Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 30 (23.7.1879)
- Date
- 1879-07-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M S« XX. Jahrgang, Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 23. Juli 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut (SourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzufenden. Inhalt. Leitende Artikel: Hrnrgersnoth in Palästina. — Die Vorgänge in Trier. — Zeitungsnachricht«'!! und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. — Rumänien: Bukarest. — Frankreich: Paris. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von RoSheim. Anhalt der erste« ZSeilage: Leitender Artikel: Ein Lehrplan für das Hebräische. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Feuilleton: Jakobine. Inhalt der zweiten ZSeitage: Leitender Artikel: Sumpfblüthen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. — Frankreich: Paris. — Anhalt der drttten ZSeilage: Leitender Artikel: Rumänien mx> die Großmächte. Zeitungsnachrichten und Correspa.denzen: Rumänien. Inhalt der Krtra-Aeilage: Lpenden-Verzeichniß. Leitende Artikel. Kungersnoth in Palästina. Amsterdam, 26. Tamus5639 (17. Juli 1879). Die letzten Berichte aus dem heiligen Lande lauten schon längst allertraurigst und Klageruf auf Klageruf ertönt bereits seit Wochen von dort, doch wagten wir es nicht, schon wiederum an die in den letzten Jahren wiederholt in außergewöhnlicher Weise in Anspruch genommene Wohlthätigkeit unserer Glaubensgenossen zu appelliren. Die Noth ist aber jetzt derart gestiegen und das Elend ein so über alle Beschreibung grausiges, daß jede Minute längeren Schweigens unverantwortlich fein könnte, weil es hier nichts Geringeres gibt, als die Errettun g zahlreich er Menschenleben vom Hungertode. Schon jetzt, zur Zeit der Ernte im gelobten Lande, sind die Frachtpreise auf das Doppelte der Normalpreise gestiegen, und welche Dimensionen muß dieses Steigen erst im Winter annehmen!. Es ist eine traurige Thatsache, daß der Kornwucher im Orient zugenommen hat und die von demselben ausgebeuteten Erntecalamitäten daher um so folgenschwerer sind. Die Rabbiner und Vorsteher sämmtlicher Gemeinden der heiligen Stadt haben daher ein Rundschreiben an die Brüder im Auslande erlassen, in dem sie die Rothlage in tiefergreifender, herzerschütternder Weise schildern und um Zusendung der unentbehrlichsten Lebensmittel, wie Weizen, Mehl, Hülsenfrüchte in Natura flehen. Die Consulate Deutschlands und Englands bestätigen das Zeitgemäße dieser dringenden Bitte. Dieser Aufruf wird gewiß allen Zions freunden zugesandt worden fein, doch was vermag hier die Hilfe des Einzelnen für sich? Ist es ja selbstverständlich, daß nur durch vereinte Kräfte und einmüthigeS Zu-