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Der Israelit · 1879-07-02 · Heft 27 (2.7.1879) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 27 (2.7.1879)
Date
1879-07-02
Page
– (sequence 13)
Language
German
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709 die mich zu der von Ihnen beanstandeten Täuschung veranlaßt haben, ich müßte entweder riskiren, auch von Ihnen für schuldig gehalten zu werden, oder müßte Ihnen zumutheu, meinen einfachen, aufrichtigen und trotzdem unglaublich klingenden Worten Glauben zu schenken." „Und wenn ich Sie dennoch ersuchen würde, mir diese Verhältnisse zu enthüllen? — Ick würde mich durchaus nicht in Ihr Vertrauen drängen", fuhr Betti nun auch einigermaßen erregt fort, „aber ich habe Ihnen mein Wort gegeben. Ihr Geheimniß zu bewahren, es gegen Keinen zu verrathen — doch ebendeßhalb betrachte ich eS als Pflicht gegen meine Eltern. denen gegenüber ich doch auch Ihr Geheimniß bewahren soll. Sie um rückhaltloses Vertrauen zu bitten. — Ich werde Ihren Worten glauben, selbst wenn dieselben, wie Sie sagen, unglaublich klingen. — Wer weiß," fuhr sie, die Andere ermuthigend, fort, „vielleicht erscheinen mir Ihre Mittheilungen gar nicht so unwahrscheinlich, als Sie glauben." „Sie haben recht" flüsterte Jakobine, „ich bin Ihnen Offenheit schuldig. Und selbst auf die Gefahr hin, auch von Ihnen verkannt zu werden, will ich Ihnen rückhaltlos Alles enthüllen." Nachdem sie sich einigermaßen gesammelt und es ihr gelungen, ihre sie wiederholt übermannende Aufregung zurückzudrängen, theilte sie dem gutherzigen ihren Worten aufmerksam lauschenden jungen Mädchen Alles mit. Sie begann, daß sie im Hause ihrer Pathe, der Gräfin Waldensee, erzogen und in den höchsten Gesellschaftskreisen als deren Liebling und Verwandte ausgenommen worden. Daß jedoch nach dem plötzlich erfolgten Tode der Gräfin, deren Sohn sie mit unsittlichen Anträgen verfolgt, daß sie entflohen, doch auf ihrer Flucht verhaftet und des Diebstahls beschuldigt worden, daß die Familiendiamanten des Grafen in Wirklichkeit sich unter ihren Effecten befunden. daß sie jedoch noch heute nicht im Stande fei, sich zu erklären, in welcher Weife dieselben dorthin gerathen. Dann erzählte sie von ihrer Haft, von dem Besuch des Grafen und seinem neuerlichen Drängen und endlich von ihrer Befreiung und ihrer abermaligen Flucht. Als sie geendet, umarmte Betti sie und versicherte sie aaf's Neue ihres Vertrauens und daß sie nie an ihrer Unschuld zweifeln werde. „UebrigenS hoffe ich mit Zuversicht, daß es Ihnen doch noch gelingen wird, Ihre Schuldlosigkeit zu beweisen. In meinen Augen unterliegt es keinem Zweifel, daß Ihr Ankläger selbst seine Juwelen in Ihrer Tasche geborgen." „Das vermuthe auch ich", versetzte Jakobine, „und dennoch muß ich oft daran zweifeln; wie hätte er in die Tasche, die ich nicht aus Händen gegeben, irgend etwas bergen können?" „Darin wird der Jrrthum bestehen", behauptete Betti. „Sie werden sie, ohne sich dessen zu erinnern, auf einen Augenblick aus den Augen gelassen haben und dieser Augenblick wird von Ihrem Verfolger benutzt worden sein —" Jakobine zuckte die Achseln und wollte das bezweifeln. — Die beiden jungen Mädchen unterhielten sich noch eine Zeit lang', bis die Dämmerung hereinbrach und die Familie heimkehrte. Seit jener Stunde verband sie die innigste Freundschaft. Betti hielt zwar ihr Versprechen, in Gegenwart Anderer begegnete sie der Freundin wohl nie herrisch, aber doch stets als Herrin; doch sobald sie allein sich befanden, schwand jeder Zwang. Auf Betti's dringendes Verlangen hatte Frau Kohn eS gestattet, daß Jakobine das Schlafzimmer ihrer ältesten Tochter theilte, und bis spät in die Nacht plauderten oft die jungen Mädchen. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. {Cin junger Mann, militärfrei, welcher seine arbeiten zu müssen. Beste Referenzen werden nach- Lehre in einer Weinhandlung bestanden, auch! gewiesen. Offerten werden «ub A. Nr. 1976 von 7* Jahre als Reisender für eine größere Weinder Exped. d. Bl. entgegengenommen. Handlung thätig war, sucht Stelle als Volontair!-- in einem Weingeschäfte, wo ihm Gelegenheit ge-! /Ain jrn, unw und sucht eine Stelle, boten würde, sich mit Behandlung der Weine und HD David Ellisberg, Tilsit, Kellerarbeiten vertraut zu machen, ohne v"n 1970) Mittelstraße Nr. 54.

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