Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1879)
- Date
- 1879-07-30
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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I I r g t. le n, in er lg, ne nl»se ft, nd ach an XX. Jahrgang. Zweite Beilage zu Ar. 31 des Israelit. Leitender Artikel. Literarisches. In Nr. 2d, S. 734 Ihres gesch. Blattes werden die Worte des Herrn Dr. Berliner angeführt, als sei das Werk mit? ’Jipn des berühmten R. I. Berlin nicht zu ermitteln. Nach unserm Dafürhalten ist dies jedoch ein Jrrthum, denn gerade dieses ms? 'a 'r> ist das weitverbreitetste Werk des R. I. B. Dieser bedeutende Talmudforscher hatte nämlich die eigenthümliche Manier, einen sämmtlichen Werken recht pikante Namen beizulegen. So werden seine Glossen zur Mi sch na p'irb ptwn genannt, seine Glossen zu den Scheeltoß nibw nP’Ntp, und so naiMe er, Zweifelsohne, seine Glossen zum Xalmub nii^ '3 'n, da das Wort ms? keine anderweitige Bedeutung hat, als eine Abbreviatur zu sein von den Worten 'DT) ’IZH Dttf. über diese drei erstrecken sich bekanntlich die Glossen des Talmud des R. I. B. Wir können bei dieser Gelegenheit nicht umhin, besonders hervorzuheben, daß der gefeierte Name des R. I. B. Veranlassung gab, daß man dessen Schriften, die sich in Manuskript nach seinem Tode vorfande.', ohne jegliche Sichtung der Oeffentlichkeit übergab, was jedoch um so tadelnswerther erscheinen muß, da ja auch dieser große Mann gewiß nicht immer seinen niedergeschriebenen Werten die Reife zur Veröffentlichung zuerkannte und würde er wohl mit großem Mißfallen es gesehen haben, wenn man ihm etwa die Urberraschung gemacht hätte, ohne sein Wissen die beiden Bände seines ne6sn in der Beschaffenheit ihm in )ie Hände zu geben, wie solche gegenwärtig vorhanden sind. Wir haben an vielen Orten in unsern Werken ")ny nob und no^ccr jmn darauf hinwiesen, und gedenken später n"\x noch eingehender auf diesen Gegenstand zurückzukommen. Rabbiner Bamberger, Lengnau. ^eituntzsrrscdrLchten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 14. Juli. Der bisherige, an der Nombacher Straße gelegene Friedhof der hiesigen isr. Gemeinde, dessen Terrain in Folge der Stadterweiterung in den inneren Stadtbezirk einbezogen worden ist, hätte nach der desfallsigen Bestimmung unserer städtischen Verwaltung mit dem 1. Juli jüngsthin geschlossen werden sollen. Diese in den bestehenden Gesetzen begründete Bestimmung konnte jedoch bislang noch nicht zur Ausführung gelangen, weil seitens des Kriegsministeriums in Berlin, an welches sich die hiesige isr. Gemeinde wegen des Baues eines Hauses, sowie zur Herstellung einer festen Einfriedigung des im Festungsrayon gelegenen Platzes vor längerer Zeit gewendet hat, die zur Ausführung dieser baulichen Anlagen nöthige Genehmigung noch nicht hier eingetroffen ist. Frankfurt a. M, 22. Jul. Die rumänische Judenfrage, welche dermalen die Diplomaten so lebhaft beschäftigt, bietet große Schwierigkeiten. Die Lösung der Frage ist gerade darum so schwierig, weil sie eine eigentliche Geldfrage ist. Drei Viertel des rumänischen Großgrundbest'zes ist, wie di' „Voss. Z." schreibt, mit Hypotheken belastet, welche jüdischen Kaufleuten gehören. Menschen nun, die gewohnt sind, ihre jüdischen Gläubiger einfach ins Wasser zu werfen, werden nicht leicht zu den Entschlüssen gelangen, dieselben Leute als politisch gleichberechtigt neben sich anzuerkennen. Was würde dann, fragt das gen. Bl., aus der Herrlichkeit der wallachischen und moldauischen Bojaren werden? Nach der Emancipation würden ihre jüdischen Gläubiger kurz und bündig die Subhastirung beantragen und — isr. Bojaren werden. Dem Minister Bratiano, welcher den europäischen Mächten kurz vor seiner Demission diese Schwierigkeiten dargelegt, die socialen Folgen des betreffenden Artikels des Friedensvertrags beleuchtet und um successive Ausführung der Juden-Emancipation gebeten hat, wäre practischer zu empfehlen gewesen, den reichen Bojaren anzurathen, daß sie ihr Leben nicht in Saus und Braus als liederliche Gesellschaft in Paris und j in Badeuno Spielorten verbringen, wovon auch deutsche Universitätsstädte zu erzählen wissen, daß sie vielmehr im Lande bleiben, ihre Güter verwalten und das Volk bilden, von dessen Schweiß sie ihren Reichthum erpressen. (F. I.)