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Der Israelit · 1879-11-05 · Heft 45 (5.11.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 45 (5.11.1879)
Date
1879-11-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1194 Die drei Stammväter. Israels und die zwölf j Sohne Jakobs sind eine symbolische Darstellung des ganzen Weltalls. Die Gelehrten jüdischer Forscher des Alterthums bezeichnen das Weltall als ein dreiteiliges, p’Tyn o^y oder ’totcn o^iy, die rein geistige Welt, o^y die Welt der großen Himmelskörper und jinnnn D^iy, diese Nicderwelt. Den drei Welten entsprechen die drei Stamm-! Väter, wahrend die zwölf Söhne Jakobs ein Sym-! bol der zwölf Sternbilder sind. So erklärt auch Don Jizchak Abarbanel in | seinem Pentateuch-Commentar. die übermäßig große j Trauer unsrres Vaters Jakob beim Verluste seines! SohnesJoseph. Hätte es sich bloß um den Verlust eines geliebten Kindes gehandelt, der fromme, gottesfürchlige gottergebene Vater wäre dem Tröste nicht unzugänglich gewesen. So aber handelte es sich um die ganze Zukunft Israels, die gestört worden wäre durch den Verlust des einen Sohnes. — Aehnlich ist auch die Trauer der Stämme zu erklären, als nach den Ereignissen zu Gileah der Stamm Benjamin in Gefahr war, aus der Mitte der Stämme Israels zu verschwinden, wie es heißt (Richter 21, 2): Und es kam das Volk nach Beth-El, und sie setzten sich dort nieder bis zum Abend vor Gott, und sie erhoben ihre Stimme und weinten ein großes Weinen; und sie sprachen: Warum, o Ewiger, Gott Israels, ist dieses geworden in Israel, daß vermißt werden soll heute von Israel ein Stamm? Gott heißt Gott Israels, wie Er Gott des Himmels heißt, und ebenso wenig wie eins der Sternbilder des Himmels fehlen darf, ebenso wenig darf einer der Stämme Israels verschwinden. In derselben Weise läßt sich auch der Ausspruch der Weisen zu 1 B. M. C. 46 V. 29 erklären: Dort ist von dem Wiedersehen Jakobs und Josephs die Rede. „Und Joseph spannte an seinen Wagen, und zog hinauf seinem Vater Israel entgegen. nach Gosen, und wurde von ihm gesehen und fiel ihm um den Hals und weinte an seinem Halse lange!" — Aber Jakob fiel seinem Sohne nicht um den Hals und küßte ihn nicht, und unsere Weisen erklären diese auffallende Erscheinung dahin, daß Jakob, das Schema las. — Nach dem Vorausgeschickten wird uns hier ein großer, erhabener Gedanke offenbart. Nicht die Zärtlichkeit und heiße Liebe des Vaters um den Verlust des schönen, klugen, hoffnungsvollen Sohnes, wäre» die Ursache der übermäßigen Trauer, die zwei und zwanzig lange Jahre jeden Trost zurückwies, dieser übermäßige Schmerz hatte vielmehr seinen Grund darin, daß der Verlust dieses Sohnes die ganze Zukunft der israelitischen Nation, die Trägerin und Verkünderin. der göttlichen Einheit zu sein, zerstörte. Als aber Jakob seinen Sohn Joseph lebend erblickte, da gab er nicht, den Gefühlen des beglückten Vaters durch Küsse, Umarmung und Freudethränen Ausdruck, sondern errief: Höre Israel, der Ewige unser Gott, der Ewige ist einzig! Denn nunmehr sind die zwölf Stämme Israels wieber befähigt die Verkünder, die Träger der göttlichen Einheit zu sein. (Fortsetzung folgt.) Per cSxfofg der Gutachten über das Breslauer Kaböiner-Seminar. Von T. IH. Man braucht sich nur das ganze widerliche Gebühren, diesen Gutachten gegenüber zu vergegenwärtigen, um einen Begriff von der armseligen Pfäfferei zu bekommen, die sich in den Reihen der Betroffenen breit macht. Also, den Herren Rabbinern der Breslauer Schule wird in öffentlichster Weise zum Vorwurf gemacht, daß sie den Sadbath entweihen! — Da der Vorwurf leider nur zu berechtigt ist, so gerathen die Herren natürlich in Harnisch; das kann man ihnen noch verzeihen, nys by detu Dix?x. Sie holen ihren Schönfärberapparat herbei und suchen zu beweisen, daß man heurzuiage den Sabbath entweihen dürfe. Bei der Armseligkeit, mit der sie das thun und durch das mittelbare Eingeständniß der Berechtigung des gegen sie erhobenen Vorwurfs kann man ihnen auch dieses Nachsehen. Auch daß sie den Verfasser des nsD onn als ihren Gewährsmann ausgeben, ist, wie wir dargethan haben, in den Äugen jedes Kundigen eine so vollendete Lächerlichkeit, daß man ihnen diese weitere Blamage ebenfalls gestatten kann. — Aber die Pfäfferei, die m allem dem liegt, die wollen wir den Leutchen nicht schenken. Es würde auch nichts helfen, jeder gerade ehrliche Mensch muß sie ja von selbst herausfühlen. Wem vorgeworfen wird, daß er den Sabbath entweihe, und sich dann an den npD am klammert, um seine Ehre wenigstens zum Scheine zu retten, der hat doch damit ausgesprochen: „Ich entweihe den Sabbath, weil ich das. was ich thue, nicht für eine Entweihung des Sabbaths halte, auch der ns*D onn hat dieselbe Ansicht. Würde aber der npiv onn anderer Ansicht sein, so bleibt mir nichts zu einer Vertheidigung übrig."

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