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Der Israelit · 1879-03-26 · Heft 13 (26.3.1879) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 13 (26.3.1879)
Date
1879-03-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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346 welche sämmtlich ihrem Zahlenwerth nach die lanfende Jahreszahl, den sogenannten üib für tfnn enthalten. — Dieser Theil führt den Titel: Indem hier Glück* und Unglück verheißende Sätze bunt nebeneinander stehen, will der Vers, der nicht selten vorkommenden Anschauung derer entgegentreten, die in solchen Zufälligkeiten ein Omen nach der einen oder anderen Seite erblicken. Es ist dies ein Auswuchs jenes Jrrthums der VW -Ttfno, die schon der Talmud geißelt. Uebrigens verhehlt sich der Vers, nicht, daß es sich hierbei mehr um eine Spielerei handele, mit welcher er seine Mußestunden ausgefüllt habe. Mangel und Sorgen, schreibt uns der Vers, in einem Privatbriefe, hätten seinen Geist derart in Banden geschlagen, daß er nicht mehr im Stande sei, sich ununterbrochen dem ernsten Studium in j der Weise zu widmen, wie es nothwendig sei und wie ‘t es auch sonst seit frühester Jugend gethan habe. Das Buch ist zu beziehen durch Rabbiner! David Cohen aus Wilna in Jerusalem. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. D e u l i ch t a n d. «Sttingeu, 6. März. Der Lehrer der hie. sigen isr. Gemeinde, Herr Schlesinger, feierte gestern sein 50jähr. Dienstjubiläum. Das Fest muß um so mehr ein Fest seltener Art genannt werden, «US es in unsrer Provinz bi j jetzt noch nicht vorgekommen, daß ein jüdischer Lehrer dieses Dienstalter erreicht hat. Der gestrige Tag zeigt, daß der Jubilar es verstanden hat, sich in seiner langen Dienstzeit die Achtung und Liebe aller Kreise der hiesigen Bevölkerung zu erwerben. Früh am Mor*; gen erschienen zunächst frühere Schüler des Jubilars, um ihm ein prachtvolles Album mit den : Bildern ehemaliger Zöglinge zu überreichen. Die*; sen schloß sich eine Deputation des jüdischen Leh. j rerverein? der Provinz an, dessen Präsident Herr i Schlesinger seit 8 Jahren ist. Dieselbe brachte j einen Silberpokal nebst künstlerisch ausgestatteter > Adresse. Darauf folgte der Vorstand und das j Festeomitö der Gemeinde Göttingen mit dem Gei schenke derselben, bestehend in einer Obligation über 1200 M Dann erschien der Bürgermeister Merkel und Senator Schlegel, um im Namen der städtischen Behörden zu gratuliren. Darnach folgte eine Deputation der hiesigen Volksschullehrer, an deren Spitze Director B ö r g e stand. Nachdem dann der katholische Lehrer ebenfalls seinen Glückwunsch dargebracht, erschien der Kreishauptmann , um als Vertreter des Kreises Göttingen und im Namen der Landdrostei zu Hildesheim zu gratuliren. Ferner erschienen zur Beglückwünschung die Landrabbiner Dr. Gutmann aus Hildesheim und Dr. Meyer aus Hannover. Außer diesen officiellen Glückwünschen erhielt der Jubilar im Laufe des Tages noch eine sehr große Zahl von Telegrammen, Briefen und Karten. Nachmittags 6 Uhr vereinigten sich etwa l50 Personen zu einem Festessen im Burhenne'schen Saale. Beim Beginn desselben überreichte Dr. Gutmann dem Jubilar im Namen des Kaisers den königl. Hausorden mir der Zahl 50. Während des Festmahls reihte sich Toast an Toast, und die Stimmung der Gesellschaft war so vorzüglich, daß diese bis gegen 5 Uhr Morgens beisammenblieb. Frankfurt a. M., 7. März. Der Bericht des Pflegamts des isr. Almosenkastens ist in der erfreulichen Lage, eine Zunahme der Jahresbeiträge um 2960 M. constatiren zu können. Die Ausgaben betrugen für ständige Spenden an 179 Familien M 34,684, für unregelmäßige Spenden an 233 Familien M. 60,16.10, an Pensionsgeld für einen verwaisten Knaben M. 410.50, Eingenommen wurden an Gaben zur Vertheilung M. 19,867.03, an Schenkungen M. 2571.71. an Mitgliederbeitragen M. 10,704.65, an Zinsen M. 8307. Das bedeutende Legat des Herrn Rapp kann zufolge seiner letztwilligen Verfügung erst nach vielen Jahrzehnten zur Verwendung gelangen. Die übrigen Gaben zum Fonds haben gegen voriges Jahr um M. 4200 abgenommen, ebenso die Gaben zur Vertheilung um M. 6000; dabei nahmen jedoch durch die fortdauernde Einwanderung vieler armer Familien die Unterftützungsgesuche auf eine nicht mehr zu bewältigende Weise zu und so mußten schon 75 Familien mehr als voriges Jahr unterstützt werden. Ohne Gewerbe und Seschäftskenntniß haben fast alle keine anderen Gubsistenzmittel, wie die, welche durch Mildthätigkeit ihnen zufließen. Die Fälle sind auch nicht selten, daß Langemeinden ihre Armen durch die Vorspiegelung, hier sei von den Humanitären Anstalten für alle ihre Lebensbedürfnisse gesorgt, zur Einwanderung verleiten.

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