Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1879)
- Date
- 1879-10-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2447797-2447838--16769-2472766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XX. Jahrgang. Zweite Lcilage M Ar. 48 des Äsraelit. AeitnngSnachrichlen Ä' Tvrrefpondenzen. Deutschland. Mainz, 1. Oct. Von den bei uns einge-! gangencn Spenden haben wir heute wieder für verschiedene Aufrufe 1067 Mk. 8 Pf. abgesandt. Frankfurt a. M. In der zweiten Beilage! zu Nr. 38 dieser Blätter wird wiederum in der j Form einer Darlegung der Verhältnisse der hiesii gen Gemeindeschechitah eine Entgegnung auf die j über diese Schechitah in diesen Blättern geübte! Kritik versucht. Diese Entgegnung ist jedoch nur 1 danach angethan, die Richtigkeit der früheren Be-! Hauptungen theils ausdrücklich, theils stillschweigend j zu bestätigen. Man wird sich erinnern, daß die j Controverse dadurch entstanden ist, daß in diesen Blättern in einer Correspoudenz aus Frankfurt be-! hauvtet wurde, daß außer den drei Metzgern der! Religionsgcsellschaft sämmtliche hiesige jüdische j Metzger von den unter Aufsicht des Herrn Dr. Hör- | w itz stehenden beiden O'unue' schlachten und porschen l ließen und daß in der Fleischhalle der jüdischen Gemeinde die Aufsicht von einem mit der Ueberwachung beauftragten imtr geübt wird. Es mußte dies natürlich bei jedem mit der Sache nicht näher Vertrauten die Idee erwecken, daß in Frankfurt nun für die Schechitah so gut gesorgt sei, und daß von allen Metzgern mit aller Ruhe Fleisch bezogen werden könne. Das war es, was mich veranlaßte, darauf aufmerksam zu machen, daß unter den 32 Metzgern sich auch solche befänden, die öffentlich am Samstag feil halten und die daher religionsge-! setzlich kein Vertrauen verdienen, daß zwei O’ürr.» j nicht im Stande seien, für 32 Metzger zu porschen j und daß auch andere als die von Herrn vr. Hör- 1 Witz angestellten cranw noch fungirten, daß dies! Alles das Vertrauen in die von Herrn Dr. Höri Witz geleiteten Einrichtungen in ihrer Gesamnnheit! erschüttern müßten, da der Einzelne nicht die Linie bestimmen könne, wo die Zuverlässigkeit beginne, i daß aber die Metzger der Israel. Religionsgesell-! schaft mit Herrn Dr. Horwitz in keinem Zusam-! menhange stünden.! Es wurde darauf berichtigt, daß statt „porschen" j „petschirt zugesandt" zu lesen sei und nun eine Dar- > ftellung gegeben, die einen neuen Beweis der Selbsttäuschung, die jener ersten Darstellung zu Grunde liegt, gibt; dies darf jedoch nicht mit Stillschweigen übergangen werden, wo die Gefahr nahe liegt, daß dadurch Unkundige irregeleitet werden könnten. Zunächst muß darauf hingewiesen werden, daß in der in Rede stehenden Correspondenz ausdrücklich zugegeben wird, daß zwei weiter unter keiner Controlle stehende a’orw im christlichen Schlachthaus angeblich nur für christliche Metzger schlachten. Da aber diese Metzger bekanntlich kein Koschersieisch 6» detail verkaufen, dies auch nie in Frankfurt Sitte war, so muß das von den weiteren uncontrollirten D'umv geschlachtete Fleisch wieder durch Tausch in die Hände jüdischer Metzger übergehen, indem es vielfach hier Gebrauch ist, daß die jüdischen Metzger bei den christlichen die Hinterviertel gegen koscher geschlachtete Vorderviertel Umtauschen. Es bleibt sich daher gleich, ob die betreffenden O'^im^.für jüdische oder christliche M> tzzer schlachten. Es wird ferner ausdrücklich zugegeben , daß die crürw überhaupt nicht porschen und die pet» schirte Uebersendung wird auf die eine Fleischhalle beschränkt, endlich wird stillschweigend zugegeben, daß ein Theil der Metzger ro# ’^no sind. Es wird dies Alles zu glätten gesucht dadurch, daß bei den 32 Metzgern das Fleisch, jedoch nur in ganzen Vierteln, plombirt wird. Es wäre dies von Werth wenn es hier, wie in manchen kleinen Orten, wo es au jüdischen Metzgern fehlt, Gebrauch wäre, daß die Hausfrauen selbst zum Metzger gehen, sich zunächst von dem Vorhandensein und der Richtigkeit der Plomben überzeugen, dann in ihrer Gegenwart ihren Bedarf von den Vierteln abhruen lassen und das Fleisch zum arusr bringen, damit derselbe es porscht. Alles das geschieht jedoch hier nicht; jede Hausfrau läßt sich einfach das nöthige Quantum vom Metzger in's Haus bringen; sie ist daher auf die Zuverlässigkeit der Metzger angewiesen und wo diese fehlt, ist das Plomviren ganz ohne Zweck und Nutzen. Das hat auch Herr Dr. Horwitz herausgesühlt und hat darum in der einen Fleischhalle die' plombirte Uebersendung der einzelnen Theile angeordnet; um so weniger aber hätte er durch Allschreiben der 32 Namen an die Synagogenthüren des Compostells und des Gemeindehospitals — an der sog. Hauptgemeindesynagoge wird wohl kein Anschlag des Dr. Horwitz