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Der Israelit · 1879-07-09 · Heft 28 (9.7.1879) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 28 (9.7.1879)
Date
1879-07-09
Page
– (sequence 18)
Language
German
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742 Türkei. Aus Ostvumelien Die bulgarischen Einwohner von Karlowa in Ostrumelien, haben sich eine Ausschreitung gegen eine Anzahl jüdischer Flüchtlinge, die nach Empfang einer amtlichen Aufforderung i« ihre Heimath zurückgekehrt waren, zu Schulden kommen lassen. Ein Haufen von 200 Bulgaren umringte die von diesen Juden bewohnten Häuser, und nachdem sie sich durch Einschlagen der Thüren und eines Theiles der Außenmauern, Eingang verschafft, fingen sie an, die Insassen zu steinigen, wodurch mehrere derselben verletzt wurden. Die Juden, die sich vergebens an die Behörden um Beistand wandten, wurden schließlich aus der Stadt verjagt und drei Meilen weit verfolgt. Ans Philippopel sind 3 Compagnien bulgarische Miliz nach Karlowa gesandt worden. Deutschland. Osterode (O.-Pr.) Am 24. Juni d. I. feierte hier das Lorenz-Krauseffche Ehepaar das seltene Fest der goldenen Hochzeit Das Jubelpaar, seit 33 Jahren am hiesigen Orte wohnend, hat sich in seinen jungen Jahren kümmerlich aber redlich ernährt, wandelte stets in Tugend und Gottesfurcht und ist weit und breit als ehrenhaft und bieder bekannt. Der Jubilar verrichtete in hiesiger Gemeinde viele Jahre das Amt des rften an den hohen Festtagen, war Mitbegründer der n":i p"n, deren Vorsteher er noch heute ist, und zeichnet sich überhaupt als tüchtiger ipno und als 'i 13V aus. Das Jubelpaar erfreut sich in seinem Alter eines besonderen Familienglückes, indem alle Kinder wohlhabend, eine ganz besondere Verehrung für ihre Eltern an den Tag legen, und drei Söhne im Auslande zu großem Reichthume gelangt sind. Von den zwei sich noch in Brasilien befindenden, kam einer zur Jubelfeier direct herüber. Der 24. Juni gestaltete sich zum Festtage für unsere ganze Gemeinde. Vormittag wurde das Jubelpaar in seiner Behausung von Kindern, Enkeln und zahlreichen Verwandten von nah und fern reichlich, man möchte sagen, fürstlich beschenkt, von den Spitzen der städtischen Behörden, dem Vorstand der n":i p"n und dem Vorstande der Synagogengemeinde mit entsprechenden Ansprachen begrüßt , und die Gemeinde überreichte ihm durch den Vorstand einen werthvollen, silbernen, reich vergoldeten Pokal mit Inschrift und Verzeichniß sämmtlicher Mitglieder. Nachmittags 3 Uhr versammelte sich die ganze Gemeinde incl. Frauen und Kinder in der Behausung des ältesten Sohnes des Jubelpaares, wohin dasselbe per Droschke vom Vorstande abgeholt wurde. Ein großer Zug, an der Spitze das Jubelpaar, begleitet von den städtischen Behörden bewegte sich nach der festlich geschmückten Synagoge, wo dasselbe mit Musik empfangen wurde. Nachdem unter Leitung des Herrn Cantor Nitsch ein Gesang von einem geübten Chor vorgetragen wurde, bestieg unser Religionslehrer und Prediger, Herr Sturmann, die Kanzel und hielt eine im wahren Sinne des Wortes meisterhafte Rede, die von den zahlreich anwesenden Juden und Christen mit wahrer Begeisterung ausgenommen wurde, so daß sicherlich kein Auge thräuenleer blieb. Nach dem SÄlußgebete und dem üblichen Segen -pin1 stimmte der Chor noch ein Lied an, und unter Musik verließ Alles das Gotteshaus und begab sich nach dem Festsaale. An der Tafel wechselten, nachdem der Herr Bürgermeister den ersten Toast auf das kaiserliche Jubelpaar ausgebracht hatte, ernste und heitere Trinksprüche, und wird dieses Fest noch viele Jahre in unserer Aller Erinnerung bleiben, zumal eine goldene Hochzeit in unserer Gemeinde uoch nie stattgefunden hat. Möge das würdige greise Jubelpaar, das sich übrigens der besten Gesundheit erfreut, noch lange seinen Kindern, Enkeln und unserer Gemeinde erhalten bleiben A. H. Alltorm, 5. Juli. An die hiesige hochdeutsche israel. Gemeinde wurde seitens der Negierung im Winter v. I. das Verlangen gestellt, die Gemeindeschule, den Anforderungen (wegen Anstellung geprüfter Lehrer rc.) entsprechend zu organisiren, auf desfallsiges Ansuchen aber gestattet, die Schule unter den bisherigen Verhältnissen bis Michaelis d. I. weiterzuführen. Dem Vernehmen nach ist jetzt von der Regierung ein Schreiben eingegangen, nach welchem diese der Gemeinde ursprünglich zugestandene Frist bis Ostern 1880 verlängert worden ist. Bayrenlh, 3. Juli. In Nr. 26 Ihrer gesch. Zeitschrift hält ein Herr Anonymus aus der Provinz Sachsen es für seine Pflicht, die von mir in Nr. 21 angezeigte Ausgabe des Tractates „Abodah Sarah" von F. CH. Erwald als nichts weniger als empfehlenswerth zu bezeichnen. Dies veranlaßt mich zur Erklärung, daß der Herr Anonymus der Erste ist, von dem wir eine solche Kritik über dieses 1868 in 2. Ausgabe in Nürnberg erschienenen wissenschaftlich bearbeiteten und hauptsächlich für das theologische Publikum bestimmten Buches bekannt ist, trotzdem ich solches seit Jahren in verschiedenen jüdischen Zeitungen 3 9 3 c, 9 9 3 ei a 8' ti w re ei l Ze D 30 biv in -LA

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