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Der Israelit · 1881-02-02 · Heft 5 (2.2.1881) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
22 (1881)
Issue
Heft 5 (2.2.1881)
Date
1881-02-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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d 20 Deßhalb schloß ich meine mp* - Predigt j mit dem Hinweis, freiwillig in 'das lCK -\ohv eini zustimmen, weil diese Schlußworte schon eine solche! Fülle von Segen andeuten, daß es einer Mahnung; Zum Amen gar nicht bedürfe, daß ein solches Gebet! nur begriffen, nur beherzigt zu werden brauche, um j jedem Beter das Herz zu erheben und feine trendige j Begeisterung in die Worte zu kleiden, ick -ionj-. j Anderthalb Stunden hatte das rpus o-p’- j Plaidoyer gewährtder Herr Vorsteher meinte, ich! hätte zwar ganz schön aber doch mehr zum Geist! als zum Gemüth gesprochen. Bei den Predigten des i seligen Herrn Bezirksrabbiners sei kein Auge trocken z geblieben, während eine Rührung meine Predigt nicht! gerade zur Folge gehabt habe. Dagegen sei die - schroffe Form, mit der ich meinen Standpunkt verj trete, nicht geeignet, jeden Zuhörer sympathisch zu j berühren. j An diesen Bemänglungen merkte ich sofort, daß! mein Wort doch nicht ganz erfolglos geblieben sei. Rühren konnte und sollte das den Herrn Vorsteher! nicht, was ich auf dem Herzen hatte. Aber seine j Prinzipien, Standpunkte, Anschauungen wurden wohl mehr als gerührt, wurden gerüttelt und geschüttelt i und hatten so viele Breschen während des I Vsstünj digen Bombardements erhalten, daß dem Hru. Vor- * steher eine andächtige Rührung allerdings viel lieber! gewesen wäre. "! Wenn aber eine Predigt ohne Rührung einmal nicht coursfähig sein soll, so mag es füglich noch gestattet sein, zu bemerken, daß ihr auch dieser Erfolg nicht gefehlt hat; allerdings vielleicht nur in einereinzigen Brust, in der des Herrn Waldberg. Mit jugendlicher Begeisterung ergriff mir nach der Synagoge der hochbetagte Greis beide Hände, kaum im Stande, seine Aufregung zu bemeistern. „Sie wissen nicht, was Sie mir heute gethan haben; Sie wissen , nicht, was esj heißt^ fast 80 Jahre das jüdische Ideal treu im Herzen zu tragen, während es von der ganzen Umgebung verlacht und verhöhnt wird, für die rrrn und ihre Verehrung all den Hohn und Spott hinzunehmen, den ich schon hier ein halbes Menschenleben ertrage, weil ich nicht mit der großen Masse gehe und leichtsinnig das alte Vätererbe verlasse. Sie wissen nicht, welchen Kampf es mich gekostet hat, unter all den Klugen als der einzige Thor zu gelten, und wie ich vielleicht kampfesmüde längst die Widerstandskraft eingebüßt hätte, wenn nicht der Gedanke an meinen großen Lehrer, an Rabbi Herz Scheuer meine Zuflucht gewesen wäre. Und weil Sie das nicht wissen, und so Gott will, auch nie erfahren sollen, deßhalb ahnen Sie nicht den ganz unaussprechlichen Eindruck, den es auf mich gemacht hat, als ich unser altes, verkanntes und deßhalb verachtetes Judenthum wieder von einer jungen Kraft, getragen von der Macht der Ueberzeuguug in deutscher Sprache und zeitgeiuäßer Form, vertheidigen hörte. Sie haben mich gerechtfertigt all' den kurzsichtigen Thoren gegenüber, w lche die Ideale meines Lebens verlachten; dieses Gelächter hat Ihre Rede für alle Zeit zum Schweigen gebracht. Von heute ab lache ich meine bisherigen Lacher ans, und das verdanke ich Ihnen. Mir? erwiderte ich ergriffen. Der \ptc crpist die richtige Adresse für Ihren Dank. Also gut, tier;p^e o-p*; seien Sie überzeugt , er zieht wieder in unsere Synagoge ein, und mit ihm noch manches andere,;cx -oyi, wir werden wieder;cvx sagen; .verlassen Sie sich daraus. AWZEIC}E9i. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. (G i n g e f and t.) Privatschulen betreffend. Unter den vielen hiesigen Privatanstalten ist gewiß auch die von Frau Schloß in Main; geleitete israel. höhere Töchterschule, deren Ziel und Streben dahin gerichtet ist, den Mädchen eine gute, gediegene Vorbereitung sür's spätere Leben zu geben, besonders erwähnenswerrh. Wie sehr diese Anstalt, die erst im vorigen Jahre mit einer kleinen, unbedeutenden Tchülerzahl in's Leben trat, den Eltern israel. Eonsession erwünscht und willkommen ist, beweist d'e stets zunehmende Zahl der Schülerinnen und zwar von Nah und Fern. Unsere, auf zahlreiche Empfehlungen sich gründenden günstigen Erwartungen hinsichtlich der Leistungen in dieser Anstalt haben sich zu unsrer vollsten Zufriedenheit erfüllt. 'Abgesehen von dem eigentllchen Unterrichte, den die Vorsteherin unter Mitwirkung tüchtiger Fachmänner ertheilt, ist besonders noch die liebevolle und gewinnende Art, wie Frau schloß mit der Jugend umzugehen weiß, rühmend hervorzui heben. Die betr. Eltern, insbesondere auch von auswärtigen Gemeinden, machen wir; auf die Anstalt besonders aufmerksam. C£ihm-in Manusactur- und Prodüe! O ten-Geschäft « am Sabbat und an! Feiertagen geschlossen) suche ich;um alsbaldigen Eintritt einen tüchtigen Commis,; der auch zeitweise Landkundschaft zu besncheir j hat, sowie einen Lehrling mit guten; Schulkenntnissen. I. S. Rosenbaum, 384) Grebenstein. fKuie in sehr gutem Zustande benndv!' liche Einrichtung einer kleinen Synagoge, bestehend in: 2 Siphrc Thora (fast neu), l Oranil hakodosch, 1 Almemor, etwa 60 Betstühlen re. re., sowie die Einrichiung einer kleinen Lehranstalt, bestehend in diversen Subsellien rc. zu verkaufen. I Neflectanten sind gebeten, ihre Adresse! bei der Exped. d. Bl. unter Nr. 382 nie- > derzulegen. j Selbständige religiöse Köchm für kleine l Haushaltung zum sofortigen Eintritt ge- | sucht. Phil. Ad. Horn I 388) in Eöln a. Nh.

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