Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 22 (27.5.1879)
- Date
- 1879-05-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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574 des Seminars aufnehmen, ohne die den früheren Lehrern schuldige Rücksicht zu verletzen — wenn nur einer da wäre unter der zahlreichen Schülerschaft. Bon dem Seminar wird in der erwähnten Correspondenz behauptet, cs sei zum Mittelpunkt / einer großen Partei in Deutschland geworden. Angesichts solcher Bekenntnisse. erhält man einen richtigen Maaßstab über den inneren Werth dieser angeblichen Partei. — Der religiöse Verfall, die Gleichgültigkeit gegen das jüdische Religionsgesetz müßten nicht so furchtbare Dimensionen unter der großen Masse angenommen haben, wenn sie sich nicht glücklich schätzen sollte, mit „rücksichtsvoll" erzogenen Rabbinen, denen ihr dehnbares Gewissen gestattet, zu jedem Leichtsinn und Abfall salbungsvoll Amen und Placet zu sagen, sobald es nur durch Rücksichten auf die „goldenen" Mittelstraßen geboten erscheint. Und wo ließe sich eine solche Rücksicht nicht herausdüfteln? — Aber, daß man in Deutschland keinen Mann mehr finden kann, der die Leitung einer solchen Anstalt übernehmen will, das bricht so entschieden den Stab über diese ganze Rabbinerausbildung, daß der billige Beifall einiger neologen Gemeinden vollständig dagegen zurücktritt. Solche Vorkommnisse können übrigens nicht verfehlen auch den irregeleiteten Gemeinden die Augen endlich zu öffnen. Emstweilen werden nun in Breslau Rabbiner ausgebiloet. von einem Lehrercollegium, in dem sich auch nicht ein einziger Rabbiner befindet. Den Vorsitz in diesem Collegium aber führt ein Mann, i der die Göttlichkeit der Thora öffentlich leugnet, i welche seine Jünger später den Gemeinden lehren? und predigen sollen! Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Am 22. d. M fand in dem Blindeninstitute die öffentliche Iahresprüfung statt Es hatten sich so viele Gäste aus allen Gesellschaftskreisen eingefunden, daß drei Säle sie kaum fassen konnten; man bemerkte unter Andern: den Sections-Chef Fidler, Ministerialrath Ritter v. Hermann vom Unterrichtsministerium, Freiherrn v. Schwarz-Senborn, Professor Brentano, Geistliche, Gemeindevorsteher, Pädagogen und Lehrerinnen, die Herren und Frauen des Curatoriums u. s w. Ein kurzes Gesangs- und Violin-Concert leitete die Prüfung ein, worauf der Director und erster Lehrer S. Heller die Zöglinge, deren jetzt 29 männliche und weibliche in der Anstalt sind, aus Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen, Geographie, Geschichte, Naturlehre, Formenzeichnen, Kenntniß von Münzen und Stoffen u. s. w. examinirte. Die Versammlung folgte mit gespannter Aufmerksamkeit und unter fortgesetzter Theilnahms- und Beifallsbezeigung der zwei Stunden andauernden Prüfung, die mit Musik, Absingung der Volkshymne und Turnen endigte. Der 'Zögling Albert Lustig aus Walwa in Mähren, der nebst dem Unterrichte in den Schulgegenständen das Bürstenbinden erlernt hat und vollkommen erwerbsfähig ist, wurde gestern nach 7jähriger Lehrzeit ausgeschult: es ist das der zweite Zögling seit dem Bestände des Instituts, der, vollständig mit Wäsche und Kleidungsstücken, mit allem Werkzeug und mit Geld für seine Etablirung ausgerüstet, sich einem Berufe widmet. Der Curatoriums-Präses Dr. Ludwig August Frankl, sprach ihn in kurzer, ergreifender Rede an und übergab ihm eine eigens für Blinde von dem Hof-Lieferanten Suchy construirte silberne Uhr als Andenken. A N Z E I G E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Schvpstoch, Bayern, 18. Mai. starb i reiche Freunde von hier und auswärts eingefunden, in einem Alter von 69 Jahren hier Wolf Schwertzer, j wobei auch Herr Rabbiner Grünbaum aus Ansbach welcher 24 Jahre als unermüdeter und uneigennütziger! eine herzergreifende Rede hielt, gab Zcugniß hiervon. Leh: er in hiesiger Gemeinde gewirkt hat. Die Thcilnahme Sein Andenken wird in hiesiger Gemeinde ein an dem Verlust dieses Mannes war eine allgemeine, > unvergeßliches sein. [1605 und eine hrenvolles Leichenbegängnis;, zudem sich zahl-!