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Der Israelit · 1879-07-02 · Heft 27 (2.7.1879) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 27 (2.7.1879)
Date
1879-07-02
Page
– (sequence 26)
Language
German
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722 ein Epigramm gegen den Junghegelanismus zu veröffentlichen, das allgemeines Aufsehen erregte. Seit der Zeit freilich unterließ es der Verstorbene in der Stadt der reinen Vernunft judenfeindliche Vorlesungen zu halten. Recirlivsoat in pace! — Was übrigens letzteres jetzt allgemein gebräuchliches Prädicat unserer Stadt betrifft, das an Kant's Hauptwerk: „Kritik der reinen Vernunft" erinnern soll, so datirt dasselbe erst aus den vierziger Jahren dieses Jahrhunderts, wie in Georg Buchenau's „Geflügelten Worten", 10. Aufl. S. 86 zu lesen ist. Daselbst heißt es nämlich: Dr. M. Frey stadt in Königsberg war gemäß einer Anmerkung in seiner Broschüre „Immanuel Kant ein Denkmal seiner unsterblichen Philosophie", 1864, der Erste, der Königsberg den Ehrentitel „Stadt der re.nen Vernunft" in einem Correspondenzartikel für die damalige Leipz. Allg. Ztg. während der vierziger Jahre dieses Säculums gegeben hat. Schreiber dieses fügt hinzu, daß dies, soweit er sich noch entsinnen kann, bei Gelegenheit der Besprechung der neugegründeten hiesigen freievangelischen Gemeinde geschah. — Vor Kurzem besuchte uns der ehemalige Docent an dem aufgelösten Rabbiner-Seminar in Sitomir, Herr A. B. Gottlob er aus Rußland, welcher als vortreflicher hebräischer Uebersetzer von Lessing's „Nathan der Weise" und Moses Mendelssohns „Jerusalem" allgemein bekannt, nunmehr für seine neueste Monatsschrift: „Haboker - Or" auch in Deutschland Propaganda zu machen bestrebt ist. Möge dem geschätzten greisen Literaten sein Plan gelingen! — Der demokratische Judenfresser Wilh. Marr aus Hamburg, fährt fort, von der Schweiz aus, Israel durch verschiedene Pamphlete zu schmähen und anzufeinden, trotzdem, daß ich glaubte, ihn in meinem „Christenspiegel" von Ann-Marr (1863, 3. Aufl.) ein für allemal abgefertigt zu haben. — Schließlich sende ich Ihnen und Ihrer ehrwürdigen Religionsgemeinde nachträglich meine herzlichsten Glückwünsche zur stattgefundenen Einweihung Ihrer neuerbauten Synagoge mit dem aufrichtigen Wunsche, daß in dieses — üyo «npo! 1DUCT 'N ny ^33 N'3\ M. Almoni. Rumänien. Bukarest, ll. Juni. D.r Senat hat sich gestern constituirt, indem er sein Bureau wählte. Er ist dabei von dem alten Usus, nach welchem der Metropolit-Primas zum Senats - Präsidenten gewählt wird, abgegangen und wählte den allgemein gechteten liberalen Senator C. Bozianu zu seinem Präsidenten, während der Candidat der oppositionellen Bojarenpartei, Manolaki Kostaki Jepureano, bei der Wahl durchfiel. Ebenso siegte die liberale Partei bei der Wahl der übrigen Mitglieder des Bureau's, denn G. Lecca und Peter Opran wurden — gegen General Manu und Alexander Orescu — zu Vice - Präsidenten , Oberst Pilat. Oberst Angelescu, Costin Braescu und Pischca zu Secrrtären, Bujoreanu und Scheicaru zu Quästoren gewählt. Durch die Bureauwahl ist allerdings die Majorität der Regierungspartei im Senat in eclatanter Weise docnmentrrt; jedoch sprechen bis jetzt noch immer alle Anzeichen dafür, daß die Opposition in der Frage der Versasfungs - Aendrrung (Juden- Emancipaiion). zu deren Erledigung eine Zweidrittel - Majorität nothmendig ist, nicht nachgeben und dadurch dem Lande große Verlegenheiten bereiten wird. Nach der Bureauwahl nahmen die Senatoren ihre Eintheilung in Sectioncn vor. In der Deputirtenkammer wurde die Debatte über die in den Sektionen contestirten Wahlen fortge» setzt. Bukarest. 18. Juni. Gestern ist das Elaborat der Adreß-Commission des Senats an die Senatoren vertheilt worden. Dasselbe zerfällt in einen Entwurf der Majorität und einen der Minorität. Der erstere lautet: „Hoheit! Der Senat hat mit Freuden bemerkt, daß während der Wahlperiode Ordnung herrschte. Die friedliche und weise Haltung der Bevölkerung, welche berufen war, sich über eine brennende Frage — wie die der Revision des Artikel 7 der Verfassung — auszusprechen, beweist, daß sie von dem Ernst der Lage durchdrungen ist und das Bewußtsein ihrer Pflicht hat, d h. daß sie Europa beweisen will, daß sowohl in den Gefühlen wie in den Sitten der rumänischen Nation keine Spur von religiöser Intoleranz vorhanden ist. Vei der Revision einer konstitutionellen Bestimmung, welche der Senat berufen ist vorzunehmen, wird er weder vergesien, was wir dem aufgeklärten Geiste des Jahrhunderts schulden, noch die Garantien, welche wir vor Allem unserer nationalen Erhaltung und der Verteidigung unserer socialen und ökonomischen Interessen schuldig sind. Indem wir dem transdanubischen Rumänien eine Organisation geben, wird der Senat trachten, den Einwohnern eine gesetzliche und freie Verwaltung zu schaffen, welche ihren Bedürfnissen entspricht, mit ihren Sitten übereinstimmt und nach Maßgabe ihrer Fortschritte sie immer mehr mit den Einrichtungendes rumänischen Staates vertraut macht. Glauben Sie, Hoheit, daß der Senat, ungeachtet aller Schwierigkeiten, welche er zu überwinden. haben mag, sich doch stets aus der Höhe seiner Mission halten und alle seine Vaterlandsliebe und Intelligenz aufbieten wird, um die Rechte des rumänischen Volkes zu verteidigen und seine Bedürfnisse zu beschützen, um auf diese Weise die Grundpfeiler unseres nationalen Ge-

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