Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1879)
- Date
- 1879-09-03
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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969 vor Allem daran gelegen, keinen Mangel an Lebensart erblicken zu lassen. „Also Miß Lenz, es hat mich außerordentlich gefreut, Ihre Bekanntschaft zu machen und morgen bei Zeiten werde ich mir die Ehre geben, Ihnen das Bewußte zu übergeben — aber nur Ihrer eigenen schönen Hand." „Ein eigenthümlicher. um nicht, zu sagen ein recht unangenehmer Mensch dieser Freund von Deinem Arthur", sagte Betti, nachdem die Fremden sich entfernt und die Familie Goldsmith sich allein befand, „ich begreife nicht wie Kohn einen solchen Menschen als seinen Freund bezeichnen mag." „Wer wird so nach dem Schein urtheilen;" entgegnete Jakobine erröthend, „ich bin überzeugt, dieser Rosenblüh, trotz seines allerdings nicht sehr empfehlenden Wesens, ist ein ganz tüchtiger, gediegener Mensch." Mr. Goldsmith blickte von seiner Zeitung auf. „Ich möchte Ihnen empfehlen, Miß. auf diese Ihre Ueberzeugung nicht allzufest zu bauen. Ich kenne diesen Rosenblüh zwar nicht genau und kann daher nicht bestreiten, daß er ein tüchtiger Mensch ist; doch das, was man gediegen nennt, ist er entschieden nicht." Jakobine preßte die Lippen aufeinander; sie fühlte sich unangenehm berührt durch das absprechende Urtheil ihrer Freunde über den Freund ihres Verlobten. Zwar hatte er auch auf sie durchaus keinen günstigen Eindruck gemacht, doch wollte sie sich selbst das nicht recht gestehen — er war Arthur'S Freund, folglich konnte an seinem Charakter kein Makel haften. Früher als gewöhnlich vollendete sie am folgenden Tage ihre Toilette, um bereit zu sein, sobald es Mr. Rosenblüh gefallen werde, ihr seine Aufwartung zu machen. Betti hatte auch Ordre gegeben, sobald Mr. Rosenblüh kommen werde, ihn in den Salon zu führen und ihre Freundin davon zu benachrichtigen. Es war in der That noch sehr früh, acht Uhr war kaum vorüber, als ihr gemeldet ward, daß Mr. Rosenblüh sie erwarte- Sie eilte hinüber, der Freund ihres Verlobten in Begleitung zweier anderer jungen Leute harrten ihrer. Mr. Rosenblüh erhob sich und trat ihr rasch entgegen. „Ergebener Diener, Miß Lenz! wünsche wohl geruht zu haben. — Hareh at mekuddesches li bitäbaas su k'daß Mosche wejisrael." Mit diesen rasch gesprochenen Worten ergriff er die Hand des arglosen Mädchens und schob einen funkelnden Diamantring an ihren Finger. Jakobine hatte die ihr unverständlichen Worte kaum beachtet. „Besten Dank, Mr. Rosenblüh, ich fühle mich Ihnen sehr verpflichtet, daß Sie trotz Ihrer angestrengten Thätigkeit —" „Bitte, bitte Miß", fiel Rosenblüh ein, „es war mir ein Vergnügen, und Sie nehmen's doch nicht übel, daß ich mir erlaubt habe, meine Freunde mit herauf zu bringen? — Doch wir wollen Sie nicht länger belästigen. Kommt's Jungen! Allons Alle drei verneigten und entfernten sich rasch. Jakobine aber eilte zu ihrer Freundin, den in Wirklichkeit hübschen Ring ihr zu zeigen, dann aber begab sie sich in ihr eigenes Zimmer, um dem Geliebten in innigen Worten ihren Dank zu senden. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. In Rreschmr's Amkil-Mnsloilllt, Alexanderüraße 16, können noch einige Schüler Ausnahme finden. Nachhilfe in allen Fächern des höheren Schulfaches im Hause. Die besten Empfehlungen von Seiten des Herrn Professor Dr. Graetz Hierselbst, der auch zu jeder persönlichen Auskunft bereit ist, stehen zur Seite. (2348! Wir haben überflüssig gewordene 2 Thorarollen, 2 silberne Thorabeliänge (antique), 1 rncsi sing euer achtarmiger Leuchter (amique), mehrere Schnlchan-Deckeri, Thoramäntelchen (autiquej re. abzugeben. Alzey, 24. August 1819. 2635] Der isr. Gemeittdevorstand.