Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 18 (30.4.1879)
- Date
- 1879-04-30
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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469 kosen, da ist es noch ungleich schöner. Haben Sie es noch nie beobachtet, Jakobine, daß die kleinen gefiederten Leutchen auch ihre Zwiegespräche halten? Geben Sie nur einmal Acht, kaum hat da links ein Bürschchen angeschlagen, jo — lauschen Sie nur. von rechts her flötet's ihm Antwort. Und dann zwitschert der Erste wieder, und —" Das junge Mädchen schien ihn nicht zu hören; trübe und träumerisch blickte sie in's Weite. Kopfschüttelnd schaute Günther zu ihr nieder. „Jakobine!" rief er laut. Sie fuhr zusammen und blickte zu ihm auf. „An was denken Sie?" fuhr er fort, „ich gebe mir alle mögliche Mühe, Sie zu unterhalten und Sie hören mich nicht, haben kein Wort für mich. Woran haben Sie jetzt eben gedacht?" „An meine Zukunft", entgegnete sie seufzend. „An Ihre Zukunft?" wiederholte er. „Ich fühle mich Ihnen aufrichtig verpflichtet, Herr Graf", sprach sie mit gesenkten Blicken, „daß Sie mich noch rechtzeitig auf die Unannehmlichkeiten aufmerksam gemacht haben, denen ich möglicherweise im Hause der Baronin Weißenfels begegnet wäre." (Fortsetzung folgt.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. | Aachriif! I Oelsberg (Kurhessen). Eine Zierde unserer Gemeinde ist nicht mehr; am 4. Nissan hat M ses Weingarten I. in seinem 84. Lebensjahre seine edle Seele ausgehaucht. Der Verstorbene, ein für unsere hl. Religion tief begeisterter Mann, war ca. 60 Jahre lang unserer Gemeinde an den D’NTun ww und auch sonst oft im Jahre; rein noch jüngsten 's1, da unser pn verhindert war, betete er vor, und riß durch seine ungeschwächte, klare Stimme die ganze Gemeinde zur Verwundernng hin. Erst einige Monate sind es her, daß er auf dringende Vorstellung seiner Angehörigen , die für seine angegriffene Gesundheit fürchteten, nicht mehr täglich, morgens, das nDjnn rvu besuchte, aber Abends ließ er sich es nicht nehmen, von einem Enkelchen geleitet, zur Synagoge zu gehen. Und wie er ein guter Jehudi war, so war er auch ein guter Bürger seiner Vaterstadt und treuester Vater seinen Kindern und Enkeln. Wie groß die Achtung war, deren sich der Verstorbene bei Juden und Christen erfreute, davon zeugte die ungemein große Betheiligung bei seinem Begräbnisse. n'^'W'n. [1179 föitt arbeitsames israelitisches Mädchen, welches die; Küche und Haushaltung gründlich versteht, wird! von einer geschästs- und kinderlosen israelitischen Familie i gesucht. Eintritt zu jeder Zeit. Fr an ko-Offerten bei sorgt d. Exp. d. Bl. unter Nr. 1182. Bitte! Auf meinen in Nr. 1 d. Bl. für die arme Wittwe erlassenen Aufruf liefen wohl einige Spenden ein, womit indeß nicht viel ausgerichtet werden konnte. Wiederholt ergeht daher an meine verehrten Glaubensbrüder und Glaubensschwestern die herzliche Bitte. mich in der mir so schön gestellten Aufgabe nach Kräften zu unterstützen, nach Verhältniß beizutragen und mich zum hibd rrbttf zu macken, indem die Betreffende keine Unwürdige ist und der Unterstützung sehr bedarf, cd1? 'm Gott wird Eure Handlungen gelingen lassen, und der Segen wird nicht ausdleiben. Die Expedition d. Bl. sowie der Unterfertigte nehmen auch ferner milde Gaben entgegen und geschieht die Empfangs - Anzeige und Quittung wie bisher im Spenden-Verzeichnisse. Obereuerheim bei Schweinfurt, 21. April 1879. 1240] M. Elkmann, Lehrer. Literarische Anzeige. Neu erschienen: Prof. l>r. M. vl. Levy's „Biblische Ge» schichte", nach dem Worte der heiligen Schrift der Israelitischen Jugend erzählt. Sechste, von neuem durchgesehene und verbesserte Auflage, herausgegeben von Dr. B. Badt, ordentl. Lehrer am Johannes-Gymnasium zu Breslau. — Preis: geb. 1 M. 50 Pf. Breslau, 1. April 1879.! 1121] A. Hepner's Bert.