Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 39 (17.9.1879)
- Date
- 1879-09-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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LX Jahrgang. Zweite Anlage zu Ar. 39 des Israelit. Leitendes Artikel. Literarischer Bericht. ’"y pcn ^üra »jhd \x i'^ya tsrnni tfiOII D“isn M^aa ann to» ia o^aji nanb rna na^oa NWDa ann “n^zn ,Tnoa vix b-r pnat> ’O t>y i"»a. 8°. 20 Seiten. Vortrag, gehalten am -iiZ.-i raar in der Synagoge zu Rogasen von Rabbiner vr. Plessner. Kauffmann'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M. Je seltener in heutiger Zeit, namentlich von jüngeren Rabbinen, eine Veröffentlichung talmudischer Discussionen zu erwarten ist, desto erfreulicher berührt es wohl einen Jeden, der Interesse für unsere heilige Lehre hat, daß und wenn einmal eine derartige Arbeit an's Licht tritt. Eine solche ma\vn an rnoan uyo liegt in dem oben genannten Schriftchen vor, das den Rabbinen Herrn Or. Plessner aus Rogasen, Sohn des ehrwürdigen Herrn Predigers Plessner zu Posen, zum Verfasser hat. Derselbe, schon als eleganter hebräischer Stylist durch seine Einsendungen in hebräische Zeitschriften rühmlichst bekannt, hat in einem in der Synagoge zu Rogasen gehaltenen Bortrage das Thema rrtw '"y tnoa ’Jno '« lichtvoll behandelt, analoge Grundsätze aus anderen Gebieten des Talmuds darin verflochten und divergirende Ansichten mit Scharfsinn, der nichts von Spitzfindigkeit an sich hat, auszugleichen verstanden. Der Vortrag zeigt niN’pa und mann in gleicher Weise. Auch die demselben beigegebenen Noten enthalten interessante Untersuchungen und kurze Abhandlungen über verwandte Themata. In gelehrten Kreisen wird das Schriftchen, in dem Herr Pl. sich als tüchtigen Talmudiften zu erkennen gibt, hoffentlich mit Anerkennung begrüßt werden, da es die Bürgschaft gibt, daß ^ni7' pfo *6 ny, indem es noch jüngere Rabbinen gibt, die ihren wahren Beruf als Pfleger und Förderer der Gotteslehre nicht verkennen und ihren Platz würdig ausfüllen. Möge daher das Merkchen in maßgebenden Kreisen Verbreitung finden und den Verfasser zu weiteren Arbeiten ermuthigenmnNnPi nun —k. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 20. Sept. Der Religionslehrer der hies. israel. (Reform-) Gemeinde, Herr Simon Lehmann, war der Steuercontravention dadurch verübt beschuldigt, daß er das Gewerbe eines Schächters trieb, ohne dafür Gewerbesteuer zu bezahlen. Der Angeklagte machte vor dem Polizeigericht geltend, daß er als Religionslehrer nur 450 Mk. jährlich als Gehalt beziehe und ihm seitens der hiesigen Gemeinde das Amt eines Dchächters nur zur Erhöhung seines Gehaltes resp. Einkommens übertragen worden sei. In dieser Angelegenheit fällte heute das Polizeigericht ein principiell wichtiges Urtheil. Das Polizeigericht sprach den Angeklagten frei und erkannte in seinem Urtheilsspruch, daß der Beklagte nachgewiesen habe, daß ihm seitens der Gemeinde das Amt eines Schächters übertragen worden sei und die Einkünfte aus diesem Amte nur als eine Ergänzung des Gehaltes eines Religionslehrers zu betrachten feien. Mainz, 23. Sept. Herr A. Ascher in Raugard sendet uns die nachstehende „Berichtigung", deren Veröffentlichung er auf Grund des Preßgesetzes beansprucht: „Die in Nr. 27 Ihres Blattes enthaltene, der „Zeitung für Pommern" entlehnte Darstellung eines aus der Synagogengemeinde ausgetretenen Israeliten enthält verschiedene Unrichtigkeiten. „Nicht der Vorstand der Synagogengemeinde, sondern die Angehörigen des Verstorbenen selbst haben den bedauerlichen Vorfall verschuldet. Denselben wurde weder Leichenwagen noch Grabstätte verweigert, die letztere aber auf demjenigen Theile des Friedhofes, welcher durch Gemeindebeschluß für Nichtmitglieder der Synagogengemeinde bestimmt ist, bereit gestellt. Die Hinterbliebenen weigerten sich, diese Grabstätte anzunehmen und verlangten von der Polizeibehörde eine Stätte auf einem ihnen passend erscheinenden Theile des Friedhofs. Die Polizeibehörde gab diesem Verlangen nach, besann sich aber auf den Protest des Vorstandes der Syngogengemeinde eines Andern und holte die Entscheidung des Landrathsamtes