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Der Israelit · 1879-11-26 · Heft 48 (26.11.1879) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 48 (26.11.1879)
Date
1879-11-26
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1286 wie viele Wunden heilte er auf diese Weife! Jahre lang war er Vorstand der dhdh riv'vz muri und der O’pj man dahier, in welchem Amte er die größte Ordnung und Pünktlichkeit, deck regsten Eifer und die größte Vorsicht und Schonung bei .-ip-irr.i pi^n bewährte. Hart wird auch hier sein Verlust empfunden und schwer die Lücke wieder auszufüllen sein. So betrauert die verehrte Familie in dem Hingeschiedenen ein vielgeliebtes hingebendes Mitglied, die Gemeinde einen thätigen für ihr Wohl eifrigst bemühten Mitbürger, das Judenthum einen aufrichtigen Anhänger, die Hilfsbedürftigen aber einen Vater, einen trost- und hilsespendenden Bruder. Diese Gesinnung fand auch in dem zahlreichen Geleite des theuren Hingeschiedenen, noch mehr aber in der wegen der stürmischen Witterung zwar nur kurzen aber sehr treffenden Ansprache am Grabe durch unfern verehrten Herrn Rabbinats-Verweser den würdigsten Ausdruck. Möge der Allgütige der trauernden Wittwe und der Familie Trost gewähren, der Gemeinde und dem Judenthum aber Ersatz erstehen lassen; möge das jüngere Geschlecht sich an so edlen Beispielen ermannen, daß mit der Person nicht auch der Sinn für das Gute und Höhere zu Grabe getragen werde, daß sich vielmehr dieses in dem Gedanken an die uns Entrissenen bilde und kräftige und an ihren edlen Werken tapfer fortbaue. So hat der Fromme, der Edle nicht für sich, nicht für seine Zeit nur gelebt, sondern für alle Zeiten p'iu nw D'ny "oib und sein Lohn wird ein sich stets verstärkender sein! lnDtjoi “102:1 mnuD #,nn i'ovo -tpzoi 'n CJ/U2 nun1? t. Berlin Seit Wochen, seit etwa anderthalb Monaten schon sind uns von vielen Seiten Anfragen zu,,egangen, warum wir von einem Vorfall nicht Notiz genommen hätten, der zur Zeit in den nächstbelheiligten Kreisen sehr viel böses Blut erregt hat und der in weiteren Kreisin mit großer Erbitterung besprochen worden ist. Es handelt sich bei dem Vorfaä um eine über alle Maßen tactlose Aeußerung des Herrn Rudolph H'rtzog, des Inhabers jener bekannten Manufaciurwaaren-Firma in der Breitenstraße. Bei einer Hochzeit im Hause seines Schwagers war Herr Hertzog. als der sehr bekannte SanitätSrath H, der Hausarzt jener Familie, einen Toast auf das Brautpaar ausbrachte, aufgesprungen und hat gerufen: „Wie kann der verf. Jude mir einen Toast wegnehmen" . . . Jener Sanitätsrath hatte die Gesellschaft verlassen und von seinem Schwager, in dessen Hause sich der Vorfall ereignet hatte, war sofort Herrn Hertzog ein für allemal das HauS verboten worden. Der Vorfall wurde deshalb mit einer gewissen Erbitterung besprochen, weil man längst wußte, daß die hier in Frage stehende Persönlichkeit bei jeder Gelegenheit einen geradezu frenetischen Judenhaß zur Schau trägt. Wenn wir nun von dem Vorgang trotz der nach vielen Hunderten zählenden, persönlichen, privaten, anonymen und schriftlichen Anregungen keine Notiz nahmen, so geschah dies eben, weil der Vorgang sich in einer Privat-Gesellschaft abgespielt hatte, mithin im Grunde die Oesfentlichkeit nicht tangirte. In der letzten Zeit aber ist der Vorfall mit einigen untergeordneten Unrichtigkeiten in einem Local-Blatte dargestellt worden und deshalb halten wir uns zum Schweigen nicht mehr verpflichtet. Wenn man aber hier und da behauptet hat, Herr Hertzog habe denjenigen Zeitungen, welche seine Seiten großen Inserate veröffentlichen. mit der Entziehung jener Insertionen gedroht, wenn dieselben von jenem Vorfall Notiz nähmen, — so halten wir das für eine Verläumdung; nicht sowohl des Herrn Hertzog — ein derartiges Vorgehen würde uns auf jener Seite nicht wundern — wohl aber für eine Verläumdung der betreffenden Zeitungen, die ohne Frage einer derartigen Erklärung des Herrn Hertzog gegenübr, diesem nmsammt seinen Jnsertionsaufträgen die Thüre gewiesen haben würden. (Berlmer Börsen-Courier) Frankfurt n. M., 20. Nov. Es hat heute eine seltene Feier dahier stattgefunden und zwar die des ersten Spatenstiches für den Schulhaus- Bau der Religioasgesellschaft. Aus früheren Mittheilungen dürfte noch erinnerlich sein, daß für diesen Bau der Freiherr Wilhelm Carl v. Rothschild den Betrag von M. 300,< »00 gewidmet hat. Der schr günstig gelegene, geräumige Bauplatz war von der Reli ionsgesellschaft für die Summe von M. 115000 erkauft und von Seiten der Mitglieder ca. M. 35<00 hierm beigesteuert worden. Vor Kurzem ist nun der Bau auf dem Submissionswege einem Unternehmer für die Pauschalsumme von M. 324000 übertragen worden. Dieser Betrag erscheint nicht so hoch, wenn man bedenkt , daß die Schule 23 große Schulzimmer, gröstentheils von 4 Fenstern, 3 große Säle, verschiedene Bibliothek-, Verwaltungs . Conferenz-, Direktorial- und Lehrer'Zimmer, physikalische und chemische Cabinete, Wohnung für den Direktor und den Pedellen enthält und daß eine große Turnhalle mit derselben verbunden ist. Man hatte sich gesagt, daß nirgends für eine so wahrhaft religiöse Bestimmung ein so großartiges Gebäude wie das projektirte, existire und daß der Beginn der Ausführung desselben allerdings gefeiert zu

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