Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1879)
- Date
- 1879-03-12
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XX. Jahrgang. Zweite Leilage;» Ar. 11 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Bltrgpreppgch. Dem vierten Rechenschaftsbericht der Talmud-Thora-Schule zu Burgpreppach für das Jahr 1878 entnehmen wir: Ein Aufruf, mit welchem wir uns um Unterftützung zur Erbauung eines neuen Schulgebäudes bittend an unsere Brüder und Schwestern gewandt, fand allenthalben trotz der so äußerst ungünstigen Zeitverhältnisse günstige Aufnahme und man beeiferte sich in vielen Gemeinden, nach Kräften ein Schärflein zu der sofortigen Ausführung dieses Gebäudes, das für die Erhaltung unserer Anstalt zur Nothwendigkeit geworden, beizutragen. So ist es mit der Hilfe des Allgütigen gelungen , in verhältnißmäßig sehr kurzer Zeit ein neues Unterrichtslokal nach einem Plane, der auf der König!. Regierung selbst entworfen wurde, errichten zu lassen. Wir besitzen nun sehr gesunde, Helle, freundliche und geräumige Schulzimmer, die sowohl in technischer als auch' in hygienischer Beziehung allen Anforderungen vollkommen Rechnung tragen, Schulzimmer, die für mehr als 100 Zöglinge Raum bieten, die unserer Thätigkeit keine so enge Grenze mehr stecken, die uns erlauben, sobald wir über die erforderlichen Mittel disponiren, einer noch weit größeren Anzahl von lernbegierigen Jünglingen Aufnahme zu gewähren. Ueberdies besitzt das erwähnte Haus noch 8 recht hübsche Zimmer, die theils zur Wohnung eines Lehrers, theils als Logis für Zöglinge dienen. Wir sind nun in der angenehmen Lage, daß wir einer sehr großen Anzahl der Zöglinge , die sich zu ihrer Ausbildung hier befinden, Logis in den beiden Häusern, welche dem Talmud-Thora-Bereine gehören, anweisen können. Wir find nun nicht mehr den vielen und lästigen Unannehmlichkeiten ausgesetzt, die ein ununterbrochener Wechsel der Wohnungen verursacht. Es wurde in dem verflossenen Jahre unsere Anstalt von mehr als 50 Zöglingen aus den verschiedensten Gegenden unseres Vaterlandes besucht, 11 derselben haben die Präparanden-Prüfung des 1. Curses gemacht, 6 jene für den 2. Curfus und sind von den erwähnten Schülern 5 in die Lehrerj bildungsanstalt in Würzburg und 1 in das jüdische! Seminar für die Rheinprovinz in Cöln eingetreten.! Obwohl eine hübsche Anzahl unserer Zöglinge! reich oder gut bemittelt ist, so befinden sich unter! denselben doch viele, deren Eltern über sehr geringe i Mittel disponiren, die daher kräftig unterstützt wer-! den müssen, auch solche, die vollkommen mittellos i sind, für deren Existenz wir ganz und gar zu sori gen haben. Einige dieser Knaben sind Waisen, > stehen ganz hilflos und verlassen da. Solchen un- ' glücklichen, doppelt bedauernswürdigen Jünglingen! durch eine kräftige Unterstützung zu einer würdigen! Ausbildung behilflich zu sein, ist eine hochherzige Handlung, die von dem Vater der Wittwen und; Waisen reichlich belohnt wird. In der jüngsten Zeit sind ganz besonders sehr zahlreiche Gesuche um Aufnahme in unsere Anstalt > von würdigen, unbemittelten Eltern, von hilflosen i Wittwen und von vollkommen verlassenen Waisen i an uns gerichtet worden. j Da wir aber früher schon, um die Aufnahme! verschiedener, armer Zöglinge zu ermöglichen, uns verpflichtet haben, privatim für deren Existenz sorgen zu wollen, und da es uns kaum gelungen ist durch die kräftige Unterstützung unserer Freunde und Bekannten, sowohl in der hiesigen Gemeinde, als auch außerhalb, diese schwierigen Verbindlichkeiten erfüllen zu können, indem wir noch eine ziemliche Schuldenlast, die auf diese Weise entstanden ist, zu berichtigen haben, so waren wir zu unserem großen Bedauern vorläufig gezwungen, diese Bitten zurückweisen zu müssen. Die Einnahmen betrugen 10,235 M., dieAusgaben 14,168 M. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Die Schulsection hat beschlossen, an» läßlich der von dem Cardinal Kutschker geschenkten Bilder den Ortsschulrath des zweiten Bezirkes einzuvernehmen. Derselbe hat in seiner gestern stattgehabten Sitzung diese Spende für die Schulen, mit Majorität abgelehnt. Frankreich. PariS. Die Freunde unserer liberalen Institutionen, der Gewissensfreiheit und der Gleich-