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Der Israelit · 1879-06-18 · Heft 25 (18.6.1879) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 25 (18.6.1879)
Date
1879-06-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XX. Jahrgang. Zweite Beilage zu Ar. 25 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenze«. Deutschland. Maittß, den 6. Juni. Ueber die neuerbaute Synagoge der hiesigen isr. Religionsgesellschaft erhalten wir von Fachkundigen die nachstehenden Notizen: „Die Lage des Bauplatzes brachte es mit sich, daß die Gesammtordnung in der Weise erfolgen konnte und mußte, wie sie bei den meisten Gotteshäusern des Orients von jeher üblich war und heute noch ist, daß nämlich der Hauptbau den Hintergrund einer in der Regel mit. Hallen umgebenen Hofanlage bildet. Der Eintritt in das Gebäude führt über eine breite Treppe durch eine Haupt- und zwei Seitenthüren zunächst in die Borhalle, einen der Länge nach vor der Synagoge liegenden 17 Mtr. langen, 4 Mtr. breiten, 4,50 Mir. hohen Raum, welcher zugleich zu Versammlungen, zu religiösen Vorträgen rc. dient. Aus dieser Vorhalle führen wieder drei reich geschmückte Portale in das Innere der Synagoge. Dieses selbst hat eine Länge von 21,50 Mtr. und eine Breite von 13,75 Mtr. und besteht aus dem mittleren Hauptschiff und den durch die Frauenbühne in der Höhe getheilten, das Hauptschiff von drei Seiten umgebenden Nebenschiffen. Das Mittelschiff hat eine Höhe von ca. 16 Mtr. Der ganze Jnnenbau wird durch 12 gegossene Säulen getragen, welche die 12 Stämme Israels andeulen; diese Säulen sind unter sich und mit den Umfangswänden durch Arcaden verbunden In der Mitte des Hauptschiffes steht der Almemor (aus der alten Synagoge stammend) von welchem aus die feierlichen Handlungen beim Gottesdienste erfolgen; an der Ostseite wird erstes durch die Nische geschlossen, welche das Heiligthum, die Thora, entj hält. Diese Nische ist mit reichem plastischen Schmucke ausgestattet, :uit einem in Palmzweigen ausgehenden Stalaktitengewölbe geschlossen, und mit einem gemalten Rundsenster bekrönt. (Bildhauer Feyerle und Blees, Glasmaler Bernhard-Gros ch). Vor der Nische ist die Kanzel und das Pult des Vorsängers, z. Z noch in provisorischer Ausführung angebracht. Links vor der Nische befindet sich ein abgesonderter Raum für den Sängerchor, rechts ein Aufenthaltszimmer für den Rabbiner. Die Frauengallerie ist durch einen besonderen Aufgang von der Margarethengasse aus zugänglich. Dieser führt mittelst einer steinernen Treppe durch einen zweistöckigen Seitenflügel des Gebäudes in welchem die nöthigen Nebenräume, wie Erholungszimmer, Frauengarderobe und drrgl. sich befinden. Die Gallerie ist durch ein feines Schmiedeeisengitter (Gebrüder Pfeiffer) gegen das Mittelschiff abgeschlossen. Eine zweite höher gelegene Frauengallerie an der Westseite ist noch nicht in Gebrauch genommen. — Die Maurerarbeiten sind durch Submission von Herrn Groh von Kastel, die Zimmerarbeit von Herrn Fritz, gleichfalls von Kastel, zur Ausführung gelangt. Die Tüncherarbeit und das Ansetzen der von den Bildhauern Herren Blees und Feyerle nach Zeichnung gelieferten Ornamente war den Herren Gebrüder Krauter ebenfalls auf Submissionswege übertragen worden. Was schließlich die ästhetische Ausbildung des Bauwerks anlangt, so ist daS Ganze genau in den Formen des maurischen (arabischen) Styles aus dem 12. Jahrhundert gehalten. Das Außere ist ganz in Hausteinen mit farbigen Jncrustationen von gebrannten Mettlacher Steingutplatten ausgeführt, und zwar besteht der Sockel aus Basaltlava, die Fr^ade der Vorhalle und des Seitenbaues aus abwechselnden Schichten von grünlichem Schwäbisch-Haller Sandstein und gelbem Metzer Kalkstein; die beiden Säulen des Hauptportales aus einem schönen grünen Trachyt des Siebengebirgcs, die Fa^ade des Hauptgebäudes aus weißem französischen Kalkstein (Böller u. Comp., Mannheim). Die Ornamente des Innern sind durchgängig in Gypsstuck ausgeführt; die siylgemäße Bemalung soll erst in späterer Zeit stattfinden, vorläufig ist das Ganze noch im weißen Tone des Gypspup's belassen. Der Erbauer der j Synagoge ist Herr Stadtbavmeistec Kreysig, der hier ein dauerndes Denkmal seiner architektonischen Meisterschaft geschaffen hat. Als Zeichner und Bauführer fungirte Herr Fr-. Harz, und aushilfsweise Herr Baum. Begonnen wurde der Bau im Frühjahr 1877 und die Einweihung erfolgte am 26. Mai 1879. CTftttoltt. Tie „Ostfriesische Zeitung" vom 21. Mai veröffentlicht nachstehenden von einem

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