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Der Israelit · 1879-05-07 · Heft 19 (7.5.1879) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 19 (7.5.1879)
Date
1879-05-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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LIA-i JIUJI XX. Jahrgang. Zweite Leilage zu tlr. 19 -es Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 5. Mai. In mehreren uns zugekommenen Zuschriften wird die Ansicht ausgesprochen, daß wir in Nr. 16 d. Hl. behauptet hätten, Herr Professor Wogue in Paris habe den Titel eines grand-rabbin usurpirt; uns lag eine solche Behauptung fern. Wir gönnen Herrn Wogue diese» Titel von Herzen, umal ihm derselbe, wie uns berichtet wird, als einen Professor an der öeol« rabbimguo, mit Recht zukömmt. An unsrer Stellung, der Haltung des „Univers Jsr." gegenüber, ändert natürlich diese Titelfrage nichts. Aus Bayern. Schon seit mehreren Jahren beziehen viele jüdische Kaufleute in Deutschland und Oesterreich ihren Bedarf an ->20 - Schweizerkäse von Hrn.L. Kletsleff in Posen. In längster Zeit kamen Zweifel auf, ob dieser Käse auch wirklich -uso sei. Um auf den Grund der Sache zu kommen, wandte ich mich an Herrn Rabbiner vr. Feilchenfeld in Posen, von welchem ich nachstehende Antwort erhielt, die TDn1? zu veröffentlichen ich mich verpflichtet halte. Die Antwort lautet: Posen, 1. Mai. Obgleich der Kaufmann Kletsleff meines Wissens nicht unreligiös lebt, leiste ich doch für den von ihm seilgebotenen Käse keine Garantie mehr und empfehle auch den Ankauf desselben nicht. Herr I. Röder hat bezüglich des nntco nach wie vor mein Vertrauen, darf aber Schweizerkäse nicht feilhalten. Einen andern zuverlässigen Verkäufer kenne ich nicht. Der Rabbiner der hiesigen Synagogengemeinde Or. W. Feilchenfeld. W. Aus Bayern Auf dem in Nr. 12 d. Bl. beschriebenen Schwerte wird wohl die zweite Inschrift heißen sollen: isiy nna »o 'Zvb jn indem das i verwischt ist worden und die Trennung der Buchstaben der einzelnen Worte nicht gehörig eingehalten wurde. Berlin. Vor einigen Tagen erfolgte beim hiesigen Criminalgericht die Verurtheilung dreier jüdischer Studenten aus Rußland wegen Theilnahme an der socialistischen Agitation. Diese jungen Leute, welche, wie sie selbst angaben, aus der Rabbinerschule zu Wilna — unseligen Andenkens — entlaufen sind, um sich in Deutschland den Universitätsstudien zu widmen, hatten es zu ihrer Aufgabe gemacht, ihre allen Gesetzen der menschlichen Ordnung und Moral widerstreitenden socialistischen Ideen besonders unter ihren Glaubensgenossen zu verbreiten und waren in diesen ihren Bestrebungen wiederholt mit dem Staatsanwalt in argen Conflict gerathen. Was uns an dieser Geschichte interessirt, ist nicht die persönliche Theilnahme für die Verurtheilten, denn ihnen ist für ihr verwegnes Beginnen die gerechte Strafe geworden, vielmehr ist das die Thatsache, daß jene Menschen es gewagt haben, vor Gericht zu erklären, daß sie als Juden sich verpflichtet glaubten, für die geistige Befreiung ihrer Glaubensgenossen in Rußland thätig zu sein. Die Herren haben aber bei jener Verhandlung und auch durch ihr Vorleben zur Genüge gezeigt, wie es mir ihrem Judenthum steht. Hat doch einer von ihnen auf die Frage des Richters, welche Religion er habe, geantwortet, von Religion könne bei ihm keine Rede sein. So sehr wir auch das LooS unserer Brüder in Rußland bedauern und von Herzen wünschen, daß auch für sie bald die Stunde der Freiheit von geistigem und körperlichem Druck schlagen möchte, so liegt es uns doch unendlich fern, die Meinung derjenigen billigen und unterstützen zu wollendie da wähnen, durch Aufruhr und Mordwaffen sich die Freiheit erzwingen zu müssen. Mögen sie es an den Juden Deutschlands lernen, daß die Waffen des Geistes, der Ordnung und Gesittung allein und am sichersten zur endlichen Erlösung von schnödem Gewissenszwang verhelfen. Das Judenthum weist entschieden die Zumuthung zurück, Theil zu nehmen an den tollkühnen , blutdürstigen Plänen jener Männer, die im Umsturz aller Ordnung ihr Heil zu finden glauben. Mögen unsere russischen Brüder fortfahren, jeder für sein Theil und in seinem Kreise px -)-n Op min zu pflegen, und die Regierung wird bald — so hoffen wir, sich der Erkenntniß nicht mehr verschließen können, daß sie in ihnen

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