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Der Israelit · 1879-06-18 · Heft 25 (18.6.1879) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 25 (18.6.1879)
Date
1879-06-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Die Strenge ist also auch kein Merkmal des Wuchers. Wucher ist nur, wenn Jemand mit überlegenen Kenntnissen und Mitteln von der Beschränktheit und Verlegenheit anderer Menschen unbilligen Vortheil zieht, indem er sie für seine Vorschüsse weit mehr zahlen läßt, als sie würden bezahlen müssen, wenn sie sich mit Geschäftskenntniß an den offenen Geldmarkt wendeten. Der Wucherer hat dabei oft noch die Absicht, die Anleiher nach und nach außer Besitz zu setzen, sich schließlich die verpfändeten Güter zu einem Preise übertragen zu lassen, der ihrem Werthe nicht entspricht. Das Heimtückische ist ein wesentliches Merkmal des Wuchers. Dies unehrenhafte Gewerbe ist keineswegs ausschließlich bei den Juden anzutreffen; schon Mancher fand bei einem Juden eine offene Hand, der bei einem Christen vergeblich angcklopft hatte und umgekehrt. Was soll das ewige Schimpfen auf die Juden? Der Wucher — es mag ihn treiben, wer will — ist aber keineswegs eine solche Macht in deutschen Landen, daß „die Bewohner ganzer Landstriche wie Hörige für ihn arbeiten müßten" und jedenfalls dürfte es nicht gerechtfertigt sein, zu seiner Befriedigung die anderen Bürger des Staates zu besteuern. Help ^oursolk! Hamburg. Als ein seltenes Ereigniß, darf erwähnt werden, daß am 2. Tag dieses Jahr 2 Brüder in Friedrichsstadt gleichzeitig eine rv-o feierten. Der Mvhel Hirsch Cohn von Hamburg nahm in der dortigen Synagoge beide mnna vor. H. B. Cohn. Cibenschütz, 5. Juni. Am Schabuothfeste ist es ein Decenium gewesen, seitdem unser Rabbiner Herr vr. Jacob Tauber seines Amtes mit seltener Treue, Hingebung und Frömmigkeit waltete. Aus diesem Anlasse versammelten sich nach dem Musaphgebete der Vorstand und die Honorationen der Gemeinde in der Wohnung des Rabbiners und überreichten ihm als Zeichen der Anerkennung seiner großen Verdienste für die Hebung des Talmudstudiums, des Thora-Unterrichts und des strengreligiösen Geistes in der Gemeinde ein sehr werthvolles Ehrengeschenk. Anschließend an die ausgezeichnete, geistreiche Predigt des gefeierien Seelsorgers zum II. Buche Moses Cap. 20. V. 17, sp^ ach auch der Oberlehrer, Herr Waldmann. seinen warmen Dank demselben aus für die liebevolle Hingebung, die er als Obmann des Ortsschulrathes der gedeihlichen Entfaltung des Jugend Unterrichtes stets widme, und namentlich dafür, daß er mit Energie und Milde dahinwirke, „damit stets das geoffenbarte Wort Gottes zur Prüfung und Erhebung des Geistes, zur Förderung der Gottesfurcht und zum Fernhalten von Sünde und Fehl, wie dem Alter so auch der Jugend, diene." Oesterr.-Ungar. Monarchie. Kareza«;* 3n meiner Filial-Gemeinde Oecsöd ist Trauer eingekehrt, denn sie hat einen Mann verloren, mit dem zugleich ein Stück Geschichte der Oecsöder Gemeinde, ein Stück Thora, Aboda, Ugmilat Cheszed, in den kühlen Sä.voß der Erde gebettet wurde. Herr Jhuda Porgeiz, Schwiegersohn des Zascharhelyer Rabbiners ist im besten Mannesalter uns durch den Tod entrissen worden. Jhuda war überall der Erste; er war der Erste im Kampfe gegen das Kongreßstatnt, bei der orth. Fahne, bei den Opfernden, im Got-- teshause und im Gemeindehause, um ’mss poy in'B zu sein. Unter seiner Leitung als Gemeinde - C'siier sind Synagoge, Mikwa und Schule aufgebaut worden. Die Wohlthätigkeit des Heimgegangenen war sehr groß und O'pQ r6npa nun» hm. Möge Gott die trauernde Familie trösten und der unglücklichen Wi'.twe seinen Schutz und Beistand nicht versagen, die Gemeinde aber vor allem Leiden ferner bewahren. ]dn. Salomon Schück, Bezirks-Rabbiner. England. London. Die Times widmet dem verstorbenen Baron Lyonel Nathan v. Rothschild einen längeren Nekrolog, in welchem es unter Anderm heißt: Baron Lyonel v. Rothschild, ein Engländer von Geburt, studirte in Göttingen und lernte das Geschäft unter der unschätzbaren Leitung seines Vaters Baron Nathan v. Rothschild, welcher der englischen Regierung einst die Nachricht von der Schlacht von Waterloo übermittelte und der Held von hundert Börsen-Anekdoten ist. Der ve storbenc Baron Lyonel v. Rothschild war der älteste Sohn und in jeder Hinsicht das Haupt der Familie. Eine Schilderung der großen Finanz-Operationen, an denen er sich betheiligte, würde die Finanzgeschichte der letzten fünfzig Fahre in sich schließen. In den meisten Operationen, an denen er sich betheiligtc, wurde ihm die Leitung auvertraut. Sein Urthcil über den geeigneten Augenblick für Kaufen und Verkaufen, sein Talent, den Puls der Börse zu suhlen, wurden fast allgemein in Anspruch genommen. Die politische Laufbahn des verstorbenen BaronS war hauptsächlich denkwürdig wegen seines Zusammenhanges mit der Emancipation der Juden in England. Er war in gewissem Finne das

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