Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1879)
- Date
- 1879-09-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. M 37 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. HerauSgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 10. September 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Direkte Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitender Artikel: Die Wichtigkeit der religiösen Erziehung der Mädchen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Eichen. Berlin. Königsberg. Frankfurt a. M. Hanau. Straßburg. Naugard. — Rumäuien: Bukarest. — Feuilleton: Rabbi Jofelmann von Rosheim. Inhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Zur Geschichte der Reformbewegung im Judenthum. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Oest.-Ungar. Monarchie: Homonna. Feuilleton: Jakobine. Inhalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Rumänien: Bukarest. Aus Bukarest. Inhalt der dritten Beilage r Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Leitender Artikel. Die Wichtigkeit der religiösen Erziehung der Mädchen. 9. Als Gott Moscheh mit der Sendung, die Thora den Kindern Israel zu überbringen betraute, sagte er ihm: -um apjp rr3t> isnh rra tsoip’ „So sprich zum Hause Jakob und verkünde den Kindern Israel", wozu unsere Weisen bemerken, daß unter apy» rva, dem Hause Jacob, die Frauen und unter 'ia, Kinder Israel, die Männer verstanden seien. Der Hinweis, daß der Begriff des Hauses sich mit dem der Frau decke, und daß dre^rair zuerst zur Unterweisung in den! Lehren der Thora heranzuziehen sei, läßt uns I deutlich genug erkennen, welchen Werth die jüdische Anschauung auf die religiöse Ausbildung und Erziehung des weiblichen Geschlechts legt. Das HauS ist die Frau. Tritt in ein HauS ein, und du wirst an der Sauberkeit und der Ordnung die waltende, alles beherrschende Hausfrau erkennen, wie die Unordnung und Unsauberkeit einen Schluß auf die alles vernachlässigende Frau zu schließen gestattet. Nimm dir aber auch einen Augenblick Zeit, dich mit den kleinen und großen Kindern des Hauses zu unterhalten, und aus ihren Geberden, ihrem Sprechen, ihrem Benehmen wird dir ein Schluß auf die erziehliche Tüchtigkeit der Mutter erlaubt sein. Denn zum größten Theile arbeiten die Mütter am Erziehungswerke, sollten wenigstens sie die Hauptarbeiter sein, der Vater, von seinem Berufe oder seinem Geschäfte in Anspruch genommen, kann wohl hier und da fördern und hat die große Aufgabe, die vernünftige Mutter in ihrer erziehenden Thätigkeit nicht zu stören. So übt die Mutter einen entscheidenden Einstuß auf das Kind und hat daher das Wort, daß große Männer mehr die Söhne ihrer Mütter als die ihrer Väter seien, seine Berechtigung. Welche Bedeutung erlangt aber, von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, die religiöse Erzie-