Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 40-41 (13.9.1879)
- Date
- 1879-09-13
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. Jahrgang. Zwtite Stilage )u Ar. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Von 8. r,vn p n»o p pn« m1? o’oj/on »pnpi ied Die Dikduke Ha-Teamim des Ahron den Moscheh den Ascher und andere alte grammatisch-massorethische Lehrstücke zur Feststellung eines richtigen Textes der hebräischen Bibel mit Benutzung zahlreicher alter Handschriften zum erster.male vollständig sherausgegeben von S. Baer und H. L, Strack. Leipzig 1879. (Fernau) XLII u. 95 S. b°. Der Wichtigkeit und Bedeutung der h. Schriften entsprechend, war es von Alters her die Aufgabe unserer Zchriftgelehrten, durch eingehende Musterung des Textes und genaues Abzählen der Wörter und Buchstaben den Text vor jeder Fälschung zu schützen. Liefert urs schon der Talmud Proben dieser Arbeit (vergl. Kidduschin 30 a. d»ibid cwaren i«ipj no^ den ganzen Absatz), so waren es nach der talmudischen Epoche besonders die tiberensischen Gelehrten, welche diese Materie systematisch bearbeiteten, die Plena und Defcctiva registrirten und die überlieferte Pu: ctation durch die Niederschrift vor der Vergessenheit schützten. Daß bei dem bisherigen Mangel schriftlicher Fixirung verschiedene Ansichten sowohl über Vocalisirung und Accent sich bildeten und auch hier und da Plena und Defectiva nicht mehr ganz feftstanden (aber alles Punkte, die auf Sinn und Zusammenhang keinen Einfluß übten), ist leich erklärlich und zeigten sich diese Differenzen, als die tiberensischen Gelehrten daran gingen, die verschiedenen in dieses Gebiet einschlagenden Punkte in systematisch geordneten Tabellen aufzustellen. Nach dem Vorgänge des Maimonides sind die Aufstellungen des R. Ahron b. Moscheh b. Ascher, gewöhnlich ben Ascher genannt, für uns normgebend geblieben. ES ist darum ein besonderes Verdienst der genannten Herren Autoren, die Dikduke Ha-Teamim des ben Ascher mit unsäglicher Mühe und peinlicher Gewissenhaftigkeit aus Fragmenten älterer Druckwerke und alter Handschriften zusammengestellt zu 40 & 41 des Israelit. haben, so daß wir eines der ältesten mafforethischgrammatischen Lehrbücher vor uns haben. Das Werk zerfällt in drei Haupttheile: I. Lautlehre, behandelt die Consonanten, Vocale und Schwa, die Accente und das Gaja; II. Formlehre, behandelt die Flexion des Nomen und Verbum; und HL der Anhang, der das eigentlich Massorethische für die richtige Schreibung der Gesetzesrollen und vieles Wissenswerthe enthält. Besonders interessant sind die Partien über ,3»ro «tn np , d»ishd ppn 3'N31 np u. dergl. Von großer Wichtigkeit ist es auch, daß durch die Herausgabe vorliegenden Werkes eine Streitfrage aus der Welt geschafft ist, nämlich die, ob ben Ascher ein Karäer oder Rabbanite gewesen. Spricht auch schon für bie Richtigkeit letzterer Ansicht, daß Maimonides die Lesarten ben Aschers als autoritativ anerkannt hat (Jad Hachesakah, Hil. Sepher Thora Cap. 8), so haben dennoch PinSker und Grätz Beweise zu erbringen gesucht, ihn als einen Karäer zu erklären. Gegen diese Ansicht sind Jak. Ssppir im ersten Bande seines Werkes „Eben Sappir" und Dav. Oppenheim in der Zeitschrift „Hammaggid" aufgetreten, und wenn die Gegenbeweise nicht genügten, da würde man im vorliegenden Werke die vollständige Bestätigung für deren Ansicht finden. Nicht allein recurrirt der Verf. auf viele talmudische Stellen, auf welche die Herausgeber auch in ihren Notizen Hinweisen, wie z. B. S. 10: min1? r»D on -wx nniDosi, sich anlehnend an Aboth HI, 17 u. S. 16, may »ap»o v'nno, entnommen Sanhedr. 36 b, sondern es wird auch S. 56 eine Massorah namentlich bis auf wuon 3i zurückgeführt: ’DSN 13 "Wtn 13 «DU 1001 «nil&O «in tjnp «i.i' mukjij/db'o ^opi n*tt>33 min» mo bnpi .131 »*>11.133 np»BK '1 60130.1 31 JO /’3p «1« 311 «1« 310 Dieses alles sind Momente» die bei einem karäischen Verf. nicht denkbar wären. Wir machen hier noch aufmerksam auf das S. 10 vorkommende .11131 opi 1060, das wahrscheinlich auf die rabbinischen D'ion hindeutet. Ebenso sind die »3ipn '»ibid oder, wie sie hier genannt werden, »"33 d»ibid rabbinischen Ursprungs. S. 53 wird der np «di 3»n3 Ruth 3, 12 besprochen und wird erklärt, warum das ok wohl geschrieben ist, aber nicht gelesen wird; da heißt