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Der Israelit · 1879-12-03 · Heft 49 (3.12.1879) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 49 (3.12.1879)
Date
1879-12-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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ttat. jeder XX Jahrgang. Zweite Geilage;« Ar. 49 -cs Israelit. ngen. G491 n. I die Reli« rrden. freier minunter Refeember fd496 9. inde. Jahr, ligt ü roden nicht in an nöger gegen vollen A.. TV n Be Lhren oelche . un lle al Haus mg i tzelne gt di & / L eilendev Artikel. Zur Künftigen Wabbiner-Waht in Würzburg. Wenn überhaupt jede Neubesetzung einer Rabbineislelle von großer Bedeutung ist, so dürfte die Wahl eines' Rabbiners für Würzburg insbesondere von so großer Tragweite sein, daß es jetzt schon angezeigt erscheint, diese hochwichtige Angelegenheit näher zu beleuchten, damit es den Wühlern klar werde, welche wichtige Entscheidung in ihre Hände gelegt ist. — Die größte Lehrerin der Menschen ist die Erfahrung; diese soll uns als Wegweiser dienen, um von der Vergangenheit Schlüsse für die Zukunft zu bilden. Bor Allem betrachten wir die vorige Rabbinerwahl im Jahre 1840. — Diese war zu einer Zeit, da die Wog n der Neologie hoch gingen, da man noch in dem Wahne d.fangen war, daß nur d'.e neologe Rrch tung rm Jubenthume Die Emancipation ermöglichen könnte. — Damals war die Bezeichnung „orthodox" noch gleichsam ein Schimpfname, indem man darunter den Finsterling, Fanatiker und schroffen Menschen verstanden haben wollte. — Es war ein kühner Gedanke meines unvergeßlichen sei. Vaters, des rühmlichsl bekannten H rrn Mendel Rosen bäum von Zell, gerade nach Würzbu'g, einer Universitätsstadt, einen Orthodoxen von unzwe feihaftcr Farbe als Rabbiner in Vorschlag zu bringen; denn U in Mensch wollie an die Ausführbarkeit dieses Vorhabens glauben. — Nach der damaligen Gesetzgebung konnte nur ein Rabbiner Anstellung erhoffen, welcher Gymnasial- und Universuäts Slu ien gemacht hatte. Der jel. Rabbiner. Herr Bambcrger, hatte zwar sehr fleißig fludirt, jedoch nur hauptsächlich in jüdisch-theologischen Wtssenichaften, worin er die erstaunlichsten Fortschritte machte, dachte aber nie daran, Rabbiner za weiden, sondern gründete sich in Wiesenbronn ein kleines Lpezereigeschäft und verlegte sich hauptsächlich darauf junge Leute in's Thorastudium einzufühlen. Diese kleine rü'tfc" trug reife Früchte. — Der Oberrabbiner. Herr Stern in Hamburg, Herr Fromm, vormals Rabbiner zu Bad-Homburg, jetzt in Frankfurt a. M. und noch mehrere hervorragende Persönlichkeiten, verdanken ihr die Grundlage ihres umfassenden Wissens. — Da auch mein Bruder jene rü'£" besuchte, so hatte mein sel. Vater Gelegenheit, die seltenen Eigenschaften jenes großen Lehrers zu erkennen, was ihn veranlaßte mit allen erlaubten Mitteln dabin zu arbeiten, daß Bamberger s. A. als Rabbiner nach Würzburg berufen werde — Es war dieses eine Riesenarbeit, die mein sel. Vater nur im Vertrauen auf den Allmächtigen uuternebmen konnte. — Es ist hier nicht der Ort, die einzeln Kämpfe aufzuzählen, und. will ich nur kurz bemerken, daß nach Ljähriger rastloser Arbeit, die gesetzliche Zulassung zur Wahl von Allerhöchsten Stelle ausgesprochen wurde. — Nun ging von neologer Seite der Sturm los. — Alle möglichen Schmähartikst wurden gegen den Krämer Bamberger und den Nagelschmied Nolenbaum (mein Vater war nämlich Inhaber einer Nägelfabrik) in den öffentlichen Blatte.n losgelassen; die ordinärsten, anonymen Drohbriefe an Herrn Bamberger mi^> meinen Va'cr abgeschickt. — Man beschwor die Wähler, umsomehr von einer solchen Wahl abzusteh n, da ein solcher Mann als Rabbiner in Würzburg, nur dazu beitrag n konnte, das Zudenthum in Mißkredit zu bringen und bei den christlichen Mitbürgern herabzuwürdigen. — Bei dem gesunden Sinn der Wühler, die von der reinen Absicht meines sel. Vaters durchdrungen waren, konnte all dieser Lärm kein Resultat erzielen. — Die Wühler. die perfoolid) erscheinen mußten, scheuten k. in? E nr f e < n u n g , noch Mühe oder Opfer, obzwar die Wahl in einem Wintermonat abuehalten wurde, und Herr Bamberger wurde mit <301 Stimmen erwah t. während von seinen Mitbewerbern die größte Stimmenzahl sich nur auf 80 bezifferte. Nun waren die Neologen außer sich und nachdem ihre Beschwerde zur Allerhöchsten Stelle verworfen wurde, trösteten sie sich damit, daß bald die Orthodoxen selbst cinsehen würden, welchen Mißgriff sie gethan hätten, denn der neuerwählte Rabbiner könnte unmö stich in Würzdurg am Sitz der Regierung und Universität, als Rabbiner ehrenhaft bestehen. — Jrtzt wollen wir nun die Erfahrung sprechen lassen. — Herr Rabbiner Bamberger hat so recht

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