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Der Israelit · 1879-09-13 · Heft 40-41 (13.9.1879) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 40-41 (13.9.1879)
Date
1879-09-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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1091 großen und furchtbaren Namen vor aller Welt zu heiligen. Gelobt seist Du, Ewiger, der Du Deinen Namen öffentlich heiligst." Und als Rabbi Joselmann das Alles auf Deutsch gesprochen, da wiederholte er es in hebräischer Sprache; und dann ließ er sie Alle das „Schema" beten, das erhabene israelitische Bekenntniß der Einheit Gottes; und dann ging Rabbi Joselmann zu jedem Einzelnen, und sprach ihm Muth ein. daß er die gräßlichen Schmerzen freudig ertrage. „Siehe", sprach er zu einem achtzigjährigen Greise, „in kurzer Zeit wärest Du ja doch gestorben! Welch ein Glück, daß Gott Dich begnadigt, Seinen Namen öffentlich zu heiligen!" Und schmerzlos, verklärt fühlte der Greis die Flammen das Mark seines Rückgrats verzehren. Und zu einem jungen Mädchen sprach Rabbi Joselmann: „Du glückliches Kind, wie viele Schmerzen, Kummer und Elend sind Dir erspart geblieben! In jungen Jahren schon wird Dir das Höchste zu Theil, was ein Mensch zu erreichen vermag: die Liebe zu Gott mit dem Tode zu besiegeln. Freue Dich, Dein harret die ewige Seligkeit." Und zu einer Familie, aus acht Personen bestehend — Vater, Mutter und sechs Kinder — sagte er: „Ihr Beneidenswerthen, die Ihr nicht getrennt werdet von einander, die Ihr gemeinsam eingehet zum ewigen Leben!" Und eine alte Frau, die nach ihrem Sohne, der sich zu Worms auf der Jeschibah befand, jammerte, sprach er: . Du wirst Fürbitte thun an Gottes Thron, auf daß Dein Sohn ein großer Lehrer in Israel werde!' So hatte er für Jeden ein ermunterndes, beglückendes Wort, das die Schmerzen linderte und die Pein des Todes versüßte. Und wahrlich 10 groß das Wirken Rabbi Joselmanns für die Lebenden war, fast größer war noch dieses sein Sichmühen um die so grausam Gemordeten. Während seine großartige Thätigkeit fast vergessen war, ist diese Seite seiner Wirksamkeit im jüdischen Volke unvergessen geblieben. Alte Leute haben mir erzählt: „Rabbi Joselmann von RoSheim ist oft mit Lebensgefahr auf die Schafotte gegangen, um den zum Tode Verurtheilten das Sündenbekenntniß vorzusagen." Das war Alles, was sie von Rabbi Joselmann wußten, und in der That, es ist auch das nichts Geringes. Der Tag, an welchem „die Heiligen von Baisingen" den Märtyrer-Tod starben, war der 13. Tag des Monats L>ivan des Jahres 5289 (1529) nach Erschaffung der Welt. Rabbi Joselmann hatte die Hinrichtung der Unschuldigen nicht zu verhindern vermocht. Jetzt aber ruhte er nicht und rastete nicht — er wollte die Unschuld der Gemordeten an den Tag bringen; konnte er auch diese nicht ins Leben zurückrufen, so war es doch für alle deutschen Juden von der größten Wichtigkeit, daß jene abscheulichen Mährchen als das klargestellt würden. was sie sind, als boshafte, schändliche Verleumdungen. Rabbi Joselmann blieb fürs Erste in der Nähe von Baisinzen; er suchte mit dem Manne jener Frau, welche die Beschuldigung ausgesprengt hatte, in Verbindung zu treten. Der Mann hatte schon Mißtrauen gegen seine Frau gefaßt; er hatte sie im Schlafe allerlei verdächtige Reden führen hören. Rabbi Joselmann ließ ihn bitten, zu ihm nach Horb zu kommen, und der Mann kam. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. ein Fabrikgeschäft Rheinlands Eommis und Reisender gesucht, am liebsten, der in der harten Kurzwaarenbranche erfahren. Samstag geschlossen. Franco-Offerten mit Angabe der Ansprüche unters. Nr. 2941 an die Exped. d. Bl. Cfcih: mein Manufactur - und Eisenwaaren-Geschäft O suche zum sofortigen Eintritt einen Lehrling prit den nöthigen Schulkenntnissen, Kost und Logis frei im Hause, Samstag und Feiertage geschlossen. Josef May, 2936) Salmünster (Provinz Hessen-Nassau). [Line Hauswirthschafterin in gesetztem Alter wird gesucht. Reflectirende wollen ihr Gesuch mit Zeugnissen an Moses Maier in Baden-Baden einsenden. [2937 CVd) suche für meinen Sohn, 14 Va Jahre alt, in ~v3 einem lebhaften Eisenwaarengeschäst eine Stelle als Lehrling. Themar, im September 1879. S. Gaffenheimer, 2943) Eisenhandlung.

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