Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1879)
- Date
- 1879-03-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. 1 Juititt Lrilage zu tlr. 13 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht.;vjom c"'ran pttfcO pap •xoc-to -,n *nxc ,nnaio n-joo* »cn ara xawain LPVio' p"ny na ->cd P“ZP TH -typ TDD p*D‘ x:Phd pan pnx o"iq x"xa -oo opan ^ao i"n p E Der Nothschrei, der in diesem Augenblicke in herzzerreißender Weise aus dem heiligen Lande herüber dringt, daß ihm kein fühlender Mensch Ohr und Herz verschließen kann, dieser Nothschrei, von dem man glauben sollte, daß er keiner Steigerung mehr fähig sei, erhält durch die oben ge-! nannten Wecke eine so düstere Illustration, daß! wir fast Bedenken tragen, sie in dem Rahmen eines j literarischen Berichtes zur Sprache zu bringen. I Wir glauben jedoch auf das Einverständniß J des denkenden und — fühlenden Lesers rechnen zu j dürfen, wenn wir diesem Bedenken keine Rechnung i tragen. 1 Beide oben genannte Werke sind in Jerusalem j erschienen und sind durch ihre Eigenartigkeit in I hohem Grade geeignet, die Aufmerksamkeit auf sich i zu ziehen. Das pxtp cmaan “*td ist selbst ein j literarischer Bericht über 5 dem Verfasser durch j ihre Autoren zugegangene Schriften. — Es sind 1 dies die Werke: 8 pycrxp p‘'p~i i"ax app nxc oj^do xiac 1 ~d-o -yinyaDxa o^o nnc-ty oxo cP" miay 'd 8 'Po pyetp I -rnsx box paya 'od -aa rrv.ira D“ßjip I iniiPo :*iax p mPx *-oxd ivb Dys *d I ■«csn apjr oxo n^n rrm P'an mopn 1 Das Buch ist also seiner Natur nach kein sol- | ches, das lange Jahre vorbereitet werden konnte, I es ist gelegentlich entstanden und sogar, wie der | Vers. vorausschickt, in größerer Eile niedergeschrie- 8 den worden, als es Arbeiten dieser Art förder- § Uch ist. | Und dennoch tritt vns hier eine Gelehrsamkeit entgegen, eine Belesenheit, eine Vertrautheit mit allen Disciplinen der jüdischen Wissenschaft, die in den recensirten Werken behandelt werden, vor Allem aber ein feiner kritischer Tact, der selbst offenkundigen Plagiaten gegenüber die bescheidene Ruhe nicht verliert, kurz eine solche Fülle wahrhaft klassischer Vorzüge, daß jede Zeile dieses Buches den vollendeten jüdischen Gelehrten bekundet x^sio ij'xto ■“'OO UWE» ~\2~i W 0000.; Und dieser geniale Gelehrte — hungert!! Wie hart muß der Hunger schon an die Thüre j eines solchen Mannes pochen, wenn er in der Vorj rede schreiben muß: 0L001 ,'P0p2 310 OXOX ’3 ,P '0 3'0T 0131 •n-ai ox -oy npx X7 ..Möge mir Gott damit eine Erleichterung „verschaffen, daß ich einen guten Lohn für meine „Mühe erhalte und nicht die Schmach des Hun- „g e r s länger hinnehmen muß. mit meiner Familie!" Welche unbeschreibliche Noth muß im heiligen Lande herrschen, wenn sie einen ddn -*c?n solchen Schlages zwingt, sich so vor aller Welt bloszustellen! Welch' ein unaussprechliches Verdienst, einem solchen Manne beizuspringen, um ihm seine Noth zu lindern, welches herzerhebende Bewußtsein muß es sein, sich sagen zu können, man habe das Glück gehabt, durch Geld, durch bloßes, kaltes Geld ein so theures Leben miterhalten zu haben! Das Buch ist zu beziehen unter der Adresse: Moses Jedid (für David Schiffmann in Liberias) Beiruth (Syrien Wie die Noth erfinderisch macht, zeigt das zweite angezeigte Schriftchen. Dasselbe steht weit unter dem Niveau der erstgenannten Schrift hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Bedeutung, worauf übrigens auch keinerlei Anspruch sertens des Verfassers erhoben wird. — Den größten Raum nimmt eine Darstellung der Mißstände ein, welche unter der jüdischen Einwohnerschaft der heiligen Stadt herrschen, wobei es der Verfasser in sehr geschickter Weise versteht, treffende Erklärungen schwieriger talmudischer Sätze einzufiechten. In hohem Grade originell ist der belletristische Schlußtheil des Schriftchens. welcher auf 12 euzgedruckten Octavseiten eine Zusammenstellung von Sätzen und Worten aus po und D“tcr enthält,