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Der Israelit · 1879-09-17 · Heft 38 (17.9.1879) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 38 (17.9.1879)
Date
1879-09-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 38. XX. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Vr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 17. September 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oefterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. WM" Aa mit dem 1. @ct 1879 ein nenes Huartak veginnt. so erlaube« wir uns, die geehrten Avounente« darauf aufmerksam zn machen, daß namentlich Sei der Wost das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Werfeudung keine Antervrechnng erleide. 3 « h a l t. Leitende Artikel: Der Elternsegen beim Eintritt des Bersöhnungslages. — Zur Geschichte der Reformbewegung im Jndenthum. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Berlin. Halberstadt. Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Inhalt der ersten Beilage: Feuilleton: Jakobine. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Neologe Anschauungen über Gottes Wort. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Würzburg. Frankfurt a. M. Inhalt der Hrtra-Aeilage: Lpenden-Verzeichniste. Inhalt der zweiten Ertra»Beilage: Lpenden-Verzeichniß. Leitende Artikel. Der Eltern fegen beim Eintritt des Derföhnungstages. L Soweit meine frühesten Erinnerungen zurückreichen, sieht das Bild meines Vaters in frischer Lebendigkeit vor meiner Seele, wie er am Rüsttage zum Versöhmmgsabcnd, seine segnende Hände auf unser Haupt legte, bevor er das Haus verließ, um in'das Gotteshaus zu eilen. Die letzte Mahlzeit vor dem Versöhnungstage war genossen, wir Kleinen drängten, um uns zn die große Schaar der Andächtigen mischen zu können, unae» duldig erwarteten wir mit unseren BebeM^M das Zeichen zum Ausbruch in die Synagoge, da rief uns der Vater noch einmal von der Thüre zurück, nahm ein Buch aus seinem Schranke, legte es vor sich auf den Tisch und breitete segnend seine Hände über jedes Einzelne von uns aus. In ihren Sterbekleidern stand neben uns unsere Mutter. unter meinem Arme trug ich die Sterbekleider des Vaters, mein Kopf reichte noch nicht zur weißen Weste meines Vaters, die er nur anRosch-Haschonoh und Jom Kippur anzulegen pflegte und deren Perlmuttknöpfe ich bei dieser Gelegenheit zu bewundern die nöthige Zeit hatte. Denn der Segen währte sehr lange, länger als der dreimalige allsabbathliche Segen zusammengcnommen, und öes Vaters Hände schmiegten sich auch viel fester auf unser Haupt, als dies an jedem Sabbath geschah. Die Mutter segnete uns, zwar kurz wie jeden Sabbath, aber auch sie schien die Hände viel fester auf unser Haupt zu legen, als es sonst der Fall war. Noch einige Jahre verflossen, mein Kopf war längst der weißen Weste na^gekommen, das Haupthaar-des segnenden Vaters hatte sich Jahr um Jahr der Farbe der weißen Jomkippur-Wesie genähert, mit gesteigerter Innigkeit legte sich die segnende Vaterhand auf unser Haupt, der Segen aber erschien mir nicht mehr so lang als sonst, denn ich hatte diesen Segen bereits kennen gelernt, und das

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