Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1879)
- Date
- 1879-04-30
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. Jahrgang. Dritte Beilage Nr. 18 des Israelit. Zeituvgsnachrichten und Corresporrdenzen. Deutschland. Der israelitische Volksschullehrer Herr Adler zu Heidingsfeld feierte am 22. d. sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Derselbe wurde Nachmittag 4 Uhr vou der Geistlichkeit in seiner Wohnung abgeholt und in den festlich decorirten Rathhaussaal geleitet Daselbst empfing er durch Herrn Regierungsrath Nickels im Auftrag Sr. Maj. des Königs den vudwigsorden für die mit Treue und Eifer geleisteten langjährigen Dienste. Bei der Ucbergab dieser Allerhöchsten 'Auszeichnung hielt Hr. Reg.-Rath Nickels eine lief ergreifende Rede, woran sich noch eiue Ansprache des Herrn Bürgermeister Otto anschloß. Sodann wurde Herrn Adler von den Hrn. Deputirten der israelitischen Kultusgemeinde ein prachtdoller Pokal überreicht. Nach Beendigung dieser Feierlichkeit begaben sich sämmtliche Theilnehmer in die Reuter'sche Brauerei zum Festmahl, bei welchem Musik- und Gesangvorträge, Reden und Toaste, auf den gefeierten Jubilar ausgebracht, in bunter Reihe abwechselten. Auch liefen verschiedene Telegramme von Nah und Fern ein, in denen dem Jubilar (der bereits 40 Jahr als Lehrer in Heidingsfeld thätig ist), für die so seltene Feier die besten Glückwünsche dargebracht wurden. Die Festlichkeit verlief in der gehobensten Stimmung und trennten sich die Gäste erst nach Mitternacht. HaNait. Die hiesigen Eheleute Herr Salomon H ich ende,r,g und Frau Rebecka, geb. Sander, feierten Sonntag, den 3u. März, munter und rüstig, im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der goldnen Hochzeit. Die vielen Freunde und Bekannte des seiner aufrichtigen Religiosität und seines biederen Charakters halber allgemein geachteten Jubelpaares gaben durch Gratulationen und sonstige bei solchen Gelegenheiten übliche Aufmerksamkeiten ihre Theiluahme zu erkennen und Herr Provinzial-Rabbine Felsenstein drückte die befühle und Wünsche der anwesenden Gäste und Gratulanten durch Worte aus, die sich des vollkommensten Beifalls der Zuhörer und des Jubelpaares zu erfreuen hatten. Wir schließen uns den Wünschen des Herrn Prov -Rab. an, daß es dem würdigen Jubelpaare noch viele Jahre vergönnt sein möchte, froh und heiter, frei von Stürmen und trüben Wolken, in Liebe und Eintracht mit einander vereinigt zu bleiben. Cöln, 21. April. Kaum ist ein halbes Jahr verflossen, seitdem die hiesige Gemeinde in dem Dahinscheiden des Freiherrn Abraham von Oppenheim einen großen Be lust erlitten und wieder ist dieselbe in eine ebenso große Trauer versetzt worden. Am Donnerstag, den 2-i. April verschied Herr S. M. Frank nach kurzem Klankeulager im Alter von 61 Jahren. Der Verstorbene stand seit 20 Jahren an der Spitze der hies. israelitischen Gemeinde und widmete derselben stets die aufopferndste Thätigkeit. Die Entwickelungsgeschichte der Kölner Gemeinde im neunzehnten Jahrhundert ist mit seinem Namen eng verknüpft. Unsterbliche Verdienste hat er sich in derSynagogcn-, Schule- und Armenverwaltung erworben. In den höchsten Kreisen war er seiner Biederkeit wegen geachtet und in den niederen seiner Mildthätigkeit wegen verehrt. Die ungeheuer rege Theiluahme bei der heutigen Beerdigung ist das beredteste Zeugniß für sein segensreiches Leben. Ein unabsehbarer Zug, allen Klassen der Bevölkerung angehörend, gaben dem Dahingeschiedenen das letzte Ehrengeleite, eine endlose Reihe Equipagen beschloß den Zug. Und als der Rabbiner i>r. Frank am Grabe das Wort ergriff: „Unser S. M Frank ist nicht mehr', da blieb fast kein Auge thränenleer. Jedem ward da der Verlust klar,- der Freund betrauerte den treuen Rathgeber, der Unbemittelte den Helfer in der Noth. — Möge Gott den tiefgebeugten fast hundertjährigen Vater, die trauernde Gattin und Kinder trösten, r-5*. Cöln. In dem Rechenschaftsbericht über das hiesige jüdische Lehrerseminar wurde bei der Einnahme irrig der aus dem Vorjahre mit hinübergenommene Betriebsfond von 7000 Mk. und der Cassabestand des Vorjahres mit 3013 Mk. mit aufgeführt. In Wirklichkeit wurde vereinnahmt: an Capitalien zum eisernen Fond, wovon nur 4>ie Zinsen alljährlich verausgabt werden dürfen, 5838 Mk., an Extra Ordinarien, Stiftungserträge, Zinsen 4100 Mk., an Jahres- und momentanen Beiträgen 15,445 Mk., zusammen 25,383 Mk.. denen an Ausgaben ca. 15,Oj7 Mk gegenüberstehen. Aus Bade« Nachträglich wollten wir noch zu der in Nr. 17 des „Israelit" enthaltenen Notiz über die Handelsschule in Miltenberg a. M. bemerken , daß außer Herrn Dr. Fiedermann auch