Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1879)
- Date
- 1879-06-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. Jahrgang. Zweite Beilage zu Ar. ZK -es Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Abfertigung an Herrn Dr. Chodowsky. Die Nr. 25 dieses Bl. bringt eine Entgegnung auf mein Referat über die „Kritik des Midrasch Schir-Haschirim" aus der Feder des Verf. genannter Schrift, des Herrn vr. Chodowsky. Das einzige Richtige in derselben ist, daß ich seine (mangelhaften) Quellenangaben aus dem Babli übersehen habe. Das Uebrige zeugt von einer so schülerhaften Auffassung einer Kritik und widerlegt so wenig die Anklage des Plagiats, daß ich es für eine Zeitvergeudung ansehen würde, seine „Entgegnung" eingehend zu beleuchten, und noch einmal den Beweis antreten zu wollen, daß der Verf. am allerwenigsten das Zeug dazu hat, die Midraschim kritisch zu behandeln. Damit der Verf. nicht im Zweifel über meine Persönlichkeit sei, zeichne ich mit vollem Namen Frankfurt a. M., 19. Juni 1879. vr. A. Sulzbach. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz, 22. Juni. Es ist ein schmerzliches Gefühl, wenn man einen Jüngling aus dem Leben scheiden sieht, der der zu den schönsten und besten Hoffnungen berechtigte. Am verflossenen nnv a-iy EHip verschied im Bade Soden Jonas Lob Sohn des Herrn Ludwig Lob ‘w zu Frankfurt a. M., im Alter von nur 22^2 Jahren. Der junge Mann, von seinen Eltern auf das Sorgfältigste erzogen, war in unsrer Zeit eine merkwürdige, seltene Erscheinung. Mit großen, geistigen Anlagen ausgerüstet , hatte ec nicht allein ein ganz bedeutendes talmudisches Wissen sich erworben, er war auch in den profanen Wissenschaften sehr bewandert und ein außerordentlich tüchtiger und strebsamer Kaufmann. Bei Tage angestrengt im Geschäfte thütig, verbrachte er elnen großen Theil semer Nächie mit dem Thora-Studium. Die wahrhafte Frömmigkeit und Heiligung des Lebens, die dieser Jüngling erstrebte, zu beobachten, war rührend und herzerquickend; es war ergreifend zu sehen, wie andächtig er an jedem gewöhnlichen Wochentage betete, wie er jeden Augenblick für verloren hielt, den er nicht den Grundpfeilern des Judenthums D'-iDn rvp'vZi moy nun widmete! So war er, solange er in Gesundheit und Jugendkraft blühte, und so blieb er, selbst dann als vor einem Jahre die ersten Keime eines Lungenleidens sich entwickelten bis zu den letzten Augenblicken seines Lebens — ein crmo D’pPN ein liebenswürdiger , geistvoller, gottergebener, die ganze Menschheit mit heißer Liebe umfassender Jüngling. Und dieser edle, von Allen, die ihn kannten, bewunderte, junge Mann ist uns so früh entrissen worden! -pno 'i cie npb 'n 'n Gepriesen sei der Name des Allbarmherzigen, dessen Wege uns unerforschlich sind! Möge Er die trauernden Eltern und Geschwister trösten. — n"2"L"2"n Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pefth. Vor einigen Monaten spukte in den Blättern eine Entscheidung der königl. Curie, nach welcher jüdische Ehen, bei welchen jene Formalitäten, die das bezügliche Hofkanzlci-Edikt vom Jahre 1862 vorschreibt, außer Acht bleiben — ungiftig sind. Die Formalitäten sind folgende: Das israelitische Brautpaar muß ordnungsmäßig dreimal verkündet werden. Dispensen in dringender Angelegenheit ertheilt die politische Behörde und vor der kirchlichen Ceremonie muß ein Ehevertrag in einer lebendigen, gemeinverständigen — also nicht in hebräischer — Sprache aufgesetzt und rechtskräftig unterschrieben werden. Wenn diese Entscheidung der kön. Curie als Richtschnur für künftige Fälle dienen sollte, wenn dieselbe wie eine Dezision Rechtskraft erlangt, dann sind in Ungarn neun Zehntel der jüdischen Ehen ungiltig, alle Erb- und Familienverhältnisse werden umgestoßen, fast die ganze seit 1862 geborene Generation ist illegitim und die Frauen sind wohl vom Standpunkte des Kultus verheirath et, gesetzlich aber sind sie Concubinen, die ohne jede Zeremonie Mann und Familie verlassen und neuerdings heirathen können. Man muß die Provinzgemcinden