Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1879)
- Date
- 1879-05-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 1» XX. I'ahrgang Der Israelit Ein Centtal-Organ für das orthodoxe Judenthum. Herausgegeben von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 7. Mai 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwoch-, in mindesten- 2 Bogen. Preis deS Jahrgang- 10 Reichs-Mart. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 35 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. 9 ii I ft u. Leitende Artikel: Der Fürst von Bulgarien. — Die Lranerzeit der Sephira. — Rischutz. — Zeitungsnachrichten und EorrcsponLenzen : Deutschland: '-rann. Stratzburg. — Desterr.-llngar. Bionarchie: Wien. - Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Anhalt der ersten Beilage: Leitender Artikel: Vom Geineindebunde. Zeitungsnachrichten und Eorresvondenzen: Deutschland: Berlin. Feuilleton: Jakobine. Anhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Aus Bayern. Aus Bayern. Berlin. Wiesbaden. — England: London. — Anhakt der Krtra-ZSettage r Spenden-Berzeichniß. Leitende nxtitet* Per Imst ton Bulgarien. Mainz, 1. Mai. Der Telegraph bringt uns die Nachricht, daß der Prinz von Battenberg, ein Sohn des Prinzen Alexander von Hessen, einstimmig zum Fürsten von Bulgarien ist erwählt worden. Wir begrüßen diese Wahl im Interesse unserer Bulgarischen Glaubensgenossen mit großer Freude. Das erhabene Großherzoglich Hessische Fürstenhaus hat seit uralten Zeiten sich stets und immer den Israeliten gnädig und liebevoll erwiesen. Der allverehrte Vater des ersten Fürsten von Bulgarien, Seine Hoheit, Prinz Alexander von Hessen, ist, den Traditionen seine^^lhnen getreu, unfern Glaubensgenossen ein Freund Und Beschützer; wir hoffen und wünschen, daß der zu so hoher und wichtiger Stellung berufene Sohn, dem Beispiele seiner erhabenen Voreltern folgend, auch den Bulgarischen Israeliten ein gütiger und gnädiger Landesvater werde. Möge seine Regierung eine lange und glückliche sein! Pie Trauerzeit der Sephira. Seit jeher gelten die Tage von Peßach bis Schabuoth, die Zeit der Sephira, in Israel als äiss netasti', als eine Zeit der stillen Trauer, in welcher jede Lust verbannt, und die nur der Wehmuth geweiht ist. Ausdruck wird dieser besonders dadurch gegeben, daß man mit Ausnahme einiger Tage während dieser 7 Wochen keine Ehe eingeht, und wie bei Todesfällen naher Verwandten zum Zeichen der Trauer den Bart nicht abnimmt. Nach dem Grund ward in früherer Zeit vom Volke wenig gefragt, man begnügte sich damit, daß eS allgemeine, durch die Jahrhunderte geheiligte Sitte war, und es fiel Niemandem ein, sich einer solchen entziehen zu wollen. Die Schriftkundigen fanden als Motiv angegeben, daß einst die zahlreiche Schülerschaft des Rabbi Akiba während dis'er Zeit