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Der Israelit · 1879-04-23 · Heft 17 (23.4.1879) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 17 (23.4.1879)
Date
1879-04-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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437 die so oft ihr Antlitz gestreichelt, mit ihren Küssen und ihren Thränen — die Kranke gewahrte es nicht. Vollständig bewußtlos, unablässig nach Athem ringend lag sie da. Der Dorfarzt erschien, er fand die Anordnungen des jungen Mädchens zweckentsprechend, gab jedoch wenig Hoffnung. — Und als gegen Mittag des folgenden Tages die beiden Professoren anlangten, fanden sie die Kranke bereits in Agonie. Bleich und ernst lehnte Graf Günther an das Fußende des Sterbebettes, während Jakobine verzweiflungsvoll sich auf ihren Knieen wand. Sie war nicht zu bewegen, die Sterbende auch nur auf einen Moment zu verlassen; immer hoffte sie noch einen Blick zu erhaschen aus den Augen, die stets so freundlich auf sie geschaut. — Eitle Hoffnung, das Bewußtsein kehrte nicht zurück, und! noch ehe die Sonne unterging, hauchte Gräfin i Waldenser ihren letzten Seufzer aus. Ohnmächtig brach Jakobine an dem Bette der j verblichenen Gräfin zusammen. — Man trug sie in ihr Zimmer, und es gelang bald, sie rum Leben zu erwecken — doch auch zum Bewußtsein ihres Schmerzes. Günther, trotz seines aufrichtigen Schmerzes um die Dahingeschiedene, vergaß doch nicht des trostlosen Mädchens und ließ sie auffordern, ihr Zimmer, das durch die unmittelbare Nähe des Sterbezimmecs ein fortdauernd aufregender Aufenthalt für sie werden mußte, mit einem andern, im Seitenflügel gelegenen zu vertauschen. Jakobine schüttelte das Haupt; so lange die Hülle ihrer Wohlthäterin über der Erde weilte, wollte sie nicht von ihr weichen, sie wollte bei ihr wachen wie im Leben, so auch im Tode. Daß sie durch den plötzlichen Hintritt der Gräfin vollständig schutzlos und verlassen dastand, daran hatte sie noch nicht gedacht, obgleich sie wußte, daß ihre Zukunft keineswegs gesichert. Aber in diesen ersten Tagen fassungslosen Schmerzewar sie keines ihre Persönlichkeit betreffenden Gedankens fähig. In dem grüßten schwarz decorirten Pracktsalon des Schlosses Waldensee, auf reichem, silberbeschlagenem Katafalk ruhte die Hülle der Verblichenen von zahllosen Wachskerzen umgeben. Der zur Bestattung bestimmte Tag war gekommen, der ganze Adel der Umgegend und sämmtliche Freunde und Verwandten der Verblichenen, selbst aus weiter Ferne, waren herbeigeeilt, der Gräfin Waldensee das letzte Geleite zu geben. Das Schloß, bis in den kleinsten Raum war voll mit Fremden. Jakobine schwankte einher, ein Schatten ihrer selbst; ihre Thränen waren versiegt, aber Verzweiflung hatte ihr Herz erfaßt. Eine alte Freundin der Verstorbenen, Baronin Weißenfels hatte Mitleiden mit dem schönen trostlosen Mädchen; sie forderte sie auf, nach Beendigung der Trauerfeier sie in die Stadt zu begleiten und bei ihr zu verweilen, so lange es ihr gefallen werde. Jakobine preßte die Hand auf*die Brust und flüsterte schluchzend ihren Dank. (Fortsetzung folgt.) ANZEIGEN. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. ür ein ordentliches Mädchen, welches im Nähen gut erfahren, und die Pflege der Kinder versteht, wird Stelle gesucht. Näheres bei Frau Jos. Frist, 1168] _ _ Solingen._ Commis gestutzt. üt ein SchrchwaareuKefchäft en «letail in der französischen Schweiz wird ein sehr tüchtiger Verkäufer sofort gesucht. Offerten sul» C. Nr. 61 an Sfaasenstei» «fe Vogler, 1169] Lausanne. Lehrlingssielle gesucht pr. sofort für einen jungen Mann, der sehr gute Schulkenntnisse besitzt, in' ein lebhaftes Geschäft, wo Sonnabend geschlossen, womöglichst in einer nicht allzukleinen Stadt Norddeutschlands. Offerten an die Expedition d. Bl. sud Nr. 1170. ür mein an Sonn- und Feiertagen streng geschloffenes Tuch-, Modewaaren- und Herren- Garderobe-Geschäft suche ich Pr. sofort oder auch pr. 1. Juni d. I. einen jungen Mann mir guten Schulkenntniffen als Lehrling. 1162] M. Neuhaus, Fulda.

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