührt. Und nun ertönt das wundervolle Sabbatlied, mm rob, welches uns auffordert, den Sabbat so zu empfangen, wie der liebende Bräutigam der holden Braut entgegenzieht. — Dieses Sabbatlied ist zwar erst ungefähr dreihundert Jahre alt; aber der Gedanke, der demselben zu Grunde liegt, ist bedeutend älter. Schon im Talmud wird uns erzählt, daß die Weisen den Sabbat mit den Worten: nba wa, „Komm, o Braut, komm o Braut!" begrüßten. Gar wundervoll und das Gemüth tief ergreifend ist der Zug der Wehmuth, welcher sich durch die Jubelhymne hindurchzieht. Da wird der Stadt des großen Königs gedacht, die ihre Herrlichkeit verloren; sie wird aufgefordert, sich aus dem Staube zu erheben, da die Zeit nahet, in welcher Gott wieder sich Seines Volkes