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Der Israelit · 1879-05-27 · Heft 22 (27.5.1879) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 22 (27.5.1879)
Date
1879-05-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XX. Jahrgang. Zweite Beilage)« Nr. 22 -es Lsraelit. AeilungSnaeh richten 8f tkorrefpondenzerr. Deutschland. BreSlau. (Schluß.) Also, das rücksichtsvolle Benehmen den College» gegenüber ist es, dem hier Lob gespendet wird, während von der den Hörern gewordenen Anregung mit einer Taktlosigkeit behauptet wird, die in einem halbwegs anständigen Blatte geradezu staunenswerth wäre, daß sie nur beinahe den Verlust Frankels verschmerzen ließ. Was man von gesctzrstreuer Seite dem Verstorbenen verübelte, und was man ebenso jedem gesinnungstüchtigen Jehudi, der am Breslauer Rabbinerseminar ein Lehramt bekleidete, nicht verzeihen könnte, das ist der Umstand, daß er Hand in Hand mit D'Dup’ss« d’jvj die verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt, Rabbinen heranzubilden. Das Unrecht wäre um so größer, je besser der Jehudi wäre, der ein so gewagtes Spiel treibt. Je größer die Pietät eines solchen Mannes für Las überlieferte Judenthum ist, je gewissenhafter er es in seinem praktischen, häuslichen Leben bethätigt, desto schroffer wäre der Zwiespalt, der in den Herzen von Hörern Platz greifen mußte, die doch auch auf die Belehrung z. B. eines Prof. Grätz angewiesen sind, der offenkundig p2 min D'Dffn läugnet. Ist nun ein Direktor, in dieser seiner Eigenschaft rücksichtsvoll, gegen solche College» und ihre Irrlehren, so ist dieses Lob der härteste Tadel, der dem Hingeschiedenen nachgesagt werden kann. Wenn der pnao TDtn eines R. Akiba v"ni durch Uebernahme der Leitung einer solchen Anstalt, mit den Traditionen bricht, die ihn an seinen Lehrer knüpfen, so gibt es für einen solchen Schrttt, Loch nur die eine Rechtfertigung oder vielmehr Entschuldigung: durch seinen persönlichen Einfluß den traurigen Auswüchsen jener Anstalt, soweit als eben möglich cntgengetreten, und sie durch seine Wirksamkeit möglichst paralysiren zu wollen. Um dies zu können, muß man allerdings darauf verzichten „rücksichtsvoll" zu sein, das Lob „rücksichtsvoll" gewesen zu sein, nimmt dagegen, wenn es wahr ist, dem Verblichenen auch die eine Entschulgigung, die seine Stellung in einem günstigeren Lichte erscheinen lassen könnte. Es muß jedoch der Wahrheit gemäß betont werden, daß der verdorbene Direktor, der erwähnte Zwiespalt in tiefster Seele wehe that, daß aber die Verhältnisse stärker waren als fein guter Wille und daß dieser unerquickliche Mißstand, ihm seine kaum mehr als 3jährige hiesige Wirksamkeit, sehr verbitterte. Es ist mehr als ein offenes Geheimniß, daß dieser Kummer nicht zur Verlängerung seines Lebens beigetragen hat. Wenn der Satz: „Aber sein Körper war zu schwach um die Anstrengungen dieses Amtes auszuhalten" in diesem Sinne gemeint ist, so können wir ihm vollständig beipflichten*). Was nun die erwähnte Correütlondenz über den eigentlichen nervu8 reium sagt, Wranschaulicht die Rathlosigkeit in den maßgebenden Kreisen zu sehr, als daß wir sie nicht wörtlich anführeu sollten: „Es handelt sich jetzt darum, provisorisch einen Lehrer für das Talmudfach im Seminar zu erwählen. Denn für die desinitive Besetzung der Directorstelle, wenn nur ein Rabbiner diese Stelle bekleiden darf, sind die Aussichten sehr gering. Daß ein früherer Schüler des Seminars nicht Direktor sein kann, so lange noch dessen frühere Lehrer im Amte sind, erachtet das Curatorium für selbstverständlich. Und ein andere Kraft, die allen Anforderungen genügte, müßte man mit Licht suchen. Die Leitung des Seminars ist vorläufig auf das Lehrerkollegium unter dem Vorsitz des Herrn Professor Grätz übergegangen." Also, ein Talmudlehrer! Direktoren lassen sich außer dem Schülerkreise des Seminars nicht finden , aber innerhalb dieses Kreises brauchte man sie gar nicht zu suchen, da wachsen sie wild. Risum teBeatis amici? Wer kann sich eines Lächelns erwehren, wenn er sich einen aus dem hiesigen Seminar hervorgegangenen Rabbiner, als Talmudlehrer denkt? Einen Direktor kann man aus den Schülern des Seminars nicht wählen, so lange die früheren Lehrer noch im Amte sind. Gut. Aber einen einfachen Talmudlehrer könnte man doch ins Lehrerkollegium aus den Schülern *) Rabbi ^ose gab bekanntlich als Ursache 'eines langen Gebens nnier anderen an: "?:rri win 'rrvp r: , die Ueberseiznng dieser Wone lautet: chch sprach nie ein Wort nnd gebrauchte dabei Rink acht.

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