Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1879-05-21 · Heft 21 (21.5.1879) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 21 (21.5.1879)
Date
1879-05-21
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447797-2447818--16209-2472186
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XX. Jahrgang. Zweite Srilagr zu Ar. 81 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Mericht. Bon 8. L’education et l’mstruction des enfants chez les anciens juifs. Par Joseph Simon. Nimes 1879. 52 S. 8*. Vorliegende Schrift verbindet mit einem historischen einen patriotisch-politischen Zweck. Nach der politischen Niederlage, die Frankreich erlitten, ist es jetzt bestrebt, sich innerlich zu consolidiren und sich durch ein Friedenswerk die innere Größe zu schaffen und zu bewahren. In richtiger Erkenntniß, daß die wahre Größe eines Staates in BKdrmtz des DvUes, nicht nur der oberen Zehntausend, liegt, ist man bestrebt Schulen zu schaffen, welche Wissen und Gesittung in alle Schichten des Volkes tragen sollen. Zu zeigen nun, wie ein altes Volk, das stets das Wissen als Macht begriffen hat, über Schule und Unterricht gedacht, zu zeigen wie die Grundsätze, die dieses Volk über Schule und Unterricht aufgestellt, lauten, und daß sie, noch heute, die höchste Beachtung verdienen, hat sich der Vers, zur Aufgabe gestellt, um seinem Vaterlande Material zum Aufbau des neuen Staates zu liefern; lernen wir doch am meisten aus der Geschichte. Für uns Deutsche bietet die Zusammenstellung der biblischen und talmudischen Sätze nichts Neues, da wir schon derartige Arbeiten besitzen, den Franzosen wird aber Neues geboten, und es wäre nur zu wünschen, daß sie diese kleine Schrift, welche in das Schulleben unserer Vorfahren uns einen Einblick gewähren läßt, mit Eifer studiren. Auch unfern dortigen Glaubensgenossen ist sie zu empfehlen, sie würden anfangen, den Talmud besser zu würdigen und doch wohl finden, daß eine Vernachlässigung dieses unübertroffenen Werkes, dessen Studium die Grundbedingung unseres religiösen Lebens, eine unverzeihliche Unterlassungssünde ist. Jedoch können wir es nicht unterlassen, es als rügend hervorzuheben, daß der Verf., der in seinen Betrachtungen sich auf traditionellem Boden bewegt, es nicht vermieden hat, einmal den eigentlichen Gottesnamen zu schreiben. Das hätte nicht Vorkommen dürfen. _ njrnrn ’ryo. Quellen des Heils. Erziehliche und erbauliche Betrachtungen über die fünf Bücher Mosis, geordnet nach den Wochenabschnitte«. Ein Buch für Schule und Haus, in traditionellem Sinne und nach anerkannten pädagogischen Grundsätzen bearbeitet und herausgegeben von I. Schwanthaler. Bensheim 1879. 8° Vor uns liegt die 1. Lieferung eines Werkes, dem wir in Schule und Haus Eingang, überhaupt die weiteste Verbreitung wünschen. Sich an die einzelnen Wochenabschnitte anlehnend, bespricht der Verf. erziehliche Fragen in sachgemäßer und entsprechender Weise. Geistvoll versteht der Verf., Momente aus den biblischen Erzählungen für seinen Zweck zu verwertheu, und den Werth seiner Betrachtungen durch eingestreute schön erklärte Tendenzen aus Talmud und Midrasch zu erhöhen. Die öfteren Hinweise auf pädagogische Schriftsteller der Neuzeit bilden eine willkommene Bereicheru«g für die vergleichende Pädagogik. Es wäre zu wünschen, daß eine rege Betheiligung des Publikums das Streben des Verf. fördere und ihu ermuthige und in den Stand setze, der ersten Lieferung , welche die Genesis behandelt, die übrigen vier bald folgen zu lasten. Der Preis jeder Lieferung beträgt bei splendider Ausstattung nur 70 Pfennige. Einladungsfchrift zu der öffentlichen Prüfung der Religionsschule der Gemeinde Adaß-Jisroel von Rabbiner Dr. I. Hildesheimer. Berlin 1879. Der Empfang eines Programms der von Herrn Dr. Hildesheimer geleiteten Religionsschule bereitet uns immer besondere Freude. Ist es doch das Zeichen eines neu erwachenden und schon im Erstarken begriffenen religiösen Lebens aus einer Stadt, deren Namen eine Zeit hindurch als Entschuldigung für alles Irreligiöse in Betreff des Judenthums galt. Wer kennt nicht die Bedeutung der stehenden.Phrase: es ist doch Berlin!? — Die Schule verfügt über ein nur geringes Maß von Zeit und doch wird in den hebr. Wissensfächern Erstaunenswerthes geleistet. Der Director will durch Mittheilung des Lehrplans die Aufmerksamkeit der Fachgenosten auf denselben lenken und „eine Anregung zu einem gegenseitigen Gedanken-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.