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Der Israelit · 1879-04-23 · Heft 17 (23.4.1879) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 17 (23.4.1879)
Date
1879-04-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 17 XX. Jahrgang. Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Indenthum. HerauSgegeben von Nr». Lehmann in M a i n z. Mittwoch, den 23. April 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — ^österreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. östcrr. an die Expedition franco einzusenden. Inhalt. Leitende Artikel: Moderne Apostaten. — Rischuß. — | Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Bayreuth, i Ans Laden. Frankfurt a. Bi. — Rußland: Moskau. — { Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim.! Anhalt der ersten Beilage: j Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen: Deutschland: Mainz. Hüttenbach. Kurek. — Dest.-Ung. LRonarchie: Prag. — Feuilleton: Jakobine. j Anhalt der rweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Correspondcnzen: Deutschland: Würzbnrg. Cöln. — Oest.-Uug. Monarchie: Wien. — Rumänien: Bukarest. — Rußland: Moskau. — i Leitende Artikel. Moderne Apostaten. Mainz, 17. April. Zu allen Zeiten gab es Leute, die, als Juden geboren, trotzdem von einem grenzenlosen Hasse gegen Juden und Judenthum erfüllt waren; diese Menschen fielen dann vom Judenthume ab und wurden die erbittersten Feinde desselben. So nennt die heilige Schrift schon einen Rawschakah, der, ein jüdischer Apostat, ein Parteigänger des assyrischen Königs Sanherib wurde und vor den Thoren Jerusalems Gottes heiligen Namen lästerte und den frommen Köniz Chiskijah ^chöhnte; so haben wir in jüngster Zeit vielfach von dem Apostaten Johann Pfefferkorn zu erzählen gehabt, welcher Kaiser und Reich dazu bestimmen wollte, die rabbinischen Schriften, die heiligen Bücher des Talmuds und der Kabalah verbrennen zu lassen. Die Anzahl dieser Judenfeinde jüdischen Ursprungs ist ungemein groß, und die Geschichte jedes Jahrhunderts verzeichnet die Fülle von Leiden, welche sie über die Bekenner des einzigen Gottes gebracht haben. Und doch waren jene Männer noch vorzuziehen den modernen Apostaten, welche äußerlich den Namen „Jude" beibehalten, und mit verbissenem Ingrimm gegen das Judenthum zu Felde ziehen, das Heilige verspotten und dem Gelächter einer unwissenden Menge preisgeben. Dieser Tage wurde uns von befreundeter Hand die Sonntagsbeilage Nr. 12 der Berliner „Bossischen Zeitung" zugeschickt, in welcher ein gewisser vr. I. Morgenstern in cynischer Weise Talmud, Midrasch und Sohar verhöhnt und namentlich eine Fluth von Schimpfworten über den großen Tanai'ten Rabbi Schimeon den Jochai ausgießt. Und dieser vr. I. Morgenstern, der in einer politischen Zeitschrift so entsetzliches Rischuß zu Tage fördert, ist nicht allein nicht getauft, er ist Mitarbeiter der „Jsr. Wochenschrift", die ihre destructiven Tendenzen unter konservativem AuShängeschilde gibt.

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