Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1879)
- Date
- 1879-08-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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886 pen p wn nipp, die Trennung von denen also, die das Gesetz zu zerstören trachten, ist keine Trennung von einer Gesammtheit. Aber wir sind! höflicher als der Schreiber des Leitartikels der „Wochenschrift", wir erklären ihn nicht für einen i j/tcn, da wir ihn nicht kennen, wohl aber für einen ■ jni» u**w. (Möglich bleibt immer, daß wir,? wenn wir ihn kennen würden, auch die Bezeichnung ytcn zusprächen.) Er scheint in der Bibelkunde nur bis Josua gekommen zu sein, und so bitten wir ihn denn, das Buch Könige I, Cap. 18, V. 21 aufzuschlagen, allwo es heißt: „wie lange wollt ihr noch auf den beiden Schwellen hinken? wenn der Ewige der wahre Gott ist, geht ihm nach, haltet ihr den Baal dafür, so bleibt bei ihm!" Und um mit der „Wochenschrift" deutsch zu reden: Haltet ihr die Gesetze der min für stabil und unveränderlich , so sagt es; glaubt ihr aber, sie sei reformbedürftig, nun so habt den Muth, es offen zu gestehen, wie es Philipson, Löw u. a. m. gethan haben. Verschanzt euch aber nicht hinter den Conjunktiv: man dürfte, man möchte, man könnte u. s. w., sondern sagt klar, was man darf, mag und kann. Wer sich auf 2 Stühle setzt, der fallt in der Regel zwischen ihnen zu Boden, so geht es euch ebenfalls, bei den Frommen geltet ihr für neolog, und bei den Neologen seid ihr zuviel nach rechts , und so kann man bei euch kein Prinzip herausfinden. Nur mitunter spielt euch euer Haß gegen die Orthodoxen den Schabernack, daß eure innerste Gesinnung zum Vorschein kommt, aber das geschieht nur zufällig und ungern. Daher geben wir euch schießlich noch den Rath, zu beherzigen, was unsre Weisen sagen: xosy np\x nöy p SNruv1? x ndh p n""P in, und 2tens ftudirt besser die Bibel, Geschichte und haltet eure Leser nicht für gar zu einfältig! Wir wollen noch eine Bemerkung auf einen andern Artikel in derselben Nummer hinzufügen. Es wurde in dem Bericht aus Hamburg erwähnt, daß die Stelle eines Vorstehers in der großen Synagoge endlich an den Mann gebracht sei, und allerlei hämische Bemerkungen damit verbunden. Wir können in Betreff des Erwählten nur mittheilen , daß derselbe ein junger, sehr religiöser, gebildeter und achtbarer Mann ist, der sich auch in socialer Beziehung eines sehr guten Rufes erfreut , und an dem wohl Niemand anders als der Schreiber des beregten Artikels etwas auszusetzen hat. Ob er, wie es darin heißt, an die päpstliche Unfehlbarkeit glaubt, bezweifeln wir sehr stark; jedenfalls glaubt er nicht an die Unfehlbarkeit hämischer, einfältiger Zeitungs-Reporter, und macht es vermuthlich mit ihnen, wie es der Mond mit dem Mops thut. Saarunivn (Elsaß.) Man schreibt uns unterm 9. Juli: Die isr. Gemeinde unserer Stadt hat einen herben und schwer ersetzlichen Verlust erlitten durch das Hinscheiden seines ehrwürdigen Rabbiners, Herrn Joseph Levy, welcher letzten Dienstag in einem Alter von 80 Jahren gestorben ist. Während der 50 Jahre, die er in Ausübung seines Amtes in unserer Mitte zubrachte, hatte Herr I. Levy durch seine Herzensgüte, durch seinen biederen Charakter und durch seine Wohlthätigkeit sich die Sympathie nicht nur der Gemeindemitglieder, sondern auch aller seiner Mitbürger aller Confessionen zu gewinnen gewußt. Eine große Menschenmenge drängte sich am Montag in die mit schwarzem Tuch verhängte Synagoge; von weit und breit war man gekommen, um dem Manne, dessen Andenken lange im Herzen seiner Glaubensgenossen fortleben wird, die letzte Ehre zu erweisen. Der Conduct wurde durch die beiden Söhne des Verstorbenen, wovon einer selbst Rabbiner ist. geführt; in dem Leichenzug bemerkte man den Oberrabbiner von Metz, die Rabbiner von Zabern, Saargemünd und Pfalzburg. den Maire und den Munizipalrath. den Kirchcnvorstand und Delegirte der eingeladenen Gemeinden. Dem Sarge voran, der abwechselnd durch Nota' bilstäten der Stadt getragen wurde, gingen die Kinder der isr. schule. Nach einem Gesang, bestieg der Oberrabbiner Bicard die Kanzel und hob in einer französischen Rede alle die Verdienste hervor, welche sich der Verstorbene in der langjährigen Ausübung seines geistlichen Amtes erworben. Die Rabbiner Dreyfuß und Bernheim hielten nachher jeder eine Rede, in welcher sie besonders der unerschöpflichen Wohlthätigkeit des Verstorbenen ein Lob zollten. Nach Absingung eines Psalm verließ der Zug die Synagoge und begab sich auf den Friedhof, wo der Rabbiner Weil ungeachtet des strömenden Regens einem alten isr. Gebrauch gemäß den Verstorbenen in seinem Namen und im Namen aller zum Ober- Rabbinat gehörenden Gemeinden um Verzeihung bat. Nach einer kurzen Rede eines Neffen des Verstorbenen wurde der Sarg in das Grab gesenkt. n"2'Wn (Isr. Els.-Lothr.) Frankreich. Lyon» Der Großrabbiner von Lyon, Herr Weinberg, der eben zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden war, ist in Lyon gestorben. Er war seit dreißig Jahren Groß - Rabbiner dieser Stadt und der Senior der israel. Geistlichen von ganz Frankreich.