Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1879)
- Date
- 1879-12-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XX Jahrgang. M S« Der Israelit. Central- Organ für das orthodoxe Judenthum. HerauSgegeben von Dr, Lehman« in Mainz. Mittwoch, den 10. Dezember 5640 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwoch«, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgang« 1v Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreich! sche Banknoten laut Eours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitende Artikel: Zum Chanuka-Feste. — Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Mainz. Mainz. Aus dem Elsaß. — Bosnien: Serajewo. — Frankreich: Paris. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Andakt der ersten Aeikage: Leitender Artikel: ..Unsere Aussichten." Zeitungsnachrichten und Corresvondenzen: Deutschland: Aus Württemberg. Orb. — Rumänien: Bukarest. Bukarest. — England : London. London. — Feuilleton: Der neue Oberamtmann. ZnHatt der zweite« Aetkage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Oesterr. - Ungar. Monarchie: Eisenstadt. Leitende Artikel. Aum Hhanulia-Ieste. m. Mainz, den 3. December. Wir befinden uns gegenwärtig in ähnlichen Verhältnissen wie unsere Vorfahren zur Zeit der griechischen Invasion. Bis zum Beginne der Neuzeit, bis zu der großen französischen Revolution von 1789 waren unsere Voreltern, trotz der Zerstreuung, von der Gemeinsamkeit mit den Nationen abgeschlossen. Seit jener großen Zeitepoche hat der Kamps deS griechischen Geistes mit dem jüdischen auf's Neue begonnen. Viele unserer Brüder und Schwestern sind unterlegen und haben dem Gotte Israels und seinen heiligen Geboten den Rücken gewandt, sind geworden in Speis und Trank, in den häuslichen wie in den ehelichen Verhältnissen wie die uns umgebenden Völker. Der Sabbat ist aus vielen Häusern verschwunden; da- EWsss für wird der Sonntag gerade so gefeiert wie ihn die Nichtjuden feiern. Die Chanukah - Lichtlein werden nicht mehr angezündet; dafür wird ein W ihnachtsbaum hergerichiet zum Hohne und zum Spotte auf den jüdischen Glauben. Kann es etwas Charakterloseres geben, als die Herrichtung eines WeihrachtSbaumes in einem jüdischen Hause? Auch die Nichtjuden spotten darüber und finden eS im höchsten Grade unangemessen. — Selbst die Beschneidung wird in manchen jüdischen Häusern nicht mehr vollzogen. Die Sittenreinheit und Sittenstrenge, welche ehemals Juda auszeichnete von allen Völkern der Erde — sie sind vielfach verschwunden. Die jüdischen Jünglinge und Männer, welche den Sabbat entweihen und ohne Skrupel verbotene Speisen genießen, sind auch in sittlicher Beziehung ebenso geworden, wie die Söhne der Völker. — Die Kinder wachsen vielfach heran, ohne daß sie von der jüdischen Religion auch nur das Geringste erfahren, und wenn oaS „RischuS" nicht wäre — sie würden nicht einmal erfahren, daß sie Juden sind. So sorgen wenigstens die Nichtjuden dafür, daß