Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1879)
- Date
- 1879-05-07
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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494 treue und ehrenwerthe Staatsbürger besitze. An dem Gebühren jener. Studenten sehen wir aber, wozu das Durchbrechen einer jeden gesellschaftlichen und religiösen Schranke und das Streben nach sogenannter Bildung und Aufklärung führt und führen muß. Nicht als Juden hoben sie die Bahn betreten, die sie jetzt in die Zellen des Gefängnisses führte, sondern als solche, die dem jüdischen Leben mit seinen sittlichen Grundsätzen den Rücken gekehrt und sich dem ziellosen Ringen nach scheinbarer Befreiung von allen Banden der Religion «ad Moral zugewendet haben. Glücklicherweise gibt eS, besonders auch hier in Berlin, noch russische Studenten genug, die sich den wissenschaftlichen Studien gewidmet haben, nicht mit dem Vorsatz, außerhalb des Judenthums ihr Glück zu versuchen, sondern in treuer Beobachtung der jüdischen Vorschriften durch Fleiß und Tüchtigkeit sich eine günstige, sie selbst und ihre Landsleute ehrende Lebensstellung zu sichern. Und auf solche Männer hat das Judenthum bei ihrer hervorragenden talmudischen Bildung, die sie von Hause mitbrachten , gewiß Grund stolz zu sein, und diese sind sicherlich am ehesten dazu berufen, den Bann des BorurtheilS zu lösen, unter dem ihre Brüder zu Hause zu leiden haben. Hoffen wir. daß dieser Wunsch baldigst in Erfüllung gehe zur Ehre der Menschheit, zum Heile des GesammtjudenthumS! Zum Schluß noch Eines. Mit Freude habe ich wahrgenommen, daß Sie in Ihren gesch. Blättern noch keinerlei Notiz genommen haben, von der in den politischen und jüdischen Blättern gebrachten Mittheilung, in welch' herausfordernder Weise gelegentlich der Jubiläumsfeier des hiesigen Rabb. Aub vom Repräsentantenvorsitzenden das glaubenstreue Judenthum beschimpft wird. Wenn ein gebildeter Mann als Vertreter einer Gemeinde vor einem großen Theil eben dieser von ihm vertretenen Gemeinde die schmähendsten Ausdrücke gebraucht, indem er dem Rabbiner nachrühmt, er habe daS Judenthum vom Spinngewebe gereinigt und dergleichen jedem Tact und Anstand Hohn sprechende Ausdrücke mehr, so entehrt er in den Augen jedes Gebildeten nur sich selbst und der Hohn und Schimpf fällt auf seine Urheber und deren Gesinnungsgenossen zurück. Jeder BorurtheilSfreie kann nur mit Bedauern und Erröthen von solchem Vorfall Act nehmen. Wiesbaden, 4. Mai. Der hiesigen orthodoxen isr. Religionsgesellschaft, deren Mitglieder aus der isr. Gemeinde ausgeschieden, sind die Rechte einer Synagogengemeinde (Corporations- Rechte) verliehen worden. Dieselbe führt von nun an den Namen: „Altisraelitische CultuSgemeinde zu Wiesbaden." England. London. Frau Sarah Cohen, Wittwe des verstorbenen Jsaac Cohen und Mutter der verstorbenen Baronin Mayer von Rothschild hat den iSr. Institutionen 2700 L.-St. hinterlassen. (Jew. Chr.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich Prnfion in der Schwei; gesucht für die Dauer eines Monats für eine junge Dame aus vornehmer Familie in einem strengreligiösen taufe; am liebsten in einem hochgelegenen Orte. ranco-Offerten an die Expedition dieses Blattes sub Nr 1408. Heidelberg. Gasthof zum goldenen Ross. Eigenthümer: M. Witfenhaufen» Reu und comfortable eingerichtet. Streng religiös. Den verehrlichen Reisenden bestens empfohlen, sowie zur Abhaltung von Hochzeiten und Festlichkeiten aller Art. 1271] M*edrger-Vra«tther<tte*-Sttfturrg Am 17. Oktober 1877 gelangen die Zinsen der „Predtger-Mannheimer-Stiftung" zur Vertheilung. Anspruch auf diese Unterstützung haben Rabbinen, Prediger und Lehrer in Oesterreich-Ungarn, welche dienstunfähig geworden sind, oder deren Wittwen und Waisen. Die Bewerber müssen in einer Gemeinde, welche mindestens fünfzig Mitglieder zählt, wenigstens durch zehn Jahre das Amt in würdiger Weise verwaltet haben. Beamte großer, notorisch reicher Gemeinden sind ausgeschlossen. Die Würdigkeit der betreffenden Beamten, sowie die Dienstunfähigkeit sind nachzuweisen. Gesuche sind längstens bis am 10. Juli d. I. an die isr. Gemeinde- Canzlei in Wien unter der Adresse: „Curatorium der Prediger-Mannheimer-Stiftung zu übersenden. [1409