Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1879)
- Date
- 1879-11-19
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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1259 zustellen, um Herz und Hand für ein solches Streben bereit zu haben. Mehr als 35000 Mark beträgt das jährliche Budget der Anstalt, sie könnte noch Größeres leisten, wenn ihr größere Mittel zu Gebote stünden! Blutenden Herzens müssen die edlen Curatoren der Anstalt alljährlich treffliche Jünglinge zurückweisen, weil ihnen die Mittel fehlen für eine größere Anzahl zu sorgen. Die Gesuche zahlreicher Gemeinden um Lehrer aus dieser Anstalt, können nur zum kleinsten Theile berücksichtigt werden, weil die Mittel zur Ausbildung einer größeren Zahl von Lehrern fehlen! Die beträchtliche Summe, welche das jährliche! Budget erfordert, könnte leicht verdoppelt werden, j und so die Leistungsfähigkeit der Anstalt eine Herr- > liche Steigerung erfahren, wenn die geehrten Leser! und Leserinnen diese, Zeilen, dem Zuge ihres edlen! Herzens folgend, ihre Sympathien für eine solche j Anstalt durch die That Ausdruck verliehen. > Die Anstalt nimmt jede Spende entgegen, j Ihr alljährlich ausgegebener Rechenschaftsbericht, welcher die Namen ihrer Wohlthäter und deren; Beiträge veröffentlicht, zeigt zwar in wie weite j Kreise der Ruf des Cölner Seminars bereits gedrungen ist, zeigt aber auch wie groß das Gebiet! noch ist, das für diese große Sache zu gewinnen wäre. Rabbinen, Vorsteher, Lehrer, kurz alle diejenigen, welche vermöge ihres Amtes oder ihrer sonstigen sociale Stellung einen Einfluß auf ihre Umgebung besitzen, können denselben wahrlich kaum für einen edleren Zweck geltend machen, als indem sie Zeichnungen und Sammlungen für diese Anstalt bewerkstelligen. Dieselben sind an den Rendanten des Seminars Herrn S. Monnsbach in Cölrr zu richten, einen Mann, der mit seltener Hingebung und Ovferfreudigkeit das Kastenwesen der Anstalt verwaltet, wie überhaupt jedes einzelne Mitglied des Curatoriums mit begeisterter Liebe die hohen Ziele der Anstalt durch treue unermüdliche.; Pflichterfüllung innerhalb seines Ressorts fördert.! ES ist wahrlich keine Kleinigkeit in unserer materiellen Zeit 35000 Mark für einen so idealen Zweck alljährlich aufzubringen. zumal wenn man erwägt, daß diese Summe zur Zeit aus Beiträgen von ca. 1300 einzelnen Spenden sich zusammenfetzt. Möge Gottes Segen, der bis jetzt so sichtbar auf dieser Anstalt ruhte, auch Allen denen zu Theil werden, deren Wohllhätigkeit sie ihren Beistand verdankt. Möge es diesen Zeilen vergönnt sein, dazu beizutragen, daß diese Theilnahme eine noch größere und ersprießlichere werde. Mögen alle Freunde des Judenthums und der Judenheit keine Gelegenheit unbenutzt vorüber gehen lassen, durch einen verhältnißmäßig kleinen Beitrag das Bewußtsein sich zu sichern,'ein so großes, edles Ziel mit angstrebt und erreicht zu haben. Frankfurt a. M. Die Leihkaffe für bedrängte Mitglieder der Jsraelirischen Gemeinde dahier versendet seit 1567 zum erstenmal wieder einen Bericht. Damals belief sich das Betriebskapital auf 8837 M., seitdem ist es auf 20,597 M. und 1000 Gulden Österreich. Silberrente angewachsen. Hiervon sind 9797 M. in 19 Posten ausgeliehen. Bon 18.7 bis Ende 1878 wurden 40 Darlehen im Betrag von 30,723 M. gegeben und zwar zum großen Theil gegen Bürgschaft oder Faustpfand. Nur 479 M. wurden in Folge des Todes der Schuldner nicht zurückgezahlt. Das Pflegamt betont, daß manchem der Ansuchenden noch in letzter Stunde durch das Darlehenskapital die rettende Hand geboten wurde, an welcher er sich vor dem über ihn hereinbrechenden Mißgeschick halten urd so aus seiner Nothlage befreien konnte, daß solche Darlehen wohlthätiger wirken, als verabreichte Almosen, indem sie dem Ansuchenden nicht nur das Erröthen ersparen, sondern ihn auch mit frischem Muth zu selbständiger Thätigkeit erfüllen und ihn aneifern, in Bälde sich in dre Lage zu versetzen, das erhaltene Darlehen zurückzuzahlen. Manches Darlehen wurde sogar bei der Rückzahlung mit einem kleinen Geschenk zum Besten des Fonds begleitet. Der Bericht bittet schließlich, das Pflegamt durch einmalige oder jährliche Beiträge, Geschenke oder Vermächtnisse in den Stand zu setzen, den Wirkungskreis der Leihkaffe zu erweitern. Anmeldungen für jährliche Beiträge nimmt Herr I. Bergmann, Geschenke Herr Max B. H. Goldschmidt gerne entgegen.