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Der Israelit · 1879-11-26 · Heft 48 (26.11.1879) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 48 (26.11.1879)
Date
1879-11-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1279 er, >en )ie zu sie ist, ^rt rch rch ze bie ertyc len leg;en len au die ert erin rer nn nt- )en >en die ellt a*« i i Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Prag, 16. Nov. Der Winter ist, wie allgemein bekannt, der Geselligkeit förderlicher, als die schöne Jahreszeit. Diese alte Regel bewährt sich wohl auch bezüglich des Gemeinde- und des Vereinslebens, welches im Winter besser gedeiht und rascher pulsirt als im Lommer. Während z. B. im Laufe des Sommers nur selten eine Sitzung der Cultusgemeinde-Repräsentanz zu Stande kommt, da die nöthige Anz.chl zur Beschlußfähigkeit schwer zusammen zu bringen ist, so ist den Wintermonaten jede Sitzung von den Repräsentanten fast vollzählig besucht. Gegenwärtig sind die Herren beschäftigt, alle nöthigen Schritte vorzubereiten, um den neugewählten Oberrabbiner die hochortige Bestätigung zu verschaffen, damit derselbe sein Amt antreten kann.! Schriften den Zerfall des jüdischen Lebens und! die Vernachlässigung der Ceremonialgesetze verschuldete und daß seine Schüler nur konsequent j vorgingen, wenn sie die destruktiven Anschauuugen in die Praxis einführten und sich nach und nach 1 vom Judenthume ganz losschälten; wie dies von! Friedlander, Henriette Herz und von Mendelsohn's Tochter Dorothea wohl bekannt ist. Redner verwahrte sich dagegen, die äußere Frömmigkeit und Anhänglichkeit Mendelsohns an das Judenthum etwa antasten zu wollen, glaubte je'och ganz objectiv bei Betrachtung seines Themas vorzugehen und mit den gewonnenen Resultaten nicht zurückhalten zu müssen. Es ist immerhin interessant, wenn ein moderner Rabbiner Kühnheit genug besitzt, Ansichten öffentlich vorzutragen, die bisher nur strenggläubige Rabbiner des vorigen Jahrhundertes manifestirt haben, und es versucht, dem Schlendrian der in dem bekannten Ausspruche Bon Herrn Oberrabbiner Hirsch hofft und erwartet man in orthodoxen Kreisen sehr viel. Er soll vor Allem in Sachen der Koscherfleischausschrotung die übliche laxe Praxis aufheben, bezüglich der im Argen liegenden Frauenbad-Angelegcnheit geeignete Maßregeln treff-n und sich endlich als Talmudlehrer und Dccisor einen Wirkungskreis schaffen; außerdem mittelst Predigten in der Gemeinde das Interesse für jüdisches Leben wieder erwecken und auf die religiöse Erziehung der Jugend einwirken. Diese Anforderungen sind wohl selbstverständlich an einen Oberrabbiner, nichts destoweniger ist die Lösung dieser Aufgaben bei den hiesigen localen I Verhältnissen eine ungemein schwierige, und ge-! hört zur Bewältigung derselben ein feiner Tact! und zähe Ausdauer, Sanftmuth, verbunden mit! echter, uneigennütziger Frömmigkeit, Eigenschaften, i die um so nöthiger sind, als es des neuen Oberrabbiners Aufgabe auch ist, sich nach und nach bei den sogenannten Fortschrittssreunden Sympathie und Achtung zu erwerben. Von den Vereinen hat der für Verbreitung jüdischer Wissenschaft thätige Afike°Jehuda-Verein seine Vereinsversammlungen, zu denen auch Gäste zuqelassen werden, am 8. d. M. eröffnet. Herr vr. R. Plaut, Rabbiner aus Carlsbad, hielt daselbst einen Vortrag über „Mendel-! sohn und seine Schüler und ihr Verhältniß zum Judemham." Der gewandte Redner versuchte eS einmal, die Schattenseite jenes für die deutsche Judenheit so wichtigen Zeitabschnittes zu skizziren; er wies nach, daß Mendelsohn unwillkürlich durch seine j rwM cp nP niPD ly niPCD I gipfelt, ein wenig die Spitze zu bieten. England. London Unser Oberrabbiner, Herr Dr. N. Adler, rnuip: vo’ 'rv dp.i , hat wegen ge* 1 schwächter Gesundheit einen Theil seiner vielen Rabbinatsfunctionen niederlegen müssen. Der Rath! der vereinigten Synagogen betraute dessen Sohn, Herrn Dr. Hermann Adler, mit dessen Functionen. Rumänien. Zur Angelegenheit, betreffend die Emancipa* tion der Juden in Rumänien erfährt die „Times" Folgendes: Während die deutsche Regierung geneigt ist, sich mit der augenblicklichen Lösung der! rumänischen Judensrage zu begnügen, schienen die! Regierungen Frankreichs, Englands und Italiens einige Schwierigkeiten zu machen. Die rumänische Regierung hat sich daher den Beistand der österreichischen Regierung erbeten. Letztere hat dem Wunsche entsprochen und ihre Bemühungen scheinen nicht erfolglos gewesen zu sein. Die französische Regierung hat bereits Oesterreich kund gegeben, daß sie in Anbetracht der Schwierigkeiten, mit denen die rumänische Regierung zu kämpfen gehabt, für den Augenblick sich mit der erzielten Lösung begnügen wolle.

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